Busacca pfeift einen Penalty und zeigt Rot – Südafrika verliert 0:3
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 16.06.2010
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
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Südafrika droht als erstem WM-Gastgeber das Aus nach der Vorrunde. In der Hauptstadt Pretoria unterlag die «Bafana Bafana» im zweiten Spiel der Gruppe A Uruguay 0:3 und ist damit im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich zum Siegen gezwungen.
Jedes Mal, wenn die Südafrikaner in der zweiten Halbzeit nur in die Nähe des von Fernando Muslera gehüteten Uruguay-Tores kam, wurde das Getröte aus den Vuvuzelas noch etwas lauter. Meistens war aber der Wunsch nach dem Ausgleich der Vater des Gedankens, richtig gefährlich wurde es vor dem Keeper von Lazio Rom mit Ausnahme eines Kopfballs von Katlego Mphela von den Mamelodi Sundowns (66.) praktisch nie.
Die Entscheidung fiel zehn Minuten vor Schluss: Stürmer Luis Suarez wurde von Itumeleng Khune unmittelbar vor dem Tor gefoult. Der Goalie wurde von Ref Massimo Busacca für die Notbremse folgerichtig unter die Dusche geschickt, den fälligen Foulpenalty verwertete Diego Forlan souverän zur Entscheidung unter die Latte und sicherte seinem Land so den erst zweiten Sieg in den letzten 18 WM-Endrundenpartien. Der grosse Hoffnungsträger der Uruguayer ist damit der erste Doppeltorschütze der WM und alleiniger Leader im Torschützenklassement. Das 0:3 von Alvaro Pereira in der Nachspielzeit erlebten dann bei Minustemperaturen viele der lokalen Supporter nicht mehr live mit.
Die Einheimischen hatten sich zwar redlich bemüht, es fehlte aber schlichtweg an der nötigen Klasse. Praktisch alle Offensivlast lag auf den Schultern von Everton-Söldner Steven Pienaar, der von der massierten und gut organisierten Uruguay-Abwehr mehrheitlich kontrolliert wurde. Als Pienaar dann nach der Roten Karte gegen Khune dem Ersatzkeeper geopfert wurde, kam dies einer spielerischen Bankrotterklärung gleich.
Nur zu gerne hätte das Team des Brasilianers Carlos Alberto Parreira seinem Volk am historischen 16. Juni einen Sieg geschenkt. Genau an diesem Tag vor 34 Jahren hatten rund 15 000 Schüler in Soweto gegen die Apartheid demonstriert, 500 Jugendliche bezahlten das Aufbegehren mit dem Leben.
Am guten Willen fehlte es den gegenüber dem Startspiel nur auf einer Position veränderten Südafrikanern an diesem «Tag der Jugend» keinesfalls, die Durchschlagskraft ging ihnen aber ab. In der ersten Halbzeit kreierte das Team drei bestenfalls mittelmässige Chancen: Zwei durch Siphiwe Tshabalala, den Torschützen aus dem Eröffnungsspiel, eine durch einen Kopfball von Lokalmatador Katlego Mphela von den Mamelodi Sundowns.
Im Vergleich zum Startspiel gegen Frankreich (0:0) hatte Uruguays Trainer Oscar Washington Tabarez seiner Equipe eine deutlich offensivere Spielweise verschrieben. Der 63-Jährige lancierte nebst Suarez den Serie-A-Professional Edinson Cavani (Palermo) als zweiten Stürmer, Superstar Forlan agierte leicht hinter diesem Duo.
Gerade Suarez schien von dieser Massnahme zu profitieren: Der «Akkord-Torschütze» von Ajax Amsterdam (35 Tore letzte Saison) spielte mit wesentlich mehr Zug aufs Tor als am Freitag, war auch trickreicher und kam in der ersten Halbzeit zu zwei guten Chancen.
Den Führungstreffer erzielte aber sein prominenterer Partner: Der überragende Forlan übernahm den Ball 25 Meter vor dem Tor und bewies seinen grossen Drang aufs Tor mit einem schnellen und harten Schuss. Der Blondschopf hatte dabei noch etwas Glück, dass der Ball durch Südafrikas Rekord-Internationalen Aaron Mokoena abgelenkt wurde und sich unerreichbar hinter Khune ins Netz senkte (24.). (si) -
Busaccas Leistung war solid. Nur könnte dem Penalty und der roten Karte gegen Khune ein Offside des gefoulten Suarez vorangegangen sein. Ob allerdings Cavani den Ball wirklich noch auf Suarez verlängert hatte, konnten selbst dei Zeitlupeneinstellung nicht restlos auflösen.
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Abpfiff
Uruguay schlägt Südafrika 3:0.
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95'
0:3
ALVARO PEREIRA! Auf Vorarbeit des überragenden Forlan drückt Alvaro Pereira den Ball irgendwie über die Linie.
