«Viele deutsche Fussball-Fans haben Sympathien für die Schweiz»
Von Sascha Rhyner, Vanderbijlpark. Aktualisiert am 18.06.2010
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Schon am Tag nach Sensationserfolg stieg die Besucherzahl im Events & Exhibition Centre des Emerald Resort & Casino, wo das Schweizer Medienzentrum untergebracht ist, deutlich an. Journalisten aus Frankreich, Österreich, der Türkei und Schweden interessierten sich für die Medienkonferenz über Mittag. Und auch einen Tag später erklärte Hans-Günter Klemm, dass extra umgeplant habe. «Ich war für das Spiel Slowenien – USA vorgesehen gewesen, aber die Schweiz ist für uns nach dem Sensationssieg interessanter», so der Journalist des deutschen Fussball-Magazins «Kicker».
Er selber hatte das Spiel auf dem Nelson Mandela Square in Johannesburg verfolgt und festgestellt, dass die «Sympathien von Beginn an auf der Seite der Schweiz waren». Die Spanier hätten nicht schlecht gespielt, aber die Schweiz sehr gut dagegengehalten. Und er ist überzeugt, dass der Sieg auch in Deutschland sehr positiv aufgenommen wurde. Viele Schweizer Spieler seien schliesslich aus der Bundesliga bekannt. «Viele deutsche Fussball-Fans haben Sympathien für die Schweiz», ist Klemm überzeugt.
Chilenische Rechenspiele
Auch Helen Murray, die für BBC und World Radio Switzerland die SFV-Auswahl verfolgt, vermeldete aus ihrer Heimat erstaunte Rückmeldungen. «Ich erhielt zahlreiche SMS, dass ich Glück hätte, genau jetzt die Schweiz zu verfolgen», erklärte die Radio-Journalistin aus Wales. «Es war eine massive Überraschung zuhause. Die Briten haben vielleicht von Senderos, Behrami oder Fernandes von seiner Zeit bei Man City gehört, aber nichts vom Schweizer Fussball. Und vor allem hätten sie nie gedacht, dass die Schweiz Spanien schlagen kann», erklärte Murray im Sonnenschein von Vanderbijlpark.
Weniger Freude am Schweizer Sieg gegen Spanien hatten die chilenischen Journalisten. «Es ist furchtbar für Chile», meinte Cristian Arriagada. «Wenn wir gegen die Schweiz gewinnen, die Schweiz gegen Honduras siegt und wir noch Spanien verlieren, dann haben drei Teams sechs Punkte. Und dann werden jene Nationen weiterkommen, die gegen Honduras am meisten Tore geschossen haben. Wir erzielten eines, das ist das Problem», so der TV-Journalist. Die Schweiz schätzt er als defensiv sehr starkes Team ein, das physisch robust auftritt. Dagegen ortet er bei der eigenen Mannschaft genau in der Abwehrarbeit Mängel. «Und wenn der Gegner gut defensiv steht, dann hat das Team von Bielsa auch Mühe», verriet er noch.
«Schweizer machten keine Fehler»
Als eine Überraschung wertete auch José Prieto den Sieg der Schweiz. «Spanien darf sich jetzt an der WM keine Fehler mehr erlauben», so der Radio-Journalist. «Die Schweiz hatte einen glücklichen Tag, Spanien einen schlechten», fand er. «Aber die Schweizer machten auch einen sehr guten Job und verloren nie die defensive Ordnung. Sie machten keine Fehler», sagt Prieto. «Jetzt haben die Schweiz und Chile schon die erste Gelegenheit, einen Schritt Richtung Achtelfinals zu machen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.06.2010, 22:33 Uhr





