Das Fussballwunder bleibt aus
Von Jonas Racine. Aktualisiert am 25.06.2010
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
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Die «Elefanten» hätten neun Tore erzielen und auf eine Niederlage von Portugal hoffen müssen, um noch Zweiter zu werden. Stattdessen gewannen sie «nur» 3:0.
Zu seinem ersten und vorerst letzten WM-Auftritt für die Elfenbeinküste kam der ex-YB-Stürmer Seydou Doumbia. Er wurde in der 79. Minute für Romaric eingewechselt und stand auf dem Platz, als Kalou (82.) das 3:0 für die Afrikaner erzielte. Zudem schoss der zukünftige Spieler des ZSKA Moskau das vermeintliche 4:0 (86.), das aber richtigerweise wegen einer Offside-Position nicht gegeben wurde.
Der Wille, das Unmögliche noch möglich zu machen, war bei der Elfenbeinküste von Beginn weg vorhanden. Bereits nach 22 Sekunden gab Abdelkader Keita den ersten Schuss aufs Tor ab, die Afrikaner kamen im Minuten-Takt zu Torchancen. Ein Tor von Didier Drogba wurde in der 11. Minute wegen eines Offsides aberkannt, aber drei Minuten später gelang Yaya Touré das 1:0.
Bereits in der 18. Minute folgte das 2:0 durch Romaric, der einen Abpraller von der Latten-Unterkante ins Tor köpfte. Allerdings hätte es zu diesem Zeitpunkt auch schon 4:0 stehen können: Romaric hatte kurz vor seinem Tor nur den Pfosten getroffen. Vor der Pause (38.) traf auch Gervinho nur die Torumrandung. (si) -
Telegramm
Nordkorea - Elfenbeinküste 0:3 (0:2)
Mbombela, Nelspruit. - 34 763 Zuschauer. - SR Undiano (Sp). - Tore: 14. Yaya Touré 0:1. 20. Romaric 0:2. 82. Kalou 0:3.
Nordkorea: Ri Myong-Guk; Cha, Pak Chol-Jin, Ri Jun-Il, Ri-Kwang- Chon, Ji; An, Pak Nam-Chol, Mun (68. Choe); Hong; Jong.
Elfenbeinküste: Barry; Eboué, Kolo Touré, Zokora, Boka; Romaric (79. Doumbia), Yaya Touré, Tioté; Keita (64. Kalou), Drogba, Gervinho (64. Dindane).
Bemerkungen: Elfenbeinküste ohne Demel (verletzt). Offside-Tore von Drogba (11.) und Doumbia (86.) aberkannt. Pfostenschüsse Romaric (17.) und Gervinho (38.). -
95'
Abpfiff
Es ist aus. Beide Mannschaften verabschieden sich von der WM.
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94'
Drogba kommt noch zu einem Kopfball. Solche Chancen hat der Sturmtank auch schon verwertet.
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90'
Ri liegt am Boden und muss gepflegt werden. Der gute Mann ist mehr als einmal mit Drogba zusammengestossen. Fünf Minuten werden nachgespielt.
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86'
Da wäre fast das 4:0 gefallen und Torschütze wäre erst noch Seydou Doumbia gewesen. Es war jedoch offside.
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82'
Tor!
KALOU! Der Chelsea-Stürmer trifft nach einer schönen Flanke von der linken Seite. Torwart Ri fliegt ins Leere.
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81'
Jong verpasst den Anschlusstreffer Nordkoreas nur knapp.
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79'
Wechsel
Doumbia kommt für Romaric. Es ist der erste WM-Einsatz für den ehemaligen YB-Star.
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78'
Zudem fehlt ihnen ja auch noch die Kleinigkeit von sechs Toren. Das kann der Motivation schon mal einen Dämpfer geben.
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76'
Mir scheint, dass der Glaube bei den Ivorern verloren gegangen ist. Verständlich, denn sie warten noch immer auf die gute Nachricht aus Durban, wo Brasilien mit Portugal grosse Mühe bekundet.
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71'
Kalou probierts mit einem Weitschuss. Ri pariert mit Mühe.
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67'
Wechsel
Wechsel bei Nordkorea: Kum Chol kommt für In Guk.
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65'
Wechsel
Nicht Doumbia soll es richten. Salomon Kalou von Chelsea kommt für Keïta und Gervinho macht für Dindane platz.
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62'
Aus ungestüm ist behäbig geworden. Die «Elefanten» passen zu oft quer. Da wird es kaum noch brenzlig im gegnerischen Strafraum. Da könnte doch der schnelle Doumbia Abhilfe schaffen...
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60'
Sie trauen sich sogar vermehrt in die Offensive, doch richtig gefährlich ist es noch nicht geworden.
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59'
Nordkorea hat sich besser auf die ungestümen Ivorer eingestellt.
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53'
Tae Se prüft Barry mit einem Distanzversuch der harmloseren Sorte.
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50'
Das Anstampfen der «Elefanten» geht unverändert weiter.
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46'
Die erste Strafraumszene folgt sogleich: Keïta kann die Vorlage von Gervinho nicht verwerten.
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46'
Anpfiff
Weiter gehts.
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Telegramm
Nordkorea - Elfenbeinküste : (0:2)
Mbombela, Nelspruit. - Zuschauer. - SR Undiano (Sp). - Tore: 14. Yaya Touré 0:1. 20. Romaric 0:2.
Nordkorea: Ri Myong-Guk; Cha, Pak Chol-Jin, Ri Jun-Il, Ri-Kwang- Chon, Ji; An, Pak Nam-Chol, Mun; Hong; Jong.
