Welche Spuren hat das hinterlassen?

Musik, Heavy Metal, Kunst im ­s­chulischen und Kunst im öffentlichen Raum, Spiel, Langsamverkehr: Heute wenden wir uns den schönen Seiten des Lebens zu.

Die Sprecherin der Zürcher Hochschule der Künste hofft 2016 auf die grosse Geste: Kinderkrippe auf dem Toni-Areal. Foto: Reto Oeschger

Die Sprecherin der Zürcher Hochschule der Künste hofft 2016 auf die grosse Geste: Kinderkrippe auf dem Toni-Areal. Foto: Reto Oeschger

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Gion Mathias Cavelty, wie wird das Heavy-Metal-Jahr 2016?
Nachdem 2015 Metal-mässig ein absoluter Spitzenjahrgang gewesen ist (die neue Iron Maiden! Die neue Slayer! Die neue Motörhead! Die neue W.A.S.P.! Die neue Ghost!), dürfte es 2016 schwer haben, diesbezüglich dagegen anzustinken (um einen Begriff aus dem offiziellen Metal-Jargon zu benutzen).

Geht es etwas konkreter?
Metallica werden wahrscheinlich etwas Neues bringen, aber was? So richtig freuen tut sich darauf nach den letzten gequirlten Kack-Alben (offizieller Metal-Jargon) jedenfalls keiner. Ähnlich verhält es sich mit Judas Priest, die Anfang 2016 das Studio entern wollen (offizieller Metal-Jargon). Megadeth hauen ein neues Album raus, ebenso Overkill und Testament. Am Rumwerkeln sind etwa Deep Purple oder Ozzy Osbourne. Und Guns N’ Roses wollen 2016 auf Tour gehen. Ganz fest hoffe ich persönlich auf Killeralben von Dimmu Borgir, Metal Church, Jag Panzer (Welcome Back!), Cobalt und natürlich King Diamond. Hail & kill & fuck the world!

Gion Mathias Cavelty ist Autor und Heavy-Metal-Experte seit 1988. Foto: Giorgia Müller


Liebes ZKB-Nashorn, was schätzt du an deinem neuen Standort ­besonders?
Auf der Verbindung zwischen See und Hauptbahnhof ist das Leben spannend. Hier kann ich den Puls der Stadt fühlen. Im Sommer, wenn die Gäste des Kafi Züri draussen sitzen, kriege ich ab und zu ein Häppchen ab.

Fühlst du dich nicht manchmal im Regen stehen gelassen?
Überhaupt nicht. Also schon, aber nicht im übertragenen Sinne. Der Regen pflegt meine Patina optimal und verleiht ihr immer wieder aufs Neue einen rostigen Touch, der mich so einzigartig macht.
Das ZKB-Nashorn ist eigentlich ein Kunstwerk. Aber irgendwie mehr das Maskottchen der Bank.


Florence Iff, welcher Fotosujets sollte sich 2016 jeder mal mit ­seinem iPhone annehmen?
Der Ereignisse am 29. Februar. Da der nächste Schalttag erst in vier Jahren ist und sich daran dann auch die Qualitätsentwicklung bei Smartphones feststellen lässt.

Wie schafft man es, Zürich nach dem Fifa-Skandal wieder ins richtige Licht zu rücken?
Da sich das einzige Zürcher Fussball­stadion in Winterthur befindet, sollte man sich in Zürich bei einem fotografischen Abendspaziergang der Hardturmbrache, der Minigolfanlage im Dolder, den Boulespielern auf der Josefwiese oder der Kegelbahn in der Ziegelhütte widmen.
Florence Iff ist Co-Leiterin der Zürcher Fotoschule.


Viola Tami, was haben Sie bei der ­V­ideogang gelernt, das Ihnen heute auf der Bühne hilft?
Ich war damals 16 Jahre alt. Alles war unbeschwert. Ganz ohne Druck. Heute ist das doch etwas anders. Es wird mehr von mir erwartet. Deshalb hilft es mir manchmal, mich in diese Zeit zurückzuversetzen und mir selbst zu sagen: «Hey, ist ja bloss eine TV-Sendung – hab einfach Spass!»

Wo geht es 2016 Stägeli uf, wo eher Stägeli ab?
Beides bis Mitte März im Bernhard-Theater. Für die Zeit danach müssten Sie jemanden fragen, der sich in diesem Zukunft-lesen-Business auskennt. Ich bin darin nicht sehr talentiert.
Viola Tami ist Moderatorin und ­Schauspielerin und derzeit in «Stägeli uf, Stägeli ab» zu sehen.


Edgar Schwyn, es ist so still um Sie und das Schloss Sihlberg geworden. Geht es Ihnen gut?
Da ich erst ab dem 5. Februar wieder im Lande bin, geht es mir natürlich ausgezeichnet.

Woran werkeln Sie? An Ihrem ­Golf-Handicap?
Mit Handicap 9 und der Denkmalpflege im Genick bin ich immer wieder aufs Neue gefordert. Und das Schloss Sihlberg, als Wildpferd, freut sich, endlich freie Zügel zu bekommen – aber eben: das Thema Denkmalpflege, seit elf Jahren! Das Ziel für 2016: Schloss Sihlberg als Kultur- und Kongresszentrum für die Zürcher Bevölkerung zu öffnen.

