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«Ein sensationeller Fortschritt»

Interview: Reto Hunziker. Aktualisiert am 05.01.2011 101 Kommentare

Die ETH Zürich hat einen Treibstoff entwickelt, der aus Sonnenenergie gewonnen wird. Jürg Buri von der Schweizerischen Energie-Stiftung glaubt an den Durchbruch der Idee.

Mit Tests zum Erfolg: Doktorand Philipp Furler und Professor Aldo Steinfeld im Labor.

Mit Tests zum Erfolg: Doktorand Philipp Furler und Professor Aldo Steinfeld im Labor.
Bild: ETH

«Ein enormes Potenzial»: Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung.

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Herr Buri, Forscher der ETH haben es geschafft, aus Sonnenenergie Treibstoff herzustellen. Ist das nun die grosse Errungenschaft in der Energiefrage?
Es ist sicherlich ein sensationeller Fortschritt, der die Forschung um erneuerbare Energien bis zu einem gewissen Grad revolutioniert. Sollte es gelingen, die schon grandiose Idee im grossen Massstab umzusetzen, wäre das tatsächlich ein riesiger Schritt in die Energie-Zukunft.

Sie stellen infrage, dass die Umsetzung gelingt?
Der Ansatz hat sicherlich ein enormes Potenzial. Doch sie steht noch auf Labor-Stufe. Ob und wann sie den Durchbruch in der Praxis schafft, hängt davon ab, wie gross das Interesse der Energiemultis ist, respektive wie schnell das Erdöl ausgeht.

Wann wird das sein?
In 20 bis 30 Jahren. Vielleicht wird man noch auf die Alternativen Kohle oder Gas ausweichen, das könnte dann den Einsatz des «Solarbenzins» verzögern. Doch die Erdölindustrie ist sich der Engpässe bewusst – und an der Idee der ETH bestimmt interessiert. Ich bin überzeugt, dass Forscher Aldo Steinfeld Geldgeber finden wird. Die Ölindustrie muss an seiner Lösung Interesse haben.

Was ist das Revolutionäre am «Solarbenzin»?
Solarbenzin hat den grossen Vorteil, dass es in heutigen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden könnte. Das bedeutet, dass die heutige Verkehrsinfrastruktur weiter verwendbar wäre. Im Gegensatz zum Elektromobil, welches neue Infrastrukturen nötig macht und noch immer auf effiziente Batterien wartet.

Die Forscher haben einen Wirkungsgrad von 0,8 Prozent erreicht, was bedeutet das?
Das ist der Anteil der eingesetzten Energie, welcher in die gewünschte nutzbare Energieform umgewandelt werden kann. Erneuerbare Energien haben generell einen eher geringen Wirkungsgrad, sind aber unendlich verfügbar und vor allem gratis.

Und das tatsächlich emissions- und problemfrei?
Ja. Abgesehen von all den Problemen, die der Verkehr sonst noch mit sich bringt.

Die Forscher schätzen, dass das «Solarbenzin» bereits 2020 konkurrenzfähig sein könnte. Ist das realistisch?
Zehn Jahre sind nicht viel, das scheint mir schon sehr ambitioniert. Aber wer weiss, wenn das Ende des Öl's bei uns so richtig durchschlägt und die Preise für Benzin massiv steigen, dann könnte alles sehr schnell gehen.

Kann die Schweiz das Projekt weiter vorantreiben oder muss es erst im Ausland Anklang finden?
Es wäre sicher von Vorteil, wenn das Projekt «Solarbenzin» mit internationalen Partnern weiterentwickelt wird. Aber die ETH hat das ja bereits zusammen mit einer Kalifornischen Universität entwickelt. Von daher ist das wohl eh bereits eine internationale Angelegenheit. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.01.2011, 15:14 Uhr

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101 Kommentare

Hanspeter Bricolage

05.01.2011, 15:51 Uhr
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Energiegewinnung heisst, dass man mehr Energie gewinnt, als man hineinsteckt. Hier hoffen die Forscher 20% der Energie "herauszuholen". Würde man nichts machen, hätte man sich die anderen 80% gespart. Faktisch ist es also Energievernichtung. Das "Interesse der Multis" ist wohl eher eine Standardfloskel der Branche. Antworten


Anneliese Hardegger

05.01.2011, 15:35 Uhr
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Jeder, der etwas von Physik versteht, sieht sofort, dass diese Technik eine Fata Morgana ist. Hier überhaupt etwas von Wirtschaftlichkeit zu quasseln ist so seriös, wie den baldigen Flug zur Andromeda zu postulieren. Antworten



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