Verjüngungskur für Altersheim

Das Alters- und Pflegeheim Seerose in Männedorf wird für 2,6 Millionen Franken saniert. Gestern haben die Umbauarbeiten begonnen.

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Von Christian Dietz-Saluz

Männedorf – Die 15 Bewohnerinnen und Bewohner haben die Seerose bereits am 4. Januar verlassen. Sie sind ins Gästehaus der Stadt Zürich nach Mittelleimbach umgezogen. Zum reibungslosen Umzug trugen viele freiwillige Helfer und der Zivilschutz Männedorf-Uetikon bei. Den Wechsel in die ungewohnte Umgebung erleichtert das gewohnte Seerosen-Personal. Es betreut im provisorischen Betrieb die Bewohner, Feriengäste und Neueintretenden bis zu ihrer Rückkehr nach Männedorf. Diese ist für den kommenden Oktober vorgesehen.

Das Haus an der Seestrasse 227 in Männedorf wurde vor über 400 Jahren gebaut. Es diente schon als Schulgebäude und Wirtschaft. Seit über einem Jahrhundert beherbergt es alte Menschen. Das Altersasyl wurde lange von der Kirchgemeinde geführt, bis die Seerose vor rund 20 Jahren vor dem Ende schien: Das kleine, familiäre Altersheim sollte geschlossen werden. Doch eine Gruppe von Angehörigen dort betreuter Seniorinnen und Senioren verhinderte die Schliessung. Sie gründete den Verein Altersheim Seerose. So wurde der weitere Betrieb des Hauses als «familiäres Heim» für betagte Menschen ermöglicht. 2004 übernahm der Verein mit dem Kauf der Liegenschaft vollends die Verantwortung für die Seerose.

Darlehen und Sponsoren

Zu den Vorgaben zur Führung des Hauses gehört, die Benützungskosten tief zu halten. Daher machte sich der Trägerverein den Entschluss zum umfassenden Umbau nicht leicht. 2009 sei dieser noch als «sehr fragwürdig» beurteilt worden, hält Werner Thoma, Präsident der Baukommission, fest. 2010 sei aber erkannt worden, «dass eine Sanierung bei Erhalt der Seerose als weiterhin günstigeres, privates Altersheim in Männedorf zwingend anzugehen ist».

Ausgearbeitet wurde das Sanierungsprojekt zusammen mit dem Architekturbüro Vogel (Stäfa) und dem Bauleitungsbüro Thomas Schmied (Männedorf). Die Arbeiten sind auf 2,6 Millionen Franken veranschlagt, obschon einige bautechnische Fragen erst während des Baufortschritts am über 400-jährigen kommunalen Schutzobjekt beantwortet werden dürften. Die Gemeinde Männedorf gewährte ein Darlehen, und dank Sponsorenzusagen war sich der Verein gewiss, dass die grossen Aufwendungen verkraftbar seien, berichtet Werner Thoma.

Zehn Monate Bauzeit

Nach zweieinhalb Jahren Vorbereitungs- und Planungszeit sind gestern die Umbauarbeiten gestartet worden. Susanne Boltshauser, Präsidentin des Vereins Altersheim Seerose, und Heimleiterin Theres Gerber übergaben die Schlüssel an die Hauptverantwortlichen für den Umbau. Architektin Verena Vogel und Bauleiter Thomas Schmied sollen die baulichen Änderungen innerhalb der nächsten zehn Monate umsetzen.

Das Angebot von 15 Betten wird auch nach dem Umbau bestehen, allerdings anders verteilt. Vorgesehen sind neu elf Einzelzimmer, mehrheitlich mit Seesicht, davon fünf Einzelzimmer mit behindertengerechten Nasszellen. Das Projekt enthält ausserdem zwei Doppelzimmer mit Nasszelle, eine vergrösserte Stube, einen Aufenthaltsraum im Gartengeschoss und einen multifunktional benutzbaren Raum. Neu angeordnet wird aus Brandschutzgründen das Treppenhaus.

Der Verein hofft, im Oktober mit den Bewohnerinnen und Bewohnern wieder in eine heimelige und familiäre Seerose einziehen zu können. Die Finanzierung des Umbaus sei inzwischen nahezu gesichert, sagt Werner Thoma von der Baukommission.

Vereinspräsidentin Susanne Boltshauser, Heimleiterin Theres Gerber, Bauleiter Thomas Schmied und Architektin Verena Vogel (v. l.) bei der Schlüsselübergabe. Foto: Manuela Matt

Erstellt: 10.01.2012, 06:33 Uhr

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