Elfenbeinküste: Barry; Eboué, Kolo Touré, Zokora, Boka; Romaric, Yaya Touré, Tioté; Keita, Drogba, Gervinho.
Bemerkungen: Elfenbeinküste ohne Demel (verletzt). 17. Pfostenschuss Romaric. -
46'
Abpfiff
Die erste Hälfte ist vorbei. Die Elfenbeinküste agiert sehr druckvoll und hatte Chancen, die eigentlich für eine ganze Gruppenphase ausreichen müssten. Die mangelnde Effizienz könnte damit zum Stolperstein für die Ivorer werden.
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43'
Die Nordkoreaner verteidigen sich besser als zu Beginn der Partie. Sie wollen eine weitere Schmacht verhindern, das sieht man.
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41'
Das würde auch den Druck auf Portugal erhöhen. So fehlen den Ivorern weiterhin sechs Tore – vorausgesetzt Brasilien besiegt die Portugiesen mit einem Tor Vorsprung.
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38'
Gervinho klebt das Pech weiterhin an de Schuhen. Sein Abschluss geht an den Aussenpfosten. Die «Elefanten» könnten gut und gerne mit 5:0 führen, wenn sie etwas sorgsamer mit ihren Möglichkeiten umgingen.
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37'
Langsam müsste das nächste Tor fallen. Drogba mit einer schönen Einzelaktion. Er tankt sich auf der Grundlinie durch, vertändelt den Ball jedoch.
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31'
Keïta hat das 3:0 auf dem Fuss. Er versucht es mit einer Direktabnahme, doch das Risiko wird nicht belohnt.
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27'
Noch immer wartet die Mannschaft von Sven Göran Eriksson auf brasilianische Hilfe. Wenn die «Seleção» nicht gewinnt, können Drobga und Konsorten noch so viele Tore erzielen. Es hilft nichts.
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24'
Yong Jo erweist sich als wahrhafter Freistoss-Spezialist. Erneut zischt sein Ball nur knapp am Ziel vorbei. Barry im Tor der Ivorer macht keine Bewegung.
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20'
Tor!
0:2
ROMARIC! Der Angreifer vom FC Sevilla verwertet nach einem Lattenknaller Drogbas mit dem Kopf.
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19'
Erstes Lebenszeichen der Nordkoreaner: Ein Freistoss von Yong Jo fliegt haarscharf am Lattenkreuz vorbei.
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17'
Es ist schwierig bis unmöglich, alle Chancen der Ivorer zu beschreiben, denn diese erfolgen wortwörtlich im Minutentakt. Soeben traf Romaric den Pfosten.
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14'
Tor!
0:1
TOURÉ! Der Mittelfeldspieler vom FC Barcelona schlenzt den Ball von der Strafraumgrenze flach ins rechte Eck.
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12'
Da war die vermeintliche Führung für die Elfenbeinküste. Drogba stand jedoch im Abseits.
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10'
Da kullert das Leder der Linie entlang! Gervinho passt zu Mitte aber keiner kann den pfannenfertig hingelegten Ball versenken.
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8'
Seydou Doumbia sitzt erneut auf der Bank. Sven-Göran Eriksson schenkt anderen Stürmern das Vertrauen.
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5'
Der Ball ist fast ausschliesslich im Besitz der «Elefanten» und liegt bei geschätzen 80% des bisherigen Spiels.
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3'
Die Elfenbeinküste ist also auf gütige Schützenhilfe Brasiliens angewiesen. Diese müssen Portugal nicht nur hoch schlagen sondern auch noch haufenweise Tore schiessen. Nur dann können die Ivorer hoffen.
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1'
Und die Ivorer legen los! Keïta vergibt ein gute Chance.
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1'
Eine Differenz von drei Punkten und neun Toren trennt die Elfenbeinküste von Portugal.
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1'
Anpfiff
Los gehts.
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Vor dem Spiel
Schiedsrichter ist Alberto Mallenco aus Spanien.
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Vor dem Spiel
Die Nationalhymnen ertönen im Mbombela Stadion in Nelspruit. Diesmal sucht man bei den Nordkoreanern vergeblich nach zu Tränen gerührten Spielern.
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Die Aufstellungen
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Vor dem Spiel
In Nelspruit kann es sowohl für die Elfenbeinküste als auch für Nordkorea nur noch darum gehen, die WM zu einem versöhnlichen Ende zu bringen. Die Afrikaner, die schon an der WM 2006 in eine schwere Gruppe eingeteilt waren und damals an Argentinien und Holland scheiterten, können wohl nicht einmal mehr aus der Theorie Hoffnung schöpfen. Sie könnten zwar nach Punkten noch mit Portugal gleichziehen, aber die Tordifferenz lässt sich nur noch mit einem Wunder aufholen. Portugal steht bei 7:0, die Elfenbeinküste bei 1:3.
Zudem ist damit zu rechnen, dass die Nordkoreaner mit einer ähnlich defensiven Mannschaft zu Werke gehen wie beim ehrenvollen 1:2 gegen Brasilien. Und in physischer Hinsicht werden sie wohl anders auftreten als beim 0:7 gegen Portugal. In jenem Spiel beging Nordkorea nur drei Fouls – bisheriger Fairness-Rekord in Südafrika. Im Land des «geliebten Führers» Kim Jon-Il goutierte man dies nicht. Der Fernseh-Reporter stellte nach dem 0:4 seine Arbeit ein und schwieg fortan, die Nachrichtenagentur verzichtete auf jegliche Berichterstattung. (si)
Erstellt: 25.06.2010, 15:52 Uhr








