WM 2010

Die lange Rückreise nach den langen Gesichtern

Von Sascha Rhyner, Vanderbijlpark. Aktualisiert am 26.06.2010

Die Enttäuschung war Alex Frei und Diego Benaglio auch mit einer Nacht nach dem enttäuschenden Ausscheiden aus der WM anzusehen. Die Verarbeitung werde noch mehrere Tage dauern.

Als sich Diego Benaglio ein letztes Mal auf das Podium im Event & Entertainment Center des Emerals Resorts hinsetzte, wo die SFV-Delegation mehr oder weniger täglich Hof gehalten hatte, sah man ihm an: Die Nacht in Bloemfontein muss kurz, der Rückflug Richtung Johannesburg wenig launig gewesen sein. Dunkle Ringe unter den Augen und ein starrer Blick. Die Fragen der Journalisten beantwortete er im gewohnten Stil sachlich und kurz.

Ob es für ihn nach drei sehr starken Auftritten und nur einem Gegentreffer doppelt bitter gewesen sein, wurde der Goalie gefragt. «Der Erfolg der Mannschaft steht im Vordergrund», antwortete Benaglio. Die Verarbeitung der Enttäuschung brauche noch etwas Zeit. Der Knackpunkt, hielt er immerhin noch fest, sei wohl das Chile-Spiel mit der roten Karte gewesen. «Mir fehlen jetzt die Worte», antwortete er auf eine andere Frage.

«Muss immer etwas Spezielles sein»

Etwas gefasster schien Alex Frei, der an der WM in drei Spielen nur auf 63 Einsatzminuten kam, die bevorstehende Heimreise zu verkraften. «Wir haben unser Ziel nicht erreicht. Aber wir dürfen jetzt auch nicht mit dem Schicksal hadern», meinte der Captain a.D. Einzig das Wort «éechec» der welschen Journalisten wollte er nicht gelten lassen. Misserfolg oder gar Versagen war dem Stürmer eine zu übertriebene Deutung.

«Es muss uns immer bewusst sein, dass es für die Schweiz etwas Spezielles ist, sich für eine Endrunde zu qualifizieren. Natürlich hat man dann am Turnier nicht nur den olympischen Gedanken», so Frei. Und er versicherte, dass dereinst eine Generation etwas an einer WM erreichen werde. «Eventuell nicht meine Generation», schob er noch nach.

Löwen-Park und Shopping-Tour

Nach dem letzten Interview-Termin durften die Spieler für das Nachtessen das Emerald-Resort erstmals seit der Ankunft in Südafrika am 10. Juni verlassen – die Reisen an die Spielorte ausgenommen. Um Mitternacht müssen sie jedoch zurück im Hotel sein. Für den Sonntag ist der freiwillige Besuch eines nahegelegenen Löwen-Parks vorgesehen. Für jene, die es vorziehen, letzte Einkäufe in Südafrika zu tätigen und Souvenirs einzukaufen, wird eine Shopping-Tour organisiert.

Die Rückreise ist fam Montag. Die Swiss schickt für das Schweizer Team Spezialflug nach Johannesburg. Abflug Richtung Schweiz mit dem Airbus A340 ist um 10.30 Uhr, die Landung in Zürich ist um 21.15 Uhr. Zusammen mit den Spielern werden auch mitgereiste Fans, Sponsoren und Journalisten vom Sonderflug profitieren können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.06.2010, 19:41 Uhr