Hat Robben einen Knacks fürs Leben?
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 13.07.2010
Robben wird in dieser 62. Minute zum grossen Verlierer. Und Spanien Weltmeister. Die Holländer, die schon zum dritten Mal in einem WM-Final standen, bleiben die ewigen Zweiten. Was für ein Drama. «Ein verlorenes Finale – es ist ja nicht das erste für mich», sagte der traurige Robben. Erst am 22. Mai scheiterte er mit den Bayern im Champions- League-Endspiel an Inter Mailand.
Robben hatte im WM-Final sogar noch eine zweite kapitale Chance. Doch wieder scheiterte er an Casillas. Er jammert immer noch über den englischen Unparteiischen Webb. «Der Schiedsrichter gab in dieser Szene Vorteil, aber den gab es nicht. Ich konnte mich kaum bewegen, und der Torhüter war schon zu nahe. Er hätte zuvor ein Foul von Puyol pfeifen und diesem die zweite gelbe Karte zeigen müssen», ärgerte er sich und setzte gleich noch einen drauf: «Wenn man einen WM-Final spielt, braucht man einen Weltklasseschiedsrichter. Und das, ich drücke mich vorsichtig aus, war in diesem Match nicht der Fall.» Mit dieser Aussage outete sich Robben auch noch als schlechter Verlierer.
Beckenbauer hofft auf Van Gaal
Robbens Versagen wirft Fragen auf. Kann er sich von dieser persönlichen Niederlage jemals wieder erholen? «Eine einzelne Szene kann einem Fussballer durchaus einen Knacks versetzen», sagt Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Er denkt auch an den Ghanaer Gyan, der in der letzten Minute der Verlängerung im Spiel gegen Uruguay einen Elfmeter an die Latte schoss, was das Ausscheiden bedeutete.
Beckenbauer hofft zumindest im Fall Robben auf Bayerns Trainer Louis Van Gaal, der während des Endspiels in Johannesburg auf der Tribüne sass. «Louis ist ein guter Psychologe. Er wird Robben wieder aufrichten.» Ob dem so ist, wird sich bald zeigen. Am 20. August startet die Bundesliga in die neue Saison. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.07.2010, 12:44 Uhr





