#föifstärnhotel #züri

Wie präsentieren sich die Zürcher Fünfsternhäuser auf Instagram? Wir haben uns durch die Bilder des Atlantis, des Baur au Lac, des Dolder Grand und des Storchen geklickt.

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atlantisbygiardinoDas gibt Hunger

Zahlen
1450 Follower, 74 Beiträge; erster Beitrag: 22. Januar 2015

Inhalt
Die Sache ist ziemlich überschaubar: Nach gut einem Jahr und nur 74 Bildern hat das Hotel Atlantis seine Aktivitäten auf Instagram wieder eingestellt. Dabei begann es damals ganz gut. Cleane Bilder von einem leeren Luxushotel.

#atlantisbygiardino

Unter dem Hashtag «lebt» das Giardino weiter. Eines der letzten Bilder: eine Yogalehrerin, die sich wie ein Vogel fühlt. Aber nicht beim Triemli oben, sondern auf einer Terrasse mit Blick über einen See oder das Meer. Zudem gibt es auffallend viel Fleisch zu sehen. Einen Haufen wunderbar marmoriertes japanisches Wagyu-Beef auf dem Silbertablett (gepostet vom Ecco-Chefkoch), ein Sixpack trainierter Bauchmuskeln im Spiegel des Hotel-Gym (gepostet von einem jungen Mann, der der brasilianischen Fussball-Nationalmannschaft anhängt), noch mehr rohes Fleisch in Form einer Bisonkeule (wieder der Chefkoch).

Das Fazit

Es gibt sie auch hier, diese sauberen, professionellen Fotos aus der Lobby, aus den Zimmern, aus dem Spa, von der Terrasse. Daneben haben einige Gäste ihren Aufenthalt dokumentiert. Sie zeigen sich beim Zigarrenrauchen, beim Kaffeetrinken, beim Pianospielen, beim Frühstücken, beim Posen. Der Chefposter ist aber eindeutig der junge Chefkoch des Atlantis-Restaurants Ecco. Stefan Heilemann, seine Kreationen und die Produkte, die er in seiner Küche verarbeitet, machen einen grossen Teil der Bilder unter dem Hashtag #atlantisbygiardino aus. Sie legen einen Schluss nahe: Ein Sternekoch ist für ein Fünfsternhaus ein wichtiger Werbeträger. (bra)

bauraulacSüsser Luxus

Zahlen
4276 Follower, 319 Beiträge; erster Eintrag: 18. Mai 2015

Inhalt

Der Account des Baur au Lac zeigt auffällig viele Süssigkeiten: mehrschichtige Törtchen, Pralinés oder mit Schokolade übergossene Erdbeeren, drapiert auf Etageren. Ein Highlight aber ist das fröhliche Video, in dem der Concierge Jérémie Varry und sein Team in Endlosschlaufe winken. Geht man im Feed ­etwas zurück, gibt es vermehrt gut gelaunte Menschen zu sehen, darunter auch Partygäste während der Street-Parade im Garten. Oder eine Frau im Leoparden-Overall an einer Kette. Natürlich fehlt auch das Küchenteam rund um Laurent Eperon nicht.

#bauraulacmoments

Während im offiziellen Account viele Süssigkeiten vorkommen, sind unter dem offiziellen Hashtag auffällig viele weiblichen Gäste zu sehen. Chic angezogen, inszenieren sie sich, ob im Flur, auf der Terrasse oder in der Lobby. Manchmal gibts auch so was wie Meta-Fotografie, also Bilder von Leuten, die Bilder von Essen schiessen. Und einmal versuchte sich ein Fotograf in Sozial­reportage und lichtete die Kellner beim Herrichten eines Apéros ab.

