Wenn Kohle das Klima schützt

Im Kanton Zug soll Pflanzenkohle für bessere Luft und bessere Böden sorgen. Und sie ermöglicht die Produktion von energieeffizienten Trockenhackschnitzeln zum Heizen. Tagesanzeiger.ch/Newsnet besuchte die Testanlage.

«Die Kohle ist wie ein Schwamm»: Fredy Abächerli, Geschäftsführer der Firma Verora GmbH.
Video: Jan Derrer

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Im Video erklärt Fredy Abächerli von der Firma Verora GmbH, wie der Produktionsprozess in der Testanlage bei Neuheim abläuft. Das Rohmaterial für Pflanzenkohle stammt von Baum- und Strauchschnitt. Während der Herstellung bleibt ein grosser Teil des CO2 in der Kohle gebunden und wird nicht wie bei der Verbrennung an die Umwelt abgegeben.

Die Pflanzenkohle hat das Potenzial, als Düngemittel für bessere Böden zu sorgen. Dank ihrer porösen Struktur kann sie nämlich Nährstoffe aufsaugen und wieder abgeben. Mit Nährstoffen angereichert wird die Pflanzenkohle als Einstreu in Ställen oder als Beigabe in Kompostanlagen verwendet. Die Klimastiftung Schweiz ist überzeugt, dass Pflanzenkohle einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Klimaerwärmung leistet. Deshalb unterstützt sie die Verkohlungsanlage mit 180'000 Franken.

Fehlende Bewilligung, fehlende Gelder

Nicht nur in Bezug auf die CO2-Bilanz schneidet die Pflanzenkohle gut ab. Mit der Wärme, die bei der Verkohlung anfällt, werden Holzschnitzel für Heizungen getrocknet. Durch das Trocknen liefern sie mehr Energie und ermöglichen effizientes Heizen.

Noch fehlt aber die Bewilligung für den Verkauf der Pflanzenkohle als Bodenverbesserer. Sie wird jedoch im Dezember erwartet. Auch die genaue Wirkungsweise der angereicherten Pflanzenkohle im Boden ist noch unklar. Deshalb möchte die Fachstelle für Hortikultur der Hochschule ZHAW abklären, wie Pflanzenkohle optimal eingesetzt werden kann, um Nährstoffe im Boden zu behalten und Erosion zu verhindern. Bedingung ist jedoch, dass die Fachstelle für die Forschung Geld vom Bund erhält.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 15.11.2012, 10:29 Uhr)

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