Herzschlagfinale in Neujahrsnacht
Von Jörg Greb
Laufend durch die ersten Stunden des neuen Jahres – die Idee des Neujahrsmarathons zieht nach wie vor. 600 schrieben sich ein und sorgten für die zweithöchste Meldezahl in der Geschichte. Punkt 0.00 Uhr zogen diejenigen los, welche sich für die 42,195 km entschieden hatten. Und vor allem bei den Männern entwickelte sich in der finsteren Nacht ein spannendes Rennen. Markus von Gunten (Bettlach) war nach 3:00:59 Stunden der glückliche Sieger.
Defensiv sei er ans Abenteuer herangegangen, sagte der routinierte Langstreckler nach dem Lauf. Anspruchsvoll hatte sich die Aufgabe präsentiert. Zur Dunkelheit kam das viele Wasser auf der Strecke hinzu. An vierter oder fünfter Position lief der 46-Jährige anfänglich, bis er auf dem letzten Streckenviertel vorzustossen begann. «Ich hielt meinen Rhythmus, die Gegner aber wurden langsamer», erkannte er. Zwei Kilometer vor dem Ziel überholte er Jörg Schiller (De) und Paul Moog (Fr), 500 Meter vor dem Zielband den stets führenden Lazloe Boden (Gb). Noch bei Kilometer 30 hatte er vier Minuten Rückstand auf den Briten aufgewiesen.
Kaum erstaunlich, dass sich von Gunten im Ziel «fast etwas überrumpelt» fühlte. «Mir fehlte es an der Zeit, mich mental auf den Zieleinlauf als Sieger vorzubereiten», erklärte er. Statt euphorisch fühlte er sich «komisch»: «Ich war der Sieger und wurde gepriesen als Leader in der Weltjahresbestenliste.» Es brauchte Zeit, bis sich die Freude so richtig bemerkbar machen konnte.
Leader der Weltjahresbestenliste
Auch bei den Frauen waren die Spitzenpositionen hart umkämpft. Carmen Hildebrand (Hedingen) siegte in 3:38:18 Stunden – 49 Sekunden vor Andrea Käppeli (Merenschwand) und 1:06 vor Petra Schoplocher (Cham). Von Gunten und Hildebrand stehen somit an der Spitze der Marathon-Weltjahresbestenliste. Bis zum 7. Januar wird es so bleiben. Dann findet in Xiamen (China) der zweite Marathonlauf des Jahres statt. Schnellere Zeiten sind da zu erwarten.
Einen Streckenrekord realisierte in Schlieren auch der Franzose Benjamin Rubio mit 1:16:15 im Halbmarathon. Er verwies den Ironman-Triathleten Ueli Bieler (Zürich) mit 1:16:43 knapp auf den Ehrenplatz. Bei den Frauen setzte sich in starken 1:34:17 Nadja Kessler (Rapperswil) durch.
Erstellt: 03.01.2012, 06:33 Uhr


