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Galileo-Satelliten ausgesetzt

Aktualisiert am 21.10.2011 9 Kommentare

Das europäische Navigationssystems Galileo ist auf Zielkurs. Zwei von 30 geplanten Satelliten wurden erfolgreich in ihre Umlaufbahn gebracht.

1/9 Abgehoben: Eine Sojus-Rakete mit den ersten beiden Galileo-Satelliten an Bord startet mit einem Tag Verspätung in Französisch-Guyana. (21. Oktober 2011)
Bild: Benoit Tessier/Reuters

   

Erfolgreich in Umlaufbahn gebracht: Sojus-Rakete mit Galileo-Satelliten. (Video: Reuters)

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Das europäische Navigationssystem Galileo hat seinen ersten Schritt ins All gemacht: Eine russische Sojus-Rakete setzte heute Nachmittag die ersten zwei von insgesamt 30 geplanten Satelliten im Weltraum aus, wie das Kontrollzentrum in Kourou in Französisch-Guyana mitteilte. Das System soll schrittweise ab 2014 in Konkurrenz zum US-System GPS eigene, genauere Daten übertragen.

«Mit diesem Galileo-Satellitensystem machen wir uns in Europa unabhängig von einem vergleichbaren Satellitensystem, das derzeit von den USA ausgeht», erklärte der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer. Galileo soll sowohl bei der Verkehrssteuerung als auch in der Wettervorhersage und der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Neue Anwendungen dank Genauigkeit

Mit nur einem Meter Abweichung soll es beispielsweise Autofahrern noch besser bei der Suche nach ihren Zielen helfen. Unternehmenskunden wie Landwirte können bei der exakten automatischen Düngung von den Daten profitieren, die die in 23'000 Kilometern Höhe platzierten Satelliten senden.

Beim GPS, das seit 1995 von der US-Regierung betrieben wird, kommt es zu Abweichungen zwischen drei und acht Metern. Die USA haben allerdings einen weiten zeitlichen Vorsprung: Der erste GPS-Satellit startete bereits 1978 in den Weltraum. Seither leitet das System nicht nur die USA, sondern auch die Europäer mit seinen kostenlosen Signalen für die Navigationsgeräte.

Zumindest bei den Autofahrern muss Galileo für das GPS keine harte Konkurrenz werden. Die Branche werde sich darauf einstellen und die Navigationsgeräte der Zukunft so konstruieren, dass sie beide Signale auffangen, sind Experten der EU-Kommission überzeugt, die das europäische System bezahlt. Die Kosten für Galileo werden auf gut fünf Milliarden Euro beziffert.

Voll betriebsbereit ab 2020

Nach den ersten beiden Satelliten Natalia und Thijs sollen im kommenden Jahr zwei weitere folgen. Bis 2015 sollen 14 Satelliten an Ort und Stelle im All sein, 2020 soll Galileo dann seine ganze Bandbreite an Informationen liefern. Ein Grossteil der Hochtechnologie stammt aus Deutschland: Insgesamt vier der Satelliten wurden von EADS Astrium gebaut, der Tochter des europäischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsriesen EADS; die Verantwortung lag beim deutschen Astrium-Zweig. Die nächsten 14 Stück werden unter Federführung des Bremer Unternehmens OHB gefertigt.

Für den Start am Freitag suchte die EU ein ganz besonderes «Taxi» aus: Erstmals kam die legendäre russische Sojus-Rakete am Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guyana zum Einsatz. Dort hebt sonst die europäische Trägerrakete Ariane ab; für die Sojus wurde in 13 Kilometern Entfernung extra ein eigener Startplatz gebaut.

Nachdem der Countdown am Donnerstag wegen einer undichten Stelle beim Betanken abgebrochen werden musste, klappte der Start am Freitagmittag planmässig. Genau vier Stunden später vermeldete das Kontrollzentrum, dass die beiden Satelliten im All platziert worden seien. «Das ist die Geschichte eines erfolgreichen Europas, das weiss, wie man zusammenarbeitet», sagte der Chef von Arianespace, Jean-Yves Le Gall. (rub/wid/afp)

Erstellt: 21.10.2011, 17:23 Uhr

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9 Kommentare

Stefan Flüeler

21.10.2011, 19:41 Uhr
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Die Tragweite dieses Ereignisses dürfte den wenigsten klar sein. Eine völlig neue Ära europäisch-russischer Zusammenarbeit hat begonnen. Alles ist neu: Das Sojus Launch-Pad in Kourou, die tropentauglichen Sojus ST Raketen, die Sojus Trackerstationen rund um den Erdball, die Galileo-Satelliten, die Galileo Bodenkontrollstationen. Und das Beindruckendste daran: Alles hat auf Anhieb perfekt geklappt. Antworten


Hans Ineichen

21.10.2011, 15:36 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Irgendwie finde ich Russland (nicht das alte Sowjet-Politsystem!) affengeil. Zu Zeiten der Sowjetunion wurde es vom Westen belächelt was das Technische angeht. Mittlerweile haben die 9xklugen Amis keine Raumtransporter mehr um bemannte Flüge durchführen zu können. Und die Technik der Belächelten fliegt + fliegt + fliegt (auch bemannt)....... jetzt neuerdings sogar aus dem Urwald cool, Gratulation! Antworten



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