Diese Schweizer wollen Mars-Bauern werden

Eine niederländische Firma plant, im Jahr 2023 Menschen im Rahmen einer Reality-Show zum Mars zu schicken. Unter den bisher 78'000 Bewerbern aus 120 Ländern sind auch zwei Schweizer.

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Der kuriose Plan einer niederländischen Firma, Menschen in einer Reality-Show zum Mars zu schicken, nimmt konkrete Formen an. Wie die Organisatoren mitteilen, haben sich zwei Wochen nach Start der Bewerbungsphase schon 78'000 Interessenten aus über 120 Ländern für das One-Way-Ticket zum Mars gemeldet. Die meisten der Amateuer-Astronauten kommen dabei aus den USA, gefolgt von China, Grossbritannien und Russland. Auch zwei Schweizer sind unter den Anwärtern.

Bis zum Ende der Bewerbungsphase im August rechnet der Mitbegründer der Organisation Mars One Bas Lansdorp mit über 500'000 möglichen Exil-Marsianern. «Das wird noch der begehrteste Job in der Menschheitsgeschichte», so der Ingenieur in einer Medienmitteilung seiner Organisation.

«Kreativität, Engagement und Motivation»

Der Alltag der zukünftigen Wahl-Marsianer ist schon bis ins Detail geplant. So werden die Bewohner Bauarbeiten an ihrer Siedlung vornehmen, das technische Versorgungssystem warten und zu Klima und geologischer Geschichte des Planeten forschen. Für den Kontakt zur Erde soll es eine Internet- und Telefonverbindung geben, um Familie und Freunde über das Leben auf dem Mars auf dem Laufenden zu halten. Spezialfirmen sollen dabei die technische Umsetzung übernehmen.

Obwohl es genaue Auswahlkriterien für die Bewerber gibt, möchte sich der medizinische Leiter des Projekts Norbert Kraft nicht auf einen Typ festlegen. «Wir suchen keinen bestimmten Typ, unsere Bewerber unterscheiden sich in Persönlichkeit, Alter und Beruf. Entscheidend für uns ist Kreativität, Engagement und Motivation», so Kraft. Vorbei seien die Zeiten, in denen Mut und die Anzahl der Flugstunden in einem Überschalljet die Hauptkriterien waren. Für den Mediziner ist entscheidend, wie gut die einzelnen Astronauten miteinander klarkommen und wie sie ein Leben voller Herausforderungen meistern.

«Der nächste grosse Schritt in der Geschichte der Menschheit»

In einem Videobeitrag auf der Internetseite der Organisation stellen sich die einzelnen Kandidaten vor. Auch die zwei Schweizer Bewerber erklären in einem Video ihre Motivation für ein Leben auf dem Mars. So sieht der 64-jährige Nikolaus die Mission als «einzigartige Gelegenheit, über das Leben, das Weltall und schwarze Löcher nachzudenken». Der Rest seines Lebens soll «ein aussergewöhnlicher Kontrast zum langen und langweiligen Sterben in einem Altersheim» werden.

Der 35-jährige Christian sagt, es sei schon immer sein Traum gewesen, auf den Mars zu fliegen. «Als Kind wollte ich entweder Bauer oder Astronaut werden. Da beides leider nicht geklappt hat, könnte ich jetzt zumindest Bauer auf dem Mars werden», so der zweite Schweizer Kandidat. Für den Ingenieur ist das Projekt «der nächste grosse Schritt in der Geschichte der Menschheit».

«Der Planet wird zu ihrem neuen Zuhause werden»

Aus den eingegangenen Bewerbervideos werden in voraussichtlich vier Runden bis Ende 2015 etwa 28 bis 40 Kandidaten ausgewählt. Begleitet von den TV-Kameras der Reality-Show werden sie dann sieben Jahre lang ausgebildet. Bevor es für vier von ihnen 2023 auf den Mars geht. Im Vorfeld soll es mehrere Frachtmissionen mit Robotern geben, die eine wohnliche Atmosphäre für die neuen Bewohner schaffen sollen. Die Zuschauer entscheiden am Ende, wer unter den ersten Mars-Immigranten sein wird. Danach sollen alle zwei Jahre weitere Vierergruppen in ihr neues Leben auf dem Roten Planeten starten.

Die Organisatoren machen deutlich, dass es, einmal auf dem Mars, kein Zurück geben wird. «Die Astronauten von Mars One werden die Erde unter der Annahme verlassen, dass sie nie zurückkehren. Der Planet wird zu ihrem neuen Zuhause werden, sie werden dort voraussichtlich für den Rest ihres Lebens arbeiten und leben», heisst es dazu auf der Internetseite der Organisation. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 16.05.2013, 09:03 Uhr)

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