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Schweizer Ökonom auf Nobelpreis-Kurs

Aktualisiert am 26.09.2009

Die Chancen stehen gut, dass ein Wissenschaftler aus der Schweiz dieses Jahr einen Nobelpreis gewinnt: Gar als Kronfavorit wird Wirtschaftswissenschaftler Ernst Fehr von der Uni Zürich gehandelt.

Geehrt: Ernst fehr wurde von Bundesrat Pascal Couchepin der Marcel-Benoist-Preis überreicht.

Geehrt: Ernst fehr wurde von Bundesrat Pascal Couchepin der Marcel-Benoist-Preis überreicht.
Bild: Keystone

Ernst Fehr steht derzeit Hoch im Kurs: Gemeinsam mit Matthew Rabin aus den USA gilt er als heissester Anwärter auf den Wirtschafts-Nobelpreis. Der Ökonom, der seit 15 Jahren an der Universität Zürich lehrt und 2008 mit dem «Schweizer Nobelpreis» Marcel-Benoist-Preis ausgezeichnet wurde, erforscht Fairness und Kooperation beim wirtschaftlichen Entscheidungsverhalten des Menschen. Der 53-Jährige ist einer der meistzitierten Volkswirtschafter der Welt - und gilt damit als einflussreich in seinem Fach.

Fehr wurde 1956 im vorarlbergischen Hard geboren. Seit 1994 ist er Professor für Mikroökonomie an der Universität Zürich. Er ist Vater zweier Kinder.

Gleich zwei Schweizer im Rennen um Chemie-Nobelpreis

Neben Fehr führt die Nachrichtenagentur Thomson Reuters mit Michael Grätzel und Bernd Giese zwei weitere Schweizer Wissenschaftler zu den 25 Favoriten für die diesjährigen Nobelpreise in Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaft auf. Grätzel, der an der ETH Lausanne forscht, könnte laut den Spezialisten von Thomson Reuters den Chemie-Nobelpreis für seine Entwicklung von Farbstoff-Solarzellen erhalten. Erst Anfang September war er mit dem renommierten Balzan-Preis ausgezeichnet worden.

Ebenfalls in der Sparte Chemie könnte Bernd Giese von der Universität Basel ausgezeichnet werden. Gemeinsam mit den US-Forschern Jacqueline Barton und Gary Schuster forscht er darüber, wie die Erbsubstanz DNA Elektronen transportiert. Das sei wichtig für das Verständnis, wie die DNA Schäden repariere, sagte Thomson-Reuters-Spezialist David Pendlebury.

Hohe Wahrscheinlichkeit auf Preisgewinn

Thomson Reuters ermittelt im Hinblick auf die Nobelpreisvergabe seit 1989 die einflussreichsten Forscher. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der 25 diesjährigen Favoriten einen Preis erhält, ist gross: Mit Ausnahme von 1993 gab es in jedem Jahr seit der Einführung der Vorhersage mindestens einen Preisträger, den Thomson Reuters schon einmal in Erwägung gezogen hatte.

Die diesjährigen Nobelpreise werden zwischen dem 5. und 10. Oktober bekannt gegeben. (sda/dvp)

Erstellt: 26.09.2009, 14:17 Uhr

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