Öffentliche Gelder für «Dampfzentrum» möglich

Eine Dampfmaschinensammlung von grosser Bedeutung lagert in einer Fabrikhalle in Winterthur. Gesucht wird Geld und ein definitiver Standort für das «Dampfzentrum Winterthur». Der Kanton könnte helfen.

Über 100 Jahre Technikgeschichte: Eines der Sammlerstücke im Besitz des Dampfzentrums. (Bild: Dampfzentrum)

Über 100 Jahre Technikgeschichte: Eines der Sammlerstücke im Besitz des Dampfzentrums. (Bild: Dampfzentrum)

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Die vorübergehende Unterbringung der Dampfmaschinen-Sammlung kann laut Zürcher Regierungsrat nicht mit Mitteln aus dem Lotteriefonds unterstützt werden. Die Finanzdirektion erachte jedoch einen Investitionsbeitrag für eine definitive Lösung als möglich, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Regierungsrates auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat.

Eine Option für einen endgültigen Standort gebe es im Moment allerdings nicht. Zunächst muss aber auch das Verhältnis zwischen dem Verein Dampfzentrum Winterthur (VDW) und der Stiftung Dampfzentrum Winterthur (SDW) geklärt werden.

Und eine Voraussetzung für einen Lotteriefondsbeitrag ist, dass das Projekt von der Stadt Winterthur massgeblich finanziell mitgetragen wird und die Lösung im Einvernehmen mit der kantonalen Denkmalpflege erfolgt. Die Finanzdirektion würde dann einen entsprechenden Antrag an Regierungsrat beziehungsweise Kantonsrat ausarbeiten.

2011 Umzug von Thun nach Winterthur

Die Dampfmaschinensammlung ist ab Mitte der 1970er Jahre in Thun aufgebaut worden und war dort lange Jahre in der Kutscherei des Schlosses Schadau untergebracht.

Als die Thuner Stiftung vapora in finanzielle Schwierigkeiten kam und der Kanton Bern das Domizil kündigte, wurde der Verein Dampfzentrum Winterthur gegründet mit dem Ziel, die Sammlung zu übernehmen. Der Kanton Zürich unterstützte die Überführung der Sammlung im Jahr 2011 nach Winterthur und die Konzeption und den Aufbau des Dampfzentrums mithilfe der kantonalen Denkmalpflege in fachlicher Hinsicht.

Die Sammlung wurde in die eigens gegründete Stiftung SDW eingebracht und in der Halle 181 auf dem Lagerplatzareal in Winterthur untergebracht. In mehreren Tausend unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden werden die Maschinen seither dort unterhalten, restauriert und in einem periodischen Schaubetrieb präsentiert. Der Unterbringungsort ist jedoch nur provisorisch.

Über 100 Jahre Technikgeschichte dokumentiert

Die Sammlungsstücke wurden zwischen 1859 und 1970 hergestellt. Die Sammlung gibt einen Überblick über die wichtigen Abschnitte in der Geschichte des Dampfmaschinenbaus und beschreibt über 100 Jahre Technikgeschichte. Sie fand 2009 Eingang in das vom Bundesrat genehmigte Schweizerische Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung.

Mit dem Kanton Zürich ist die Sammlung in besonderer Weise verbunden, waren doch Maschinenbau-Unternehmungen wie Sulzer und Rieter (Winterthur) und Escher-Wyss (Zürich) insbesondere im Bau von Dampfkraftanlagen tätig. Sie waren dabei schweizweit führend und international bedeutend.

Technikgeschichtlich besonders herausragende Stücke der SDW-Sammlung seien denn auch Erzeugnisse der drei Unternehmen. Für die Zürcher Industriekultur habe die Sammlung «wichtigen Zeugenwert», schreibt der Regierungsrat. (rub/sda)

Erstellt: 11.12.2014, 19:35 Uhr

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