Eine Brücke ins Digitale

QR-Code: Wie ein Instrument der industriellen Logistik in unseren Alltag fand.

Ein zweidimensionaler QR-Code in Rio de Janeiro, Brasilien.

Ein zweidimensionaler QR-Code in Rio de Janeiro, Brasilien. Bild: Silvia Izquierdo/Keystone

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Gefährdet der Strichcode auf dem Konfitüreglas die Gesundheit, indem die Striche die Konfi mit «negativer Energie» aufladen? Das Gerücht aus esoterischer Küche machte im vergangenen Herbst dermassen die Runde, dass sich die deutsche Stiftung Warentest zu einer Entwarnung veranlasst sah. Wissenschaftlich nicht nachvollziehbar, hiess es vom Bundesamt für Strahlenschutz.

Schachbrett voller Daten

Gefährdet der QR-Code die Sicherheit, weil sich dahinter die Computer von Kriminellen verstecken können, die darauf aus sind, Nutzerdaten zu stehlen? Die Gefahr bestehe im Prinzip schon, sagen Informatikexperten, sei aber als eher gering einzustufen.

Die geheimnisvollen Symbole, die nur der Computer verstehen kann, machen misstrauisch. Aus dem linear aufgebauten Strichcode, wie er längst jede Verpackung ziert, ist ein flächenhaftes Symbol geworden, das wie ein missratenes Schachbrett wirkt. Der QR-Code kann viel mehr Daten enthalten als der Strichcode, etwa eine Webadresse, die mit einem Tastendruck am Smartphone gelesen und gleich aufgerufen werden kann.

Das ermöglicht einen bequemen Brückenschlag von der gedruckten in die virtuelle Welt. Die Rettung des Prints? Gedrucktes werde es noch ­während Jahrzehnten geben, gedruckte und digitale Publikationen hätten ihre spezifischen Vorteile, versichert der Informatikprofessor Oliver Bendel. Dank QR-­Codes (Quick Response, schnelle Antwort) werde es Medien geben, welche die Vorteile beider Welten kombinierten und die Nachteile eliminierten.

Eine einfache Lösung

QR-Codes lassen sich billig erzeugen und einfach lesen, Geräte wie etwa bei der drahtlosen RFID-Technik sind nicht nötig. Was in der Autoindustrie begann, als die automatischen Lagersysteme eingeführt wurden, soll sich auch in unserem Alltag bewähren. Sogar auf Visitenkarten.

Ein Vorläuferverfahren hat Schweizer Wurzeln: Der Basler Druckereibesitzer Heinrich Weiss entwickelte in den Fünfzigerjahren einen Balkencode für die Sortierung von Pharmaschachteln. Das Vermögen, das er mit seiner Erfindung machte, steckte er in seine weltberühmt gewordene Sammlung von Musikautomaten.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.03.2014, 21:41 Uhr

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