«...dann seid ihr überrascht, wenn er nichts sagt»
Von Sascha Rhyner, Vanderbijlpark. Aktualisiert am 23.06.2010 36 Kommentare
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Drei Spieler stellten sich am Tag nach der Niederlage in Port Elizabeth gegen Chile im Schweizer Medienzentrum in Vanderbijlpark den Medien. Alex Frei gehörte nicht dazu. Empfindlich kühl sind hier in Südafrika offensichtlich nicht nur die Nächte. Er will vorerst nicht mit den Medien sprechen, weil er nichts zu sagen habe. Die Traube um Medienchef Marco von Ah ist im Events and Exhibition Centre des Emerald Resort & Casino fast so gross wie um Diego Benaglio, Steve von Bergen und Gökhan Inler. Von Ah erklärt, Frei angefragt zu haben. Dieser habe vom Interesse der Medien an seiner Person Kenntnis genommen. Mehr gibt es zum Thema im Moment nicht zu sagen.
Entsprechend wurden die anwesenden Nationalspieler zum schweigenden Captain befragt. Gökhan Inler, der die Binde jeweils anstelle Freis trägt, ist der Diplomat. Er betont die Wichtigkeit von Alex Frei im Team. Doch auch dem Udinese-Söldner wird kaum entgangen sein, wie kühl ihm dieser bei der Auswechslung die Captainbinde übergab. Klar Stellung bezog dagegen Diego Benaglio. «Was ich schade finde ist, dass man gegenüber Alex zu wenig Respekt hat», sagte er. Frei sei immerhin der Rekordtorschütze der Schweiz.
Der Trainer toleriert Freis Schweigen
«Er ist einer, der immer hinsteht und sagt, was er denkt, der Klartext spricht», sagte Benaglio. «Dass er jetzt so schnell infrage gestellt wird, verstehe ich nicht», fuhr er fort. «Man sollte respektvoller miteinander umgehen.» Hinter vorgehaltener Hand ist jedoch zu hören, dass längst nicht alle im Nationalteam gleich denken. So habe ein Nationalspieler jüngst Frei in den Senkel gestellt, als dieser etwas sagte. So berichtete es jedenfalls angeblich ein Spieleragent einem anderen Reporter.
Auch war irgendwo zwischen Animal World, Medienzentrum und Hotel zu hören, die Nationalmannschaft habe zwei Captains. Alex Frei und Gökhan Inler. Es wäre wohl so zu deuten, dass Inler mehr die Wahl von Hitzfeld wäre. Entsprechend oft tritt der Solothurner auch an den Medienkonferenzen auf. Frei ist das Erbe aus der (erfolgreichen) Ära Kuhn, das Hitzfeld auch aus Respekt nicht antasten wollte. Nun toleriert der Trainer das Schweigen seines offiziellen Captains.
Von Frei gab es letztmals nach dem Trainingslager in Crans-Montana ein offizielles Statement. «Ich habe nicht mit ihm darüber gesprochen und weiss nicht, warum er nichts sagen will», sagte Benaglio. «Aber ich habe manchmal auch keine Lust, mich zu äussern. Aber wenn ein Spieler wie Alex, der normalerweise Klartext spricht, einmal nichts sagt, dann seid ihr natürlich überrascht.» Es sei durchaus bemerkt, dass sich Frei vor allem wegen seinen zuweilen fast krankhaften Ehrgeizes so hoch emporhievte. Seine Meriten sind mit 40 Länderspieltoren, Torschützenkönig in Frankreich und erfolgreicher Goalgetter in Dortmund mehr als bemerkenswert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.06.2010, 10:32 Uhr
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36 Kommentare
Statt sein Team zu loben, stellt sich Alex Frei oft und gerne in den Vordergrund und verweist auf seine Statistik. Zieht man die Tore gegen Zwergstaaten und die Elfer ab, zerbröckelt die Fassade jedoch rasch. Kitt und Teamgeist sind zentral für den Erfolg; darum besser ohne Häuptling Frei. Antworten
So hat Herr Frei sein Ziel ja erreicht, wenn er nichts sagt, reden die anderen oder die Presse über ihn. Wenn auch nicht über die Leistung eines Spielers dann wenigstens über vergangene Tore, die leider an dieser WM nicht zu den 1/8 Finals führen. Und das liegt nicht nur an Herrn Frei, auch die anderen Mitspieler sollten wenigstens so Ballsicher sein, dass er in den eigenen Reihen bleiben kann. Antworten





