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«Ich würde sogar one-way auf den Mars fliegen»

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 11.11.2010 6 Kommentare

Space-Shuttle-Astronaut Claude Nicollier im Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Videointerview über das Ende des Raumfähren-Programms, seine Träume und die Zukunft der Raumfahrt.

«Meine Träume gingen immer in die Höhe»: Claude Nicollier am Donnerstag vor dem Zürcher Kongresshaus.

Das Ende des Space-Shuttle-Programms

Rund drei Jahrzehnte lang prägten die Space Shuttles das Bild moderner Raumfahrt, wenn sie durchs All glitten oder zurück zur Erde schwebten. Raumfähren, die wie Flugzeuge landen können und immer wieder abheben. Doch ihre Zeit ist endgültig vorbei: In Kürze werden die US-Raumfähren ausgemustert. Ihr Betrieb wurde zu teuer, die Technik entspricht nicht mehr den neusten Anforderungen. Offiziell sind nur noch zwei Flüge geplant. Der zweitletzte wurde nun schon mehrmals verschoben. Der letzte soll im Februar erfolgen. Die Nasa möchte zwar noch einen, darüber muss aber der US-Kongress entscheiden.

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Claude Nicollier - ein Leben in der Luft

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Der Schweizer Astronaut bei der Nasa

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«Freude herrscht, Monsieur Nicollier», liess der damalige Bundesrat Adolf Ogi den ersten und bisher einzigen Schweizer Astronauten im Weltraum am 7. August 1992 in der Raumfähre Atlantis grüssen. Diese war acht Tage zuvor zum Raumflug gestartet. Freude herrscht bei Nicollier heute noch, knapp 21 Jahre nach seinem vierten und letzten Flug mit dem Spaceshuttle.

Inzwischen hat Nicollier eine Professur an der ETH Lausanne. Dass er heute nach Zürich kam, um den Luft- und Raumfahrtkongress der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften zu eröffnen, scheint für ihn eine Selbstverständlichkeit. «Ich will die Menschen hier mit meiner Leidenschaft anstecken», erzählt Nicollier. Bevor er im Kongresshaus verschwindet, steht die Ausnahmeerscheinung Tagesanzeiger.ch/Newsnet Red und Antwort (siehe Video oben).

«Mein Herz ist mit dem Spaceshuttle verbunden»

Der gebürtige Waadtländer ist beseelt von der Raumfahrt. Dass die Nasa die Spaceshuttles bald nicht mehr fliegen lässt, kann er zwar nachvollziehen. Dennoch: «Mein Herz ist mit dem Spaceshuttle verbunden. Es ist eine absolute Wundermaschine.» Einfach fällt ihm der Abschied nicht.

Gerne schaut Nicollier in die Zukunft, um über ferne Projekte zu sinnieren. Zum Beispiel Mars-Flüge. Er hätte auch mitfliegen wollen, wenn es dann so weit ist. Und das ist seiner Meinung nach noch in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. «Ich würde sogar one-way auf den Mars fliegen», erklärt Nicollier mit Überzeugung.

Aufstieg aufs Matterhorn

Warum one-way? Offenbar wird dieses Szenario in der Astronauten-Szene diskutiert. Einerseits, um zu verdeutlichen, mit welch grossen Risiken eine solche Reise verbunden wäre. Und andererseits, um zu zeigen, dass man sogar bereit wäre, dieses Risiko zu tragen. Sprich, zu sterben, wenn etwas schiefgeht. «Ich kenne einige Leute, die selbst einen One-way-Flug antreten würden», so Nicollier. Für ihn selber ist die Raumfahrt mit 66 Jahren vorbei.

Sein Leben spielt sich wieder auf dem Boden ab. Nebst seiner Professur ist er beim Solar-Impulse-Programm von Bertrand Piccard als Leiter der Flugversuche engagiert. Das Bergsteigen – er war 1994 mit seiner damals 16-jährigen Tochter auf dem Matterhorn – hat er durch Schwimmen und Velofahren ersetzt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.11.2010, 14:45 Uhr

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6 Kommentare

Oliver Porges

11.11.2010, 20:17 Uhr
Melden

Meines Wissens bezieht sich Nicollier auf das sogenannte "Mars to stay"-Szenario, das Astronauten ohne jede Rückflugmöglichkeit zum Mars schiessen würde. Dies hätte von einer technischen Seite den Vorteil, dass so eine wesentlich grössere Nutzlast zum Mars gebracht werden kann, bzw ein Flug zum Mars mit den heutigen technischen Mitteln überhaupt erst möglich wäre. Antworten


Christian Dürig

11.11.2010, 20:45 Uhr
Melden

Sie sind nicht der Einzige, der so denkt, Herr Nicollier. Antworten



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