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Nasa koppelt sich bei Marsmissionen von den Europäern ab

Aktualisiert am 14.02.2012 2 Kommentare

Viele Astronomen sind am Boden zerstört. Die Nasa muss wichtige Programme zur Planetenerforschung streichen. Sie verzichtet auf zwei grosse Marsprojekte mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA.

Die Nasa hätte die Raketen für die ESA-Missionen beisteuern sollen: Nasa-Chef Charles Bolden gibt Auskunft in Cape Canaveral, Florida. Im Hintergrund Teile einer Atlas-V-Rakete. (7. September 2011)

Die Nasa hätte die Raketen für die ESA-Missionen beisteuern sollen: Nasa-Chef Charles Bolden gibt Auskunft in Cape Canaveral, Florida. Im Hintergrund Teile einer Atlas-V-Rakete. (7. September 2011)
Bild: Reuters

Kein zusätzliches Geld von Berlin

Nach dem Ausstieg der Nasa aus der gemeinsamen Mars-Erkundungsmission mit den Europäern sperrt sich Deutschland gegen Forderungen der Raumfahrtagentur ESA nach mehr Geld. Zwar unterstütze die Bundesregierung «die Bemühungen der ESA, die Mission nunmehr in Zusammenarbeit mit Russland zu realisieren», sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums der «Financial Times Deutschland». «Eine Erhöhung der deutschen Beteiligung am Projekt ist nicht beabsichtigt.»

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Die Curiosity – eine ausgeklügelte Marssonde

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Mit Spannung wird der Start des neuen Super-Marsrovers Curiosity der Nasa am Samstag erwartet.

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Die US-Weltraumbehörde Nasa steigt aus Spargründen aus zwei gemeinsam mit der ESA geplanten Marsmissionen aus. Als Grund für den Schritt nannte Nasa-Chef Charles Bolden gestern erhebliche Kürzungen im Etatplan 2013 der US-Behörde für die Planeten-Erforschung.

Stattdessen sollen Programme zur bemannten Raumfahrt und die Entwicklung neuer Technologien verstärkt gefördert werden. Astronomen hatten bereits seit längerem befürchtet, dass die Nasa die Axt bei kostspieligen Marsprogrammen ansetzen wird. So sprach der ehemalige Nasa-Forscher Scott Hubbard bereits im Vorfeld von einer «wissenschaftlichen Tragödie und einer nationalen Beschämung».

Suche nach Leben

Der Chef der Wissenschaftsvereinigung Planetary Society, Bill Nye, klagte, die Kürzungen würden «die planetare Erforschung bei der Nasa vernichten». Vergangene Missionen mit Sonden und Robotern hätten zu «unglaublichen Entdeckungen» geführt, und die USA benötigten mehr davon, nicht weniger.

Das zweistufige Marsprojekt «ExoMars» unter Federführung der ESA sieht die Entsendung eines Orbiters 2016 vor, der in der Marsatmosphäre nach Methan suchen soll – dieses Gas könnte auf die Existenz von Mikroben auf der Oberfläche hindeuten. Die zweite Mission 2018 zielt auf die Landung eines Rovers auf dem Planeten ab: Er soll Gesteine und Boden zur späteren Beförderung auf die Erde sammeln.

Laut dem Internetportal «Space.com» war vereinbart, dass die Nasa die Raketen sowie eine Reihe von Instrumenten für beide Missionen zur Verfügung stellt, ausserdem das Landesystem für den Rover. Der Beitrag der Nasa sollte sich demnach auf 1,4 Milliarden Dollar belaufen, die ESA sollte 1,2 Milliarden zahlen.

Budgetverschiebungen

Insgesamt sieht der von US-Präsident Barack Obama vorgelegte Haushaltsentwurf für das am 1. Oktober beginnende Fiskaljahr 2013 17,7 Milliarden Dollar für die Nasa vor. Damit liegt der Plan zwar nur um 59 Millionen Dollar unter dem laufenden Etat 2012, aber die Gewichtung verschiebt sich in Richtung Raumfahrttechnologien und bemannter Missionen.

So sieht der Obama-Entwurf, der allerdings noch vom Kongress gebilligt werden muss, Kürzungen bei der Erforschung des Sonnensystems von derzeit rund 1,5 Milliarden Dollar auf 1,2 Milliarden vor – das sind 20 Prozent. Dagegen sollen ungefähr 22 Prozent mehr für Technologien und 6 Prozent mehr für die bemannte und kommerzielle Raumfahrt ausgegeben werden, wie «Space.com» erläuterte.

Vorantreiben wird die Nasa laut dem Etatplan die Entwicklung der bisher mächtigsten Rakete der Nasa-Geschichte samt einer Kapsel, die eines Tages Astronauten zu fernen Zielen wie Asteroiden und schliesslich sogar zum Mars bringen soll.

Teures Weltraumteleskop

Dass planetare Forschungsprojekte bluten werden, liegt nach Meinung vieler Wissenschaftler an einem anderen Projekt, das der Nasa wahrlich die Haare vom Kopf frisst: der Bau des James-Webb-Weltraumteleskops, das das Hubble-Observatorium ablösen soll.

Es sollte ursprünglich 1,6 Milliarden Dollar kosten. Mittlerweile liegen die Ausgaben nach immer neuen Pannen und Verzögerungen schon bei fast 8,8 Milliarden - und der Start wird frühestens 2018 erwartet. Im Etatplan 2013 werden weitere 628 Millionen Dollar für das Teleskop bereitgestellt - gut 100 Millionen mehr als im laufenden Haushalt.

Ein Sprecher der Europäischen Weltraumbehörde ESA sagte am Dienstag: «Wir werden jetzt versuchen, mit den Russen weiterzumachen». Den Europäern fehlen nicht nur hunderte Millionen Euro, sondern auch Schlüsseltechnologien. Bislang hat in Europa niemand die technischen Mittel dafür, auf dem Mars zu landen. (rub/sda)

Erstellt: 14.02.2012, 23:53 Uhr

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2 Kommentare

Hans Ineichen

15.02.2012, 04:22 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Schade wegen den Amis. Da könnten sie der Welt beweisen, dass sie auch Technologien beherrschen welche sie nicht für den Krieg einsetzen. Mindestens nicht direkt. Wird lustig werden mit den Russen. Wodkabesoffen Piratenlieder gröhlend durchs All zu kurven. Ich trau es den Jungs ohne weiteres zu, einspringen zu können. Denn deren ihre Raumfahrzeuge fliegen und fliegen und fliegen un........ Antworten


James Raynor

15.02.2012, 02:10 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Schade ... Ich freue mich aber darauf zu sehen, was die bemannte Raumfahrt (vor allem Deep Space) und das JWST hervorbringen werden. Ich hoffe dafür wird das Geld dann auch wirklich reichen ... Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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