Hauchdünn zum Solar-Weltrekord

Biegbare Solarzellen auf einer dünnen Folie könnten die Solarenergie verbilligen. Tagesanzeiger.ch/Newsnet war im Entwicklungslabor.

18,7 Prozent Effizienz: Julian Perrenoud erklärt die Dünnschicht-Solarzellen. (Video: Jan Derrer)

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Wissenschaftler stellten in Dübendorf an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) einen Weltrekord auf: Mit hauchdünnen, flexiblen Solarzellen erreichten sie im Labor eine Effizienz von 18,7 Prozent. Die Effizienz bezeichnet den Anteil des einfallenden Sonnenlichts, der in Strom umgewandelt wird.

Im Video erklärt der Physiker Julian Perrenoud die Hintergründe des Rekords. Er gehört zum Wissenschafts-Team, das unter dem indischen Professor Ayodhya N. Tiwari forscht. Laut Perrenoud sollen die Dünnschicht-Solarzellen in zwei bis sechs Jahren auf Fassaden, Häuser- und Autodächern zum Einsatz kommen. Auch Mobiltelefone und Geräte wie iPods könnten in Zukunft dank der dünnen Solarzellen einfach zu billigem Strom kommen.

Kosten für Solarenergie sinken

Professor Ayodhya N. Tiwari und seine Mitarbeiter sind auf die Entwicklung hocheffizienter Dünnschicht-Solarzellen spezialisiert. Der Effizienz-Weltrekord wurde mit einer Schicht aus Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) erreicht. Die dünne Folie, auf der die Schicht liegt, ist biegsam und zugleich robust. Sie vereinfacht dank ihres geringen Gewichts Transport und Installation. Gängige Solarzellen sind schwer und zerbrechlich, ihr Transport ist aufwendig. Die Installation auf dem Dach erfordert einen Kran. Solar-Module auf Folienbasis sollen in Zukunft die Installation von Solaranlagen vereinfachen und die Kosten senken.

«Eine Folie zu finden, die sowohl transparent ist als auch hohen Prozesstemperaturen widersteht, war eine grosse Herausforderung», sagt Tiwari. Die neue Folie vereine beide Eigenschaften. Zudem würden neue Materialen eine wichtige Rolle spielen bei der Effizienzsteigerung von Solarzellen. Angestrebt werde die Netzparität – die Herstellungskosten der Solarenergie sollen gleich hoch sein wie der Strom, der aus der Steckdose kommt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 10.06.2011, 11:36 Uhr)

Empa gehört zum ETH-Bereich

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) gehört zum ETH-Bereich. Dazu gehören neben der Empa die zwei Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich (ETH Zürich) und Lausanne (EPFL), das Paul Scherrer Institut (PSI), die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), sowie die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag).

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