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94'
Die Mehrzahl der Vuvuzelas ist inzwischen verstummt. Und der starke Forlan wird im letzten Moment am Hattrick gehindert. Corner.
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91'
Gargano ersetzt nun noch Perez.
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90'
Südafrika hat heute schlicht zu wenig geboten, konnte die gute Abwehr von Uruguay nicht beunruhigen.
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89'
Wechsel
Cavani überlässt seinen Platz dem zweiten Fernandez, Sebastian, seinen Platz.
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80'
0:2
Forlan wird den Penalty treten... TOR! Diego Forlan verwandelt den Elfmeter sicher. Er ist der erste zweifache Torschütze des Turniers.
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78'
Wechsel
Ein Ersatzkeeper muss kommen. Pienaar geht. Josephs kommt rein.
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76'
Rote Karte
Khune legte Suarez. Der Torhüter Südafrikas sieht Rot. Busacca hat das wohl richtig gesehen. Die Frage ist, ob Suarez im Offside gewesen war.
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76'
Penalty
Penalty für Uruguay!
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74'
Südafrika drängt Uruguay jetzt immer mehr zurück.
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73'
Corner für die Gastgeber. Die Vuvuzelas werden lauter. Noch lauter. Viel Lärm um nichts, lässt sich nach dem schwachen Eckball sagen.
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70'
Wechsel
Der angeschlagene Fucile muss vom Platz. Fernandez ersetzt ihn. Alvaro Fernandez um genau zu sein.
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67'
Möglichkeit für Südafrika. Mphela kann sie nicht nutzen.
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63'
Fucile bleibt nach einer Attacke von Dikgacoi verletzt liegen. Busacca lässt Südafrikas Abräumer, der bereits verwarnt ist, ungeschoren davonkommen.
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60'
Die Südafrikaner hinterlassen schon einen etwas harmlosen Eindruck. Parreiras Entscheidung, Benni McCarthy nicht für die WM zu nominieren, scheint deshalb schon ein wenig fragwürdig. Auch wenn sich der Blackburn-Stürmer offenbar Disziplinlosigkeiten erlaubte.
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57'
Wechsel
Der Schrecken der schreibenden Zunft, Reneilwe Letsholonyane, geht vom Platz. Moriri ersetzt ihn.
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54'
Uruguays Verteidiger Lugano kommt nach einem Forlan-Freistoss frei zum Kopfball. Er trifft den Ball aber alles andere als optimal. Corner.
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49'
Mokoena foult Suarez. Und der bereits verwarnte Dikgacoi diskutiert eifrig mit Busacca. Keine gute Idee des Fulham-Spielers. Suarez blutet und muss sich ausserhalb des Feldes pflegen lassen.
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48'
Fehler von Mokoena. Suarez spielt den Ball zur Mitte, wo Cavani am erfolgreichen Torschuss gehindert wird.
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Anpfiff
Weiter geht's!
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Abpfiff
Uruguay führt nach einem leicht abgefälschten Schuss von Forlan zur Pause gegen Südafrika 1:0.
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43'
Gelbe Karte
Dikgacoi legt Suarez und sieht Gelb. Damit ist er im dritten Spiel gegen Frankreich gesperrt.
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42'
Wie Busacca hat auch Uruguay das Spiel ziemlich gut im Griff.
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36'
Busacca hat das Spiel bisher gut im Griff.
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34'
Corner für Südafrika.
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33'
Suarez kommt zum Schuss. Der Ball landet im Netz, im Aussennetz.
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30'
Diego Forlan hat schon eine erstaunliche Entwicklung durchlebt in den letzten Jahren. Bei Manchester United hatte er sich nicht durchsetzen können, hatte aber mit seiner Leidenschaft und zwei Toren gegen Liverpool die Herzen der Fans erobert. Danach wurde er in Spanien bei Villarreal zum Goalgetter und schoss jetzt Atletico Madrid zum Sieg in der Europa League.
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24'
Tor!
0:1
FORLAN! Für gewöhnlich spricht dabei von einem T«or aus heiterem Himmel». Uruguays Starstürmer Diego Forlan überraschte Torhüter Khune mit einem wuchtigen, abgefälschten Distanzschuss. Khune war nicht einmal mehr zu einer Reaktion fähig.
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16'
Tshabalala kann mit seinem Schlenzer Torhüter Muslera nicht beunruhigen.
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15'
Wenn man an die Ausgangslage in dieser Gruppe (zwei Unentschieden zu Beginn) bedenkt, ist es verständlich, dass hier beide Teams nicht verlieren wollen.
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14'
Uruguay ist die spielbestimmende, etwas aktivere Mannschaft. Südafrika ist sehr defensiv ausgerichtet. Tshabalala, der erste Torschütze dieser WM, versucht es nun mit einem Distanzschuss. Erfolglos.
