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Umgerissener Mast schreckt Bahnbetreiber auf

Von Erwin Haas. Aktualisiert am 02.02.2012

Schneedruck ist gefährlich, das zeigte sich drastisch im Skigebiet Lungern-Schönbühl. Ein Geologe warnt nun die Betreiber von Bergbahnen.

Tonnenschwere Last: Pistenfahrzeuge müssen Liftmasten regelmässig vom Schnee befreien.

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In der Obwaldner Panoramawelt Lungern-Schönbüel hat meterhoher Schnee den Sesselbahnmast Nummer 17 samt Fundament talwärts gedrückt – für die Seilbahnbranche ein überraschendes Novum.

Angestellte bemerkten den Schaden am Vierer-Sessellift, der von der Mittelstation Turren zur Bergstation Schönbüel hinaufführt, am Sonntag noch vor Betriebsbeginn. Das Seil war am schrägen Mast aus den Führungsrollen gerutscht und beeinträchtigte auch zwei weiter unten stehende Pfeiler, wo sich beim morgendlichen Kontrolllauf drei Sessel ineinander verkeilten.

Masten entlasten

Der Geologe Beat Keller hat gestern in der «Neuen Obwaldner Zeitung» allen Bergbahnen empfohlen, «exponierte Masten vorsorglich vom Schneedruck zu befreien». Gründe für den Zwischenfall in Lungern waren offenbar der Druck der Schneemassen, die sich dort im Hang bis zu sieben Meter hoch türmen, und der weiche Boden, der sich wegen des warmen Winteranfangs zu wenig gefestigt hat. Peter Lienert, Leiter des Obwaldner Amts für Wald und Landschaft, bestätigt Kellers Befund. Das Phänomen, «dass der Schnee mit immenser Kraft selbst gut verankerte Pfosten wegdrückt», trete bei Heuseilen gelegentlich auf.

Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg haben ihre Masten laut Direktor Hans Beeri wie viele andere Bahnen im Land schon seit zwei Wochen mit Pistenfahrzeugen und Schaufeln vom tonnenschweren Schnee entlastet. Das müsse man überall tun in diesem Winter. Dieser habe im Dezember bei Wärme viel Schnee, dann Regen und schliesslich wieder Schnee gebracht, sodass sich auf Gleitschnee grosse Blöcke gebildet hätten. Dieser Gefahr sei man sich auch in Lungern-Schönbüel bewusst gewesen, sagt Paul Niederberger, Geschäftsführer der Panoramawelt. Die Risikomasten habe die Bahn gemäss den Auflagen aus dem Lawinengutachten regelmässig freigelegt: «Nicht der Schneedruck, sondern die mangelnde Entwässerung des Hangs war das Problem.»

Für Niederberger kam das Unglück kurz vor den Sportferien zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Doch er zeigte sich zunächst einmal froh, dass keine Gäste zu Schaden gekommen sind. Das Bundesamt für Verkehr gibt den Sessellift erst wieder frei, wenn mit Gutachten der sichere Betrieb nachgewiesen werden kann. Niederberger will den schrägen Mast entfernen lassen. Dann soll die Bahn bis Ende Saison mit 25 statt 100 Sesseln laufen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.02.2012, 12:09 Uhr

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