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Satellit überwacht Klimawandel – mit Schweizer Hilfe

Die Europäische Raumfahrtorganisation (ESA) hat am frühen Montagmorgen einen neuen Erdbeobachtungssatelliten ins All geschickt.

Technologisch einzigartiger Satellit: Hightech-Gerät SMOS («Soil Moisture and Ocean Salinity»).

Technologisch einzigartiger Satellit: Hightech-Gerät SMOS («Soil Moisture and Ocean Salinity»).
Bild: Keystone

Das SMOS genannte Hightech-Gerät soll bei der weltweiten Überwachung des Klimawandels eine wichtige Rolle spielen. Das Messinstrument des Satelliten sammelt dazu Daten über den Salzgehalt an der Oberfläche der Ozeane und die Bodenfeuchte. Diese werden bereits am Boden und im Meer durchgeführte Messungen ergänzen und damit eine weltweite Überwachung des Wasseraustauschs ermöglichen.

«Da dieser Austausch, der zu einem Grossteil in abgelegenen Gebieten vonstattengeht, sich direkt auf das Wetter auswirkt, ist er für Meteorologen von höchster Bedeutung», erklärte der für die Mission zuständige ESA-Direktor Volker Liebig zum Start des Satelliten im nordrussischen Plessezk.

Motor der Meere

Der Salzgehalt sei zudem einer der Motoren der Meereszirkulation, die für den Wärmeaustausch zwischen den Weltmeeren verantwortlich ist. «Auf die Möglichkeit der Überwachung dieses Phänomens warten Klimatologen, die versuchen, die langfristigen Auswirkungen des derzeitigen Klimawandels vorherzusagen, schon lange», sagte Liebig.

Für die 315 Millionen Euro teure SMOS-Mission haben Ingenieure und Wissenschaftler ein völlig neues Messinstrument, ein sogenanntes interferometrisches Radiometer entwickelt. Das Gerät mit dem Namen MIRAS misst Bodenfeuchtigkeit und Salzgehalt über die von der Erdoberfläche reflektierte Mikrowellenstrahlung.

Schweizer Beteiligung

Beteiligt an der Mission sind auch Schweizer Forschungsinstitute und Technologieunternehmen. RUAG Space baute das optische Glasfaser- Datenübertragungssystem an Bord des Satelliten. Mit dem System werden Daten von den Sensoren der SMOS-Antenne zu einem zentralen Computer übertragen.

Wissenschaftler der Eidg. Forschungsanstalt WSL und der Universität Bern entwickelten gemeinsam mit der Firma Gamma Remote Sensing AG Messgeräte, die von der Erde aus an verschiedenen Standorten die Bodenfeuchtigkeit messen werden. Die so erhobenen Daten dienen dazu, die SMOS-Messungen zu eichen.

14 Mal am Tag um die Erde

Läuft alles wie geplant, wird SMOS künftig 14 Mal am Tag die Erde umrunden. Aufgrund der Erdrotation deckt er so nach und nach die gesamte Erdoberfläche ab. Ein Ende der Mission ist frühestens in drei Jahren geplant.

Gemeinsam mit dem SMOS-Satelliten brachte die Trägerrakete vom Typ Rockot einen 135 Kilogramm leichten Kleinsatelliten ins Weltraum. Er soll den Funktionsnachweis erbringen für neue Technologien wie Miniatursensoren für künftige ESA-Raumsonden, eine hochmoderne Kamera und ein Forschungsinstrument zur Beobachtung der Sonne. (vin/sda)

Erstellt: 02.11.2009, 10:07 Uhr

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