Computer in der Patrone
Aktualisiert am 18.01.2012 24 Kommentare
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Nach Angaben des amerikanischen Waffenfabrikanten ATK ist das XM-25 auf 300 Meter Entfernung ausgerichtet, doch ist es auch bis 500 Meter präzise einsetzbar. Bis 700 Meter sollen Treffer auf einzelne Zonen gewährleistet sein. Laut der Webseite des Unternehmens sind mehrere Arten von Munition lieferbar, darunter auch Trainingsgeschosse, nicht tödliche Munition und Flechette-Geschosse, die eine höhere Reichweite begünstigen.
(Bild: PD)
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Rund sechs Kilogramm wiegt die Waffe, die eine unscheinbare Munition mit 25 Millimetern Durchmesser abfeuert und eine verheerende Wirkung erzielen kann. Wie die Zeitschrift «The Economist» berichtet, zerbirst das Geschoss in unzählige Einzelteile, die alles in einem näheren Umfeld treffen und töten können – mithilfe von moderner Computertechnologie aus einer Entfernung von bis zu 500 Metern genau.
Die Raffinesse der Waffe namens XM-25 steckt in den Patronen. Jede einzelne hat ein elektronisches Innenleben, das sich programmieren lässt – von einem Computergehirn, das in der Waffe steckt. Um die Entfernung zu erfassen, misst ein Lasersystem den Abstand zum Gegner beziehungsweise der Mauer, hinter der er sich verbirgt, oder dem Graben, in dem er hockt. Der Schütze blickt derweil durch sein Teleskop und kann die Entfernung noch korrigieren, wenn er will, dass sein Geschoss vor oder hinter dem Ziel detoniert.
Rotation als Mass für die Entfernung
Sobald das Geschoss mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 210 Metern pro Sekunde abgefeuert ist, wird seine Rotation von einem eingebauten Sensor erfasst und per Computer ausgewertet. Hat es laut der «Drehzahl» die gewünschte Schussweite erreicht, wird «gezündet», und die Einzelteile richten die gewünschte Vernichtung von Menschen und Material an. Auf wie viele Meter sich das Feld erstreckt, in dem die Waffe tödlich wirkt, ist laut dem Bericht des «Economist» als geheim klassifiziert.
Über die Einsätze im Afghanistan-Krieg gegen die Taliban herrscht dagegen offenbar kein Stillschweigen mehr. Schon im vergangenen Februar wurde das Schiessgerät in ersten Presseberichten erwähnt – und laut dem jüngsten Bericht des britischen Magazins wurde es bislang über 200 Mal eingesetzt. Die Kampfhandlungen, so heisst es dort in trockenem Tonfall, endeten jeweils schnell.
«The Punisher» mit hoher Durchschlagskraft
Kein Wunder also, dass die amerikanische Armee bereits weitere 36 Exemplare bestellt hat, wie es weiter heisst. Glaubt man einem Bericht auf der britischen Technologie-Webseite Theregister.co.uk, haben die Soldaten dem XM-25 bereits einen Kosenamen verliehen: «The Punisher», was sich mit «Bestrafer» oder freier mit «Rächer» übersetzen lässt.
Dass die Waffe noch nicht in grossem Stil eingesetzt wird, liegt daran, dass das High-Tech-System, industriell betrachtet, noch in den Kinderschuhen steckt. Die Patronen werden derzeit in Handarbeit angefertigt, und ein Exemplar der XM-25 dürfte laut den Recherchen derzeit in der Preisklasse von rund 35'000 Dollar liegen.
Sollte das System dereinst in Serie gehen, würden die Kosten wohl deutlich sinken – zumal Konkurrenten in anderen Ländern an ähnlichen Waffen arbeiten. Laut dem Magazinbericht wird auch in Deutschland an dem Prinzip gearbeitet, allerdings mit 40-Millimeter-Geschossen. Computergesteuerte Schrappnelgeschosse zu günstigen Preisen? Nicht ausgeschlossen, dass auch die Taliban dereinst einen «Punisher» auf ihre Gegner richten. (raa)
Erstellt: 18.01.2012, 13:53 Uhr
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24 Kommentare
Wir hätten so viele andere Sorgen, wie Geld und Know How
eingesetzt werden könnten.
So lange in USA und anderswo - Menschen unter Brücken
und in Kartons schlafen müssen, finde ich solche " Fortschritte"
blanker Hohn der Menschlichkeit gegenüber.
Antworten
Ist doch zum Würgen, was der Mensch so alles erfindet, um Artgenossen zu erledigen. Bald wird also manch ein Soldat mehr Hirn in der Patrone haben, als im Kopf. Und wie war das nochmals mit den US-Soldaten die auf Gutscheine für Nahrung angewiesen sind? Antworten
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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