Edgar Schwyn ist Besitzer des Schlosses Sihlberg und als solcher im Dauerclinch mit der Denkmalpflege. Foto: Thomas Burla


Heike Pohl, welche Spuren haben die Studentinnen und Studenten im ersten Jahr auf dem Toni-Areal ­hinterlassen?
Mir gefallen die kleinen Interventionen, die mich beim Gang durchs Haus irritieren: Auf der Treppe sitzt plötzlich eine rote Riesenameise, an einer Wand hängt völlig sinnlos ein Griff. Jemand hat an verschiedenen Orten im Haus Kameras aus schwarzen Klebstreifen an die Wand geklebt und leistet damit einen Beitrag zur Diskussion um die Überwachungskameras. Für 2016 hoffe ich auf die grosse Geste, auf einen mutigen künstlerischen Eingriff.
Heike Pohl ist Mediensprecherin der Zürcher Hochschule der Künste.


Ein Velofahrer auf dem Bürkliplatz. Foto: Urs Jaudas

Michael Lütscher, werden sich ­Zürcher ­Fussgänger und Velofahrer im neuen Jahr endlich lieben ­lernen?
Geht es nach dem Willen der Stadt, dann schon: Das Tiefbaudepartement hat in den letzten Jahren eifrig «Mischzonen» für Fussgänger und Velofahrer eingerichtet. Ein planerisches Miteinander, das weder die einen noch die andern mögen; wer zu Fuss geht, will dies in Ruhe und in der Mitte des Weges tun, wer Rad fährt, will vorwärtskommen und nicht von Fussgängern gebremst werden. Den Mischzonen liegt ein Irrtum zugrunde, der Langsamverkehr heisst. Dieser idealisiert verwendete Begriff verkennt, dass Velos mit einer vier- bis fünfmal höheren Geschwindigkeit unterwegs sind als Fussgänger. Die Stadt sollte ihren Velomasterplan so umsetzen, wie sie es auf der renovierten Quaibrücke eben getan hat: mit separaten Velospuren.
Michael Lütscher ist Journalist und Verkehrsblogger: michaelluetscher.ch/verkehrte-welt


Stefan Jost, weshalb muss man das Fifa-Museum auch dann besuchen, wenn einen Fussball nicht einmal am Rande interessiert?
Viele verbindet mit Fussball mehr, als sie meinen. Unser Museum bietet allen etwas: Das geht von Voodoo-Puppen über Briefmarken bis hin zu einer kunstvollen Installation von handgefertigten Bällen. Auf über 60  Bildschirmen zeigen wir atemberaubende Bilder, deren Faszination sich kaum jemand entziehen kann. Und dann wären da noch die Architektur des Hauses, das Design der Ausstellung oder der Innenausbau des Museums.
Stefan Jost ist Direktor des neuen Fifa-Museums in der Enge.


Synes Ernst, welches Spiel begeistert Sie derzeit?
«Agent Undercover»! Es geht so: Unsere Gruppe hat es irgendwohin verschlagen. An einen Strand, in einen Zirkus, eine Werkstatt oder an einen anderen der insgesamt 25 möglichen Orte. Mit einer Ausnahme haben wir alle erfahren, wo wir uns gerade befinden und in welcher Rolle wir dort die nächste Runde zu bewältigen haben – als Chirurg im Spital, als Automechaniker in der Werkstatt oder als Filialleiter im Supermarkt. Die Ausnahme bildet der Geheimagent. Dieser weiss nur, dass er Geheimagent ist. Durch geschicktes Fragen und ebenso geschicktes Antworten lösen die Teilnehmenden nun ihre Aufgabe: Die Gruppe muss den Geheimagenten enttarnen, bevor dieser sagt, wo man sich aufhält. Nicht ganz einfach, aber macht höllisch Spass, vor allem in Runden, die Kommunikation und das Spielen mit der Sprache mögen. Hier die Angaben: Agent Undercover, ab 12 Jahren. Verlag Piatnik, circa 20 Franken.
Der ehemalige TA-Redaktor Synes Ernst ist Spielekritiker und beratendes Mitglied der Jury «Spiel des Jahres».


Evelinn Trouble, was kann London von Zürich lernen? Und was Zürich von London?
Diese Frage ist so zweidimensional, dass ich sie leider nicht beantworten kann. Ich befasse mich dieser Tage mit anderen Fragen. Zum Beispiel: Kann Rockmusik ihre gesellschaftspolitische Relevanz eines Tages wiedererlangen, und wär nicht jetzt ein Zeitpunkt dafür? Wieso ist Lady Gaga weltberühmt und ich nicht? Wer oder was bringt die Kehrtwende? Und wo kann ich das Display meines iPhone reparieren?

Die Zürcher Musikerin Evelinn Trouble versucht ihr Glück in London, spielt aber am 22. Januar in der Roten Fabrik. Foto: PD

(Erstellt: 08.01.2016, 09:23 Uhr)

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