WM 2010

WM-Pokal und spanische Ehrenbürgerschaft für Orakel Paul

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 13.07.2010

0,4 Prozent ist die Chance, dass ein Tipper bei acht Spielen acht Mal richtig liegt. Tintenfisch Paul schaffte dies und geniesst nun in seinem Aquarium den Tipper-Ruhestand.

1/15 Mit acht richtigen Vorhersagen war Tintenfisch Paul der überraschende Star der WM.
Sea Life, Oberhausen

   

Kein Medium, kein Land, das sich im Verlauf der WM nicht für die Resultattipps von Oktopus Paul interessiert hätte. Bei acht Spielen sagte der Tintenfisch den richtigen Ausgang vorher, was die Aufmerksamkeit und auch die Liebe oder im Falle der Verlierer die Feindseligkeit zusätzlich steigerte. Den Lohn für die richtigen Tipps gab es für den Octopus vulgaris in Form eines WM-Pokals in seinem Aquarium.

«Paul hat die Aufmerksamkeit sehr genossen aber nun wird er wieder seinem alten Job nachgehen, viele Besucher begeistern und den Kindern ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern», so Tanja Munzig, die Pressesprecherin vom Sea Life Oberhausen. Orakel Paul bleibt dem Sea Life Oberhausen auch weiterhin erhalten. Wer den Kraken einmal live erleben möchte, kann dies täglich ab 10 Uhr tun.

Die kleine nordwestspanische Gemeinde Carballiño hat den weltberühmten Tintenfisch zum «Ehrenbürger» erklärt. Der Entscheid des Stadtrates sei einstimmig gefallen, berichtete die örtliche Presse am Dienstag.

Steit um die Herkunft

Mit der Anerkennung wolle sich der Ort nahe Orense, der ausgerechnet von der Tintenfisch-Verarbeitung lebt, dafür bedanken, dass «Pulpo Paul» den WM-Sieg Spaniens richtig vorhergesagt habe.

Bürgermeister Carlos Montes will zudem ins deutsche Oberhausen reisen, um dem Kraken eine Auszeichnung zu überreichen. Sie besteht aus einer durchsichtigen Urne, wie sie bei Pauls Vorhersagen benutzt wurde, aber mit dem Wappen Carballiños.

Allerdings gibt es auch neue Unruhen um Paul. Ersten Informationen zufolge stammt er aus den Kanalgewässern vor Englands Küste, wo er 2008 gefangen worden war. Nun meldete sich aber eine Zootierfängerin, die behauptet Paul im April dieses Jahr vor Elba gefangen zu haben. Demnach wäre der erfolgreiche Tipper nicht schon zweieinhalb Jahre, sondern erst rund vier Monate alt. Der Gewöhnliche Krake wird in freier Natur bis zu zwei Jahre alt, kann in Gefangenschaft aber auch dreijährig werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.07.2010, 12:09 Uhr