Das Fazit

Aus dem Instagram-Feed des Baur au Lac lässt sich schwerlich ein Konzept her­auslesen. Klar, finden sich hier immer wieder professionelle Bilder von Haus oder Küche. Setzte das Hotel zu Beginn noch eher auf Emotionen (fröhliche Menschen), spielt das später keine Rolle mehr. Das ist sympathisch und wird dem, was soziale Medien einst waren, gerecht. Ob es Absicht war, bleibt fraglich. Und ein paar Überraschungen würden dem Gesamtbild guttun. (dsa)

thedoldergrandHochglanz

Zahlen
9421 Follower, 282 Beiträge; erster Eintrag: 18. März 2015

Inhalt

Fast täglich postet der Social-Media-Verantwortliche des Dolder professionelle Hochglanzbilder von Haus, Garten oder Restaurant. Darunter sind in loser Regelmässigkeit immer wieder solche, auf denen sich das Fotomodel Ricky Thomason in Szene setzt. Seis an der Bar, im Spa oder Kaffee trinkend auf einem Balkon. Die 9421 Follower des Luxushauses liken und kommentieren fleissig mit. Ob alle von ihnen schon einmal im Haus auf dem Adlisberg genächtigt haben, ist nicht ersichtlich.

#doldergrand

Der Rebrand von Grand Hotel Dolder zu The Dolder Grand hat sich zwar bereits vor neun Jahren vollzogen. Doch bei den Gästen des Hauses hat sich der offizielle Hashtag anscheinend noch nicht durchgesetzt. Unter #doldergrand (ohne The) finden sich dafür zahlreiche Gästebilder: darunter auch etwas zu hell ausgeleuchtete Leute in Bademode vor teurer Kunst, eine Frau mit Joggingschuhen beim Eingang oder Flitterwochen-Selfies. Dazwischen gibt es auch die obligaten Bilder von Bloggern, Influencern und anderen Internetleuten.

Das Fazit

Das Dolder setzt auch bei Instagram auf luxuriösen Hochglanz. Und die Rechnung scheint aufzugehen. Das Profil hat unter den Zürcher Fünfsternhäusern mit Abstand die meisten Follower – und wirkt ebenso lebendig wie professionell gemacht. Alles andere wäre auch enttäuschend gewesen. Überraschendes oder gar Humorvolles gibt es auf der Seite allerdings nicht. Sind beides auch nicht die wichtigsten Tugenden von teuren Hotels. (dsa)

storchenzurichSchön, langweilig

Zahlen
1293 Follower, 186 Beiträge; erster Beitrag: 15. April 2015

Inhalt

Der Storchen inmitten der Altstadt ist gerade in die Fünfsternliga aufgestiegen. Den Umbau kann man auch auf Insta­gram mitverfolgen: Da sind Bauarbeiter, das Haus eingerüstet und Abbrucharbeiten abgebildet. Und sonst? Da sind vor allem diese wunderbaren Bilder an diesem wunderbaren Fluss: Die Lage des Storchen war schon zu Viersternzeiten mindestens fünf Sterne wert.

#storchenzurich

Das erste Tier, das sich da durch die Lüfte schwingt, ist wenig überraschend: die Möwe! Sie inszeniert sich perfekt vor dem Storchen, ist der leicht unscharfe Eyecatcher auf dem Bild. Der Storch? Nirgends. Der Storchen? Im Hintergrund. Was natürlich nicht fehlen darf: der Cappuccino-Drucker, eines der neusten Gadgets der Storchen-Baristas. Ein bärtiger Mann im Milchschaum. Etwas weiter unten noch ein «Werk» auf Milchschaum: «Drink me, I taste good».

Das Fazit

Das Hotel Storchen ist ein schönes, luxuriöses Hotel an allerbester Lage. Die Bilder zeigen: Hier kann man sicher gut ausspannen, ein schönes Wochenende in der Stadt verbringen und die Ruhe ­geniessen. Ja, es ist ein bisschen langweilig, weder hip noch sexy. Das ist eine grosse Qualität für ein Hotel, oder? Eine letzte Frage noch: Was sagt es über ein Hotel aus, wenn auf dem Cappuccino ­deklariert werden muss, dass er gut schmeckt? Keine Ahnung. Wir gehen (trotz fehlender schriftlicher Hinweise auf Instagram) davon aus, dass die Betten bequem, das Frühstücksbuffet reichhaltig, der Service zuvorkommend, das Personal freundlich ist. (bra)

Erstellt: 08.06.2017, 13:11 Uhr

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