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12'
Spielerisch hat die Partie bisher noch keine Glanzpunkt gesetzt. Aber wir Schweizer sollten uns vielleicht nach der erfolgreichen Abwehrschlacht der Nati gegen Spanien nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
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9'
Das Spiel ist hart umkämpft. Busacca muss es mit seiner Pfeife den Vuvuzelas gleichtun.
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7'
Suarez wird von Forlan schön angespielt. Der Ajax-Goalgetter schiesst aber am Tor vorbei.
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7'
Auch der zweite Versuch Forlans wird abgeblockt. Diesmal korrekt.
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6'
Gelbe Karte
Pienaar stürmt aus der Mauer und blockt Forlans Schuss. Dafür gibt es Gelb.
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5'
Freistoss für Uruguay.
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2'
Ich muss Ihnen gestehen, dass ich immer noch ein bisschen mitgenommen bin vom Schweizer Spiel. Ich hoffe, dass es Schiedsrichter Massimo Busacca nicht gleich ergeht.
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Anpfiff
Los geht's! Busacca hat das Spiel freigegeben.
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Die Spieler stehen auf dem Platz. Jetzt wird gesungen. Zeit der Hymnen.
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Die Teams stehen im Kabinengang bereit. Die Südafrikaner singen.
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Die Aufstellungen
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In Pretoria, in ihrer Hauptstadt, dürfen die Südafrikaner auf keinen Fall verlieren. Nach ihrem 1:1 im Startspiel gegen Mexiko würde sie eine Niederlage in arge Rücklage bringen, zumal sie bei ihrem letzten Vorrunden-Auftritt am 22. Juni noch auf den Gruppen-Favoriten Frankreich treffen. Uruguay seinerseits hat den Franzosen in seinem Auftaktsspiel ein 0:0 abgetrotzt.
«Wir werden viel ruhiger in diese zweite Partie gehen», ist Südafrikas bei Everton in der in der englischen Premier League engagierter Starspieler Steven Pienaar überzeugt. "Im ersten Spiel waren wir alle sehr nervös. Die meisten von uns bestritten ihren ersten WM-Endrunden-Match." Das traumhafte Tor von Siphiwe Tshabalala gegen Mexiko hat viel von der Verunsicherung genommen, die vor ein paar Monaten noch spürbar war.
In Südafrika ist derzeit die Euphorie grösser als die Angst vor dem Ausscheiden. Besonderer Ansporn soll auch das Datum der Affiche sein. Der 16. Juni hat historische Bedeutung. An diesem Tag vor inzwischen 34 Jahren hatten rund 15 000 Schüler im Township Soweto gegen die Apartheid aufbegehrt, mehr als 500 Jugendliche kamen damals ums Leben. «Hoffentlich holen wir drei Punkte und schenken der ganzen Nation eine Riesen-Feier», sagt Pienaar.
Trainer-Veteran Carlos Alberto Parreira, als 67-Jähriger neben Otto Rehhagel der einzige WM-Trainer über dem Schweizer Pensionsalter, will dem Duell gegen Uruguay etwas Pathos nehmen, denn die Last, eine ganze Nation zu enttäuschen, war schon vor dem Eröffnungsspiel riesig. Gegenüber jener Partie wird er wohl Linksverteidiger Lucas Thwale durch Tsepo Masilela ersetzen, ansonsten bleibt das Team unverändert. Gegen Uruguay hat Südafrika erst zwei Mal gespielt. Ein 0:0 gab es vor drei Jahren in einem Testspiel in Johannesburg, zudem eine 3:4-Niederlage 1997 im Confederations Cup in Riad in Saudi Arabien.
Uruguay will nach dem 0:0 gegen Frankreich offensiver auftreten. Trainer Oscar Tabarez nominiert gegen Südafrika einen zusätzlichen dritten Stürmer. «Ich habe die Startelf dem Gegner angepasst», erklärte Tabarez seine angriffige Massnahme. Edinson Cavani vom italienischen Serie-A-Klub Palermo soll neben Luis Suarez stürmen, dahinter dürfte in leicht zurückhängender Position Atletico Madrids Starstürmer Diego Forlan agieren. Forlan hatte in der Offensive gegen Frankreich als Einziger überzeugt. Für Uruguay sollte endlich wieder einmal ein Endrundensieg her. Von ihren letzten 17 Spielen haben sie nur gerade eines gewinnen können.
Geleitet wird die Partie vom Tessiner Schiedsrichter Massimo Busacca, der somit gleichentags wie die Schweizer Nationalmannschaft zum ersten Einsatz kommt. Der 41-Jährige pfeift seine vierte WM-Partie, nachdem er 2006 für drei Vorrundenspiele berücksichtigt worden war. (Si)
Erstellt: 16.06.2010, 20:20 Uhr








