Netzer kritisiert Lahm aufs Schärfste
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 07.07.2010
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Das Beharren von Lahm auf die Kapitänsbinde wird auch von Bundestrainer Jogi Löw und Teammanager Oliver Bierhoff überhaupt nicht goutiert. Bierhoff spricht von einer unglücklichen Aktion Lahms. «Der Zeitpunkt ist sehr ungünstig», sagt der ehemalige Nationalstürmer. «Es freut uns zwar, dass Lahm das Amt des Kapitäns mit Freude ausübt und diese Verantwortung weiterhin übernehmen will», so Bierhoff. Er versucht zu schlichten und spricht von einer Fehlinterpretation. «Es ist schade, dass etwas zusammenkommt und zu Missinterpretationen führen kann», sagt Bierhoff.
Das Thema dürfe jetzt in der entscheidenden Phase der Weltmeisterschaft keine Rolle spielen. Der Status quo sei klar, verdeutlicht Bierhoff: «Lahm ist der WM-Kapitän und Michael Ballack ist der Kapitän.» Was in Zukunft geschehe, liege einzig und allein in der Kompetenz von Bundestrainer Jogi Löw.
Hat Lahms Aussetzer negative Auswirkungen auf die Mannschaft?
Auch ARD-Experte Günter Netzer bringt keinerlei Verständnis für Lahm auf. «Sein Vorpreschen war völlig deplatziert und absolut unnötig», kritisiert der Deutsche den linken Aussenverteidiger von Bayern München aufs Schärfste. «Lahm hätte wissen müssen, dass er mit einer solch unsinnigen Aktion für Unruhe sorgen würde», erklärt der ehemalige deutsche Nationalspieler gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
Netzer denkt nicht, dass Lahms Aussetzer negative Auswirkungen auf die Mannschaft haben wird. «Die Spieler haben an dieser Weltmeisterschaft ein gesundes Selbstvertrauen entwickelt», lobt er die junge deutsche Nationalelf. Diese gesunde Gruppe werde im Übrigen auch den Ausfall des gesperrten Thomas Müller mental wegstecken, obwohl dieser eine geradezu fantastische WM spiele, sagt Netzer. «Man kann nicht besser Fussball spielen wie Müller», lobt der Weltmeister von 1974 den 20-jährigen Shootingstar der Bayern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.07.2010, 19:07 Uhr





