Deutsche Stars spielen dem neuen Bundespräsidenten heile Welt vor
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 12.07.2010
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Die Weltmeister der Herzen sind intern zerstritten. Sie zeigten heute Morgen sogar den eigenen Fans die kalte Schulter. Um 6.16 Uhr landeten die Nationalspieler mit ihren Partnerinnen im neuen Airbus A-380 auf dem Frankfurter Flughafen. Der Riesenflieger trug die Aufschrift: «Danke für alles – thank you Deutschland.» Auch wenn der erhoffte goldene WM-Pokal nicht im Gepäck war, brachte zumindest Bayerns Shootingstar Thomas Müller zwei Titel mit nach Hause. Mit fünf Toren und drei Assists wurde er Torschützenkönig der WM. Der Torjäger wurde von der Fifa auch noch zum «besten jungen Spieler der WM» ausgezeichnet. «Das freut mich natürlich besonders, 40 Jahre nach Gerd Müller den Goldenen Schuh gewonnen zu haben. »
Zum Begrüssungskomitee gehörte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth. Die knapp 400 Fans, die am Flughafen ihre Lieblinge begrüssen wollten, wurden dagegen bitter enttäuscht. Die Stars verliessen das Flughafengebäude durch den Hinterausgang, was bissige Kommentare zur Folge hatte. Auch die extra angereiste Musiker-Gruppe «Uwu Lena» , die ihren Hit «Schland, o Schland» zur Bergüssung spielen wollte, liessen die Spieler im Abseits stehen. Franz Beckenbauer, die Lichtgestalt des deutschen Fussballs, hat für den Verzicht der Nationalmannschaft auf eine gemeinsame Abschlussparty mit den Fans überhaupt kein Verständnis. «Ich halte diese Entscheidung für falsch», sagt er klipp und klar.
Schweinsteiger kontert Lahm
Die deutschen Nationalspieler ignorieren ihre Fans. Dafür ziehen sie den internen Machtkampf um die Kapitänsbinde weiter. In das Duell zwischen dem verletzten Spielmacher Michael Ballack und WM-Captain Philipp Lahm mischt sich jetzt auch Bastian Schweinsteiger ein. Dieser nimmt klar Stellung für Ballack. «Ich denke, dass er ohne Verletzung unser WM-Kapitän gewesen wäre. Deshalb gehe ich davon aus, dass er nach dem Turnier die Binde wieder trägt.»
Das ist als klare Kritik Schweinsteigers an seinem Bayern-Kollegen Lahm zu werten. Dieser hatte einen Tag vor dem Halbfinale gegen Spanien angekündigt, dass er das Amt des Kapitäns nach der WM «nicht freiwillig» abgeben werde. Schweinsteiger hatte daraufhin Lahm offenbar zu sich zitiert. «Die Äusserung Lahms ist legitim. Aber der Zeitpunkt war für mich unpassend und hat mich sehr überrascht. Ich habe deshalb auch mit ihm darüber gesprochen.»
Aber weshalb schlägt sich Schweinsteiger so konsequent auf Ballacks Seite? Die Vermutungen gehen dahin, dass Schweinsteiger nach Ballacks WM-Forfait selbst gerne Kapitän geworden wäre. Lahm hat ihm diesen Rang schon bei den Bayern abgelaufen. Im Macht- und Intrigenspiel dürfte nach der Rückkehr Ballacks eine weiteres Kapitel geschrieben werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.07.2010, 14:32 Uhr





