Paraguay holt Geheimwaffen aus dem Arsenal
Von Rolf Löffler. Aktualisiert am 02.07.2010
Wie sag ichs auf Guaraní?
Ein paar Begriffe aus der Sprache des Fussballs:
Deutsch: spiel den Ball, Spanisch: pasa la pelota, Guaraní: embohasa
Deutsch: lauf rein, Spanisch: entra, Guaraní: eike
Deutsch: lauf raus, Spanisch: sal, Guaraní: esê
Deutsch: spiel rein, Spanisch: centra, Guaraní: epoi
Auch Wörter wie Jaguar, Tapir, Ananas, Maniok, Maracas, Maracuja und Piranha, die via Spanisch und Portugiesisch ins Deutsche eingeflossen sind, haben ihren Ursprung im Guaraní. (rol)
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Sie sprechen alle perfekt Spanisch, aber morgen im Viertelfinal wirds höchstens zu einem Gruss oder einer Beleidigung in der Sprache von Cervantes reichen. Sonst verständigen sich die paraguayischen Spieler ausschliesslich in ihrer zweiten Landessprache, dem Guaraní. Eine Geheimwaffe, die die paraguayische Nationalmannschaft immer anwendet, wenn es gegen einen spanischsprachigen Gegner ernst gilt.
Das bestätigen gemäss der Online-Ausgabe der spanischen Zeitung «elperiodico.es» argentinische, chilenische und uruguayische Spieler: «Man versteht absolut nichts». Und der paraguayische Stürmer und langjährige Bayern-Spieler Roque Santa Cruz (heute Manchester City) sagt dazu: «Das Guaraní ist für uns äusserst nützlich, vor allem, wenn es um Strategien geht. Für dieGegner ist es, als würden wir Japanisch sprechen.
Guaraní zu sprechen ist fast Verpflichtung in der «albirroja», der paraguayischen Nationalmannschaft. Und die Spieler empfinden es als Privileg, eine zweite Landessprache sprechen zu dürfen. Santa Cruz: «Es gibt kein Land in Südamerika, das die Sprache der Einheimischen so stark fördert, pflegt und unterstützt wie Paraguay.»
In vielen Gebieten, vor allem im Landesinneren, ist Guaraní stärker verbreitet als Spanisch. Rund acht Millionen Menschen beherrschen die Sprache, ausser in Paraguay wird es auch in Teilen von Argentinien, Brasilien und Bolivien gesprochen. Sogar der argentinische Nationaltrainer von Paraguay, Gerardo Tata Martino, hat die Sprache gelernt und kann sich darin verständigen.
Riquelme will sich ausziehen
Neben Guaraní hat Paraguay noch eine weitere Geheimwaffe im Arsenal. Der prominenteste Fan, Topmodel Larissa Riquelme, macht mit einer vollmundigen Ankündigung der «albirroja» vor dem Viertelfinal gegen Spanien Beine: «Wenn Paraguay in den Halbfinal kommt, ziehe ich mich aus.»
Riquelme will dann ihre ohnehin schon sehr engen Shirts in Paraguays Nationalfarben durch Body-Painting ersetzen. Das freizügige Spektakel soll nicht irgendwo stattfinden, sondern in aller Öffentlichkeit auf der «Plaza de la Democracia» im Zentrum von Asunción. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.07.2010, 16:52 Uhr








