An der eigenen Unfähigkeit gescheitert
Von Thomas Schifferle, Bloemfontein. Aktualisiert am 26.06.2010 52 Kommentare
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Dreieinhalb Wochen dauerte der Vorlauf der Schweizer auf diese Weltmeisterschaft, dreieinhalb Wochen des Trainierens, Hoffens und Mutmachens. Und dann war nach drei Spielen schon alles wieder vorbei. Die Schweiz schied gestern Freitag nach einem trostlosen 0:0 gegen Honduras aus.
Das Erreichen der Achtelfinals war ihr Ziel gewesen, ausgerufen von Trainer Ottmar Hitzfeld vergangenen Dezember nach der Auslosung der WMGruppen, in den Monaten danach wie ein Mantra heruntergebetet. Alle sagten sie, angefangen bei Hitzfeld, wenn sie dann einmal so weit seien, sei alles möglich. Jetzt geht es nur noch darum, den Abflug aus Südafrika zu organisieren.
Das Scheitern ist eine Enttäuschung, eine schwere sogar. Es passt nicht zum Ego und Ehrgeiz des Trainers, nicht zum Selbstverständnis der Spieler, die gerne dazu neigen, sich selbst besser zu sehen, als sie sind. Es steht vielmehr für die Unfähigkeit, die drei Punkte im ersten Gruppenspiel gegen Spanien, die Hitzfeld als Geschenk bezeichnete, erfolgreich zu verwalten. Und es ist letzten Endes blamabel. Wer gegen ein solch bescheidenes Honduras nicht einmal ein Tor zustande bringt, hat ein Weiterkommen nicht verdient.
Weniger als mit Köbi Kuhn
Ottmar Hitzfeld ist ein Trainer, der seit einem Vierteljahrhundert einem Gedanken verpflichtet ist: Wie kann er Erfolg haben? Nach dem 1:0 gegen den Europameister redete alles von ihm, alle lobten ihn, feierten ihn gar. Er selbst kümmerte sich lieber darum, alles zu kontrollieren und zu bestimmen, auch den Zugang der Medien zur Mannschaft. Er verfolgte die Politik grosser Klubs und grosser Nationalteams. Am Ende kam dabei nicht mehr heraus als 2006 in Deutschland mit Köbi Kuhn – weniger sogar, die Schweiz überstand damals wenigstens die Gruppenspiele.
An der Professionalität des Trainers fehlte es in Südafrika nicht, auch nicht am Fleiss. Er erzwang gegen Spanien das Glück mit dem Pragmatismus, den er seiner Mannschaft verordnete, mit seiner Interpretation des italienischen Catenaccio.
Seine Aura allein reichte aber gegen Chile nicht, um den saudischen Schiedsrichter Khalil al-Ghamdi davor zu bewahren, Valon Behrami für eine Nichtigkeit vom Platz zu stellen. Ihm ist vorzuhalten, dass er gegen Chile und Honduras nicht überzeugend coachte. Was der Mannschaft indes hauptsächlich fehlte, war ein entscheidendes Stück an Klasse und Qualität, an Spielern mit kreativen und athletischen Fähigkeiten.
Sie hatte in Diego Benaglio wohl einen überragenden Torhüter, sie hatte zumindest hart arbeitende Defensivspieler, das schon; aber es war kein Zufall, dass Hitzfeld auf Abwehrfussball gesetzt hatte. Er wusste um die Beschränkungen im Spiel nach vorne, um das Fehlen torgefährlicher Spieler im Mittelfeld, um die gesundheitlichen Handicaps von Alex Frei. Diese Limiten hatten gestern fatale Folgen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.06.2010, 12:22 Uhr
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52 Kommentare
Fährt jetzt nicht dem Hitzfeld an den Karren. Er hat es gut gemacht. Nur die Schweizer Kicker sind leider überheblich und überschätzen sich selbst ständig. Wenn ein Team im Vorfeld gegen Costa Rica verliert, gegen Spanien per Zufall gewinnt, dann kann man nicht auf mehr hoffen. Wie der Tagi schon klagt: Diese Kicker haben keinen Mut und keine Klasse. Antworten
Die Schweiz spielte wie in den letzten Jahren, auch in der Qualifikation. Ideenlos, ohne Konzept nach vorne, ohne Strategie wie man sich vor dem Tor Schanggsen erarbeitet. Eine ganz schwache, miese Vorstellung. Ich stelle die Trainerfrage, denn unter Köbi Kuhn gab es gepflegtes Klein-Klein-Spiel mit Rushes nach vorne. Aber was machen Hitzfeld? Barnetta und Huggel, anstatt Stocker und Shaqiri! Antworten





