Stephen Hawking will intelligente Kampfroboter verbieten

Weil sie leicht in die Hände von Terroristen fallen könnten, fordern Robotik-Forscher ein Verbot von autonomen Waffen. Von Menschen gesteuerte Drohnen sollen aber erlaubt bleiben.

Intelligente Roboter: Experten warnen vor Waffensystemen, die eigenständig agieren können (wie zum Beispiel im Film «Terminator Genisys»).

Intelligente Roboter: Experten warnen vor Waffensystemen, die eigenständig agieren können (wie zum Beispiel im Film «Terminator Genisys»). Bild: Melinda Sue Gordon/Paramount Pictures/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wissenschaftler warnen vor dem Einsatz selbstständiger Kampfroboter im Krieg. Intelligente Drohnen, die anhand definierter Kriterien eigenständig Menschen töten können, seien möglicherweise schon in wenigen Jahren verfügbar.

Das schrieben Forscher in einem am Montag veröffentlichten Brief anlässlich einer Technologiekonferenz in Buenos Aires. Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem von dem Astrophysiker Stephen Hawking, Apple-Mitgründer Steve Wozniak, Sprachwissenschaftler Noam Chomsky und dem Silicon-Valley-Star Elon Musk, der unter anderem mit seiner Firma Tesla Elektroautos entwickelt.

«Künstliche Intelligenz ist an einem Punkt angelangt, an dem der Einsatz solcher Systeme innerhalb weniger Jahre, nicht Jahrzehnte, möglich sein wird», schrieben die Forscher. Die Wissenschaftler richteten sich ausdrücklich nicht gegen von Menschen gesteuerte Kampfdrohnen, wie sie die USA beispielsweise gegen mutmassliche Terroristen einsetzen.

Mordanschläge und ethnische Säuberungen

Die autonomen Waffensysteme könnten leicht in die Hände von Terroristen und Diktatoren fallen, warnten die Robotik-Forscher. Roboter, die nach bestimmten Kriterien Menschen zur Tötung aussuchen könnten, eigneten sich für gezielte Mordanschläge und sogenannte ethnische Säuberungen.

Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Waffensysteme sollten deshalb verboten werden, hiess es in dem von fast 2000 Experten unterzeichneten Brief. Als Wissenschaftler wollten sie sich nicht an der Entwicklung solcher Systeme beteiligen, heisst es in dem Appell.

Die Forscher veröffentlichten ihre Warnung anlässlich der International Joint Conferences on Artificial Intelligence (IJCAI) in Buenos Aires. Ein Wettrüsten bei künstlicher Intelligenz zu militärischen Zwecken sei eine schlechte Idee und müsse verhindert werden, forderten sie. (kko/sda)

Erstellt: 28.07.2015, 13:55 Uhr

Artikel zum Thema

Die verkünstelte Intelligenz

Der Computerpionier und der Physiker des Urknalls: Zwei Spielfilme über Alan Turing und Stephen Hawking zeigen, wie schwierig es ist, Wissenschaftler vor der Kamera zu inszenieren. Mehr...

«Künstliche Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten»

Video Stephen Hawking hat ein Leben lang von Hightech profitiert. Nun lässt er bei einem Auftritt in London aufhorchen. Mehr...

Roboy benimmt sich manchmal kindisch

Bildstrecke Die Uni Zürich gehört bei der künstlichen Intelligenz zu den weltweit führenden Forschungsstätten. Nun stellte Professor Rolf Pfeifer einen Roboter mit einem Bewegungsapparat ähnlich dem des Menschen vor. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Digitale Abos - Neu ab 18.- pro Monat

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Jetzt neu ab 18.- CHF pro Monat.

Blogs

Politblog Fetisch Effizienz

Sweet Home Zeit für ein Zuhause-Projekt

Weiterbildung

Lehrstellen

Sich zu bewerben heisst für sich werben

Die Welt in Bildern

Ein Ohrenschmaus: Das Glastonbury-Festival mit über 100'000 Besuchern, ging heute nach fünf Tagen zu Ende.Ein Zuhörer beim Verlassen des Geländes (26. Juni 2017). Revellers and detritus are seen near the Pyramid Stage at Worthy Farm in Somerset during the Glastonbury Festival in Britain, June 26, 2017. REUTERS/Dylan Martinez
(Bild: Dylan Martinez) Mehr...