WM 2010

Der Aufstand der «Hampelmänner»

Von Rolf Löffler. Aktualisiert am 25.06.2010

Vor dem entscheidenden WM-Gruppenspiel gegen die Schweiz hängt innerhalb der honduranischen Nationalmannschaft offenbar der Haussegen schief.

Zwist: Honduras Nationalcoach Reinaldo Rueda ist umstritten, auch innerhalb der Mannschaft.

Zwist: Honduras Nationalcoach Reinaldo Rueda ist umstritten, auch innerhalb der Mannschaft.
Bild: Keystone

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Die Eintracht im honduranischen Nationalteam vor dem kapitalen Match gegen die Schweiz ist gestört. Grund dafür sind Äusserungen des Spielers Víctor «Muma» Bernárdez. Beim Zusammenzug der Spieler gestern in Bloemfontein sagte der Profi vom RSC Anderlecht: «Ja, wir können die Schweiz besiegen, wenn der Trainer die richtigen elf Hampelmänner aufstellt.»

Mit dem Satz bezog er sich auf eine frühere Äusserung von Trainer Reinaldo Rueda, der vor einem Jahr gesagt hatte: «Wir sind in einem Teufelskreis mit den in Europa unter Vertrag stehenden Spielern gefangen. Wenn alles nur von diesen zehn internationalen Hampelmännern abhängt, können wir den Laden hier schliessen.» Gleichzeitig verteidigte Rueda damals einen früheren Entschluss, als er verschiedene Stars nicht zur Copa Oro 2008 aufgeboten hatte.

Beleidigte Berufsspieler

Das damals benutzte Wort «Hampelmänner» beleidigte die Auslandprofis und wirkt als schwelendes Malaise offenbar bis heute nach. Der bei Torino spielende Julio Cesar de León sprach ebenfalls davon, dass man nach der WM endlich mal ein paar Dinge klarstellen müsse.

Am Dienstag hatte Reinaldo Rueda dazu Edgar Álvarez an einer Pressekonferenz für seine Spielweise gegen Spanien kritisiert. Gestern gab es zwischen den beiden eine Aussprache auf dem Trainingsplatz und von weitem sah die Unterhaltung nicht sehr freundschaftlich aus, wie die Online-Ausgabe der honduranischen Tageszeitung «Diez» berichtet.

Die gestörte Harmonie im honduranischen Nationalteam könnte die weitere Arbeit des kolumbianischen Trainers beeinflussen. In einer Umfrage von «Diez» stellten sich 74 Prozent der Teilnehmer gegen den aktuellen Coach des Nationalteams. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.06.2010, 23:55 Uhr