Corine Mauch hat den US-Pass zurückgegeben

Die SP-Stadtpräsidentin ist jetzt neu nur noch in Zürich zu Hause – und auf dem Papier auch im Aargau. Sie muss in den USA keine Steuern mehr bezahlen.

Blauer Pass, nein danke: Corinne Mauch verzichtet auf ihre zweite Staatsbürgerschaft.

Blauer Pass, nein danke: Corinne Mauch verzichtet auf ihre zweite Staatsbürgerschaft. Bild: Keystone

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Ihre Kindheit hat sie im Aargau sowie in Amerika verbracht. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) wurde am 28. Mai 1960 in Iowa City im gleichnamigen US-Bundesstaat geboren. Sie war automatisch schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und musste deswegen bei der US-Steuerbehörde jährlich eine Steuererklärung einreichen. Davon ist sie nun entbunden.

Corine Mauch bestätigt Informationen des «Tages-Anzeigers», wonach sie den US-Pass abgegeben hat. Somit ist ihre US-Staatsbürgerschaft erloschen. Sie sagt: «Bei den letzten Präsidentschaftswahlen in Amerika habe ich mir die Frage gestellt, wo ich daheim bin. Und die Antwort ist klar: in Zürich und in der Schweiz.» Ihre Verbundenheit mit den USA sei einzig auf die früheste Jugend beschränkt. Aus diesem Grund habe sie auch an der letzten US-Präsidentschaftswahl im vergangenen November nicht teilgenommen. Mauch ist der Ansicht, dass die Menschen vor allem dort gesellschaftlich und politisch mitwirken sollten, «wo sie tatsächlich leben». Sie selber lebt seit bald dreissig Jahren in Zürich.

«Circa nochmals halb so viel»

Bei ihrem Entscheid, auf die US-Staatsbürgerschaft zu verzichten, hätten die Doppelbesteuerung oder allenfalls verschärfte Richtlinien zur Besteuerung von US-Bürgerinnen und -Bürgern ausserhalb der USA nicht den Ausschlag gegeben. «Aber ich werde die US-amerikanische Steuerbürokratie auch nicht vermissen.» Als sie auf der US-Botschaft in Bern die «vielen Formulare» ausgefüllt habe, «war man sehr hilfsbereit und hat auch Bedauern ausgedrückt». Auf die Frage, wie viel Geld sie jährlich den Vereinigten Staaten abliefern musste, antwortet Corine Mauch: «Der Betrag war nicht astronomisch, aber auch nicht nichts, circa nochmals halb so viel wie die Schweizer Steuern.» Als Stadtpräsidentin bezieht sie einen Jahreslohn von über einer Viertelmillion Franken.

Corine Mauch ist jetzt noch Bürgerin von Teufenthal im aargauischen Wynental sowie von der Stadt Zürich. Das Zürcher Bürgerrecht hat sie, wie sie sagt, «bewusst erworben», als sie 1999 ins Parlament gewählt worden war und ihre politische Laufbahn begann. Das sei in ihrer Erinnerung für neu gewählte Mitglieder des Gemeinderats ohnehin ein Standardvorgang gewesen. Das hatte damit zu tun, dass die Mitglieder Zürcher Bürgerin oder Bürger sein mussten, um auch bei den sogenannten bürgerlichen Geschäften abstimmen zu können. Das ist heute nicht mehr so; die bürgerliche Abteilung gibt es nicht mehr.

Den Heimatort Teufenthal hat Corine Mauch von ihrer Familie bekommen. «Ich bin aber nur selten dort, ich verbinde ihn mit der Geschichte meiner Familie, er steht für meine Herkunft, in Ergänzung zu meinem zweiten Heimatort Zürich, der für mein heutiges Leben steht. Beide gehören zu mir.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.04.2013, 10:03 Uhr

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