Wo finden wir Liebe? Wo Erfüllung?

Genug gefragt: Zum Schluss dieser Serie bieten wir eine Reihe vielversprechender Antworten. Es geht um ­Ferien, Musik, Liebesbeweise, Honig, aufblasbare Lampen.

«Für 2016 erwarten wir 2000 Kilo Blütenhonig der höchsten Qualität»: Stadtimkerin Anna Hochreutener. Foto: Sabina Bobst

«Für 2016 erwarten wir 2000 Kilo Blütenhonig der höchsten Qualität»: Stadtimkerin Anna Hochreutener. Foto: Sabina Bobst

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Michael Lütscher, was sollte Zürich schnellstens besser machen, um die Velostadt zu werden, die es sein will?
«Zürich ist eine schöne Stadt zum Velofahren», heisst es im städtischen Leitbild «Stadtverkehr 2025». Ja, sie wäre es. Wenn mehr Platz dafür da wäre. Zürich ist eng, an manchen Orten so sehr, dass kein Velostreifen Platz hat, etwa an der Rämi- oder an der Langstrasse. Das ist mühsam, aber damit muss man leben. Richtig ärgerlich wird es dort, wo Platz ist, dieser aber nicht genutzt wird. Etwa am See. Oder in Zürich-West.
Michael Lütscher ist Journalist und Verkehrsblogger: michaelluetscher.ch/verkehrte-welt/


Anna Hochreutener, wie geht es ­Ihren Bienen?
Bestens. Wir betreuen mittlerweile 100 Völker auf den Dächern von Zürich. Für 2016 erwarten wir 2000 Kilo Blütenhonig der höchsten Qualität. Die Vielfalt der Blüten und die Biodiversität der Stadt spiegeln sich im Geschmack des Honigs: verschiedene runde, blumige und harmonische Aromen.
Anna Hochreutener ist Stadtimkerin bei Wabe 3.


Mario Babini, wie lebt es sich als Zünglein an der Waage?
Die aktuelle Konstellation im Gemeinderat hat dazu geführt, dass ich als Parteiloser sehr viel mehr Verantwortung habe, als dies in einer Fraktion der Fall wäre, da ich mir meine eigene Meinung bilden muss. Deshalb muss ich mich mit den Positionen beschäftigen und die Argumente gewichten. Im grossen Ganzen ist es für mich – wohl zum Ärger gewisser anderer Fraktionen – sehr viel interessanter geworden, da ich mich weder von Ideologien noch vorgefassten Meinungen beeinflussen lasse, sondern von Fakten und meinen Überzeugungen.

Haben Sie inzwischen eine neue Stammbar gefunden?
Nein, dazu habe ich leider erstens zu wenig Zeit, und zweitens habe ich in den «101  Tagen» meiner Untersuchungshaft den Vorsatz gefasst, keine dummen Witze in einer Bar mehr zu machen. Schon gar nicht mit einigen Weizenbieren intus, denn dies kann potenziell grösseren Ärger produzieren.

Der ehemalige SVP-Politiker Mario Babini ist partei- und fraktionsloser Gemeinderat in Zürich. Foto: Urs Jaudas


Claudia Cuche-Curti, worauf freuen Sie sich 2016 besonders?
Am Münsterhof wurde lange Zeit gegraben, gebaggert und gepflästert. Bald aber wird aus der lärmigen Baustelle ein wunderbar luftiger Platz mit Altstadt- und Flaniercharme mitten in der Stadt – ein echtes Bijou. Darauf freue ich mich.
Claudia Cuche-Curti ist Stadtschreiberin in Zürich.


Regi Sager, wo findet man in der Stadt Zürich Liebe?
Wenn man mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Stadt geht: überall! Auf den Mäuerchen des lauschigen Lindenhofs, wo nebst vielen Tauben auch Pärchen turteln. Auf dem trostlosen Busbahnhof Sihlquai, wo sich Liebende noch einmal – oder endlich wieder – in den Arm nehmen. Man spürt Liebe in den kleinen, liebevoll geführten Cafés. Im vollgepackten 32er-Bus, wenn einer seinen Sitz räumt, um einer älteren Frau nebst seiner Alkoholfahne auch ein «Wänd Si sitze?» ins Gesicht zu hauchen. Gar im Recyclinghof Hagenholz, wo sich manch einer schweren Herzens von Liebgewonnenem trennt. Oder man kann seine Liebe in einem GZ finden, in der helfenden Hand beim Holzsägen oder beim Tanzen. Und dann gibt es noch die personifizierte Liebe in dieser Stadt: den Pfarrer Sieber.

Regi Sager ist Radiomoderatorin, Stadtführerin und Autorin des Stadt­führers «Zürcher Liebesgeschichten». Foto: Thomas Egli


Skor, wird Ihr neues Album härter oder poppiger?
Mein neues Album muss zuerst mal gemacht werden. Scheisse, ich muss wirklich langsam Gas geben. Was ich mal vorweg darüber sagen kann: Es wird neuer als das alte.
Der Zürcher Rapper Skor ist ein Rapper.


Martin Geisser, was fehlt Skor noch, um mit Bligg gleichzuziehen?
Ich weiss nicht, ob das überhaupt erstrebenswert ist. Skor gefällt mir mit seiner Art in einer Zeit mit vorwiegend aalglatten und unpolitischen Musikern eigentlich auch so ganz gut.
Martin Geisser betreibt das Plattenlabel Bakara, das Musiker wie Skor, Lo & Leduc oder Evelinn Trouble unter Vertrag hat.


Liliane Forster, Netflix, Amazon, ­Apple-TV: Wann geben Sie auf?
Wir geben nie auf, sondern sind erfinderisch. Aber das Leben ist schon hart geworden. Ein Tipp für 2016 für alle Filmfans: Die Bild- und Tonqualität ist immer besser auf einer Scheibe. Zudem bieten wir viele Filme an, die man weder auf Netflix noch bei Amazon oder anderen Streamingdiensten findet – und alles inklusive Beratung.
Liliane Forster ist Geschäftsführerin der Videothek Filmriss.


Gregor Waser, welchen Geheimtipp für eine Reisedestination haben Sie uns für 2016?
Für Überraschungen gut ist Krakau mit vielen temporären Bars und Clubs. Oder Porto: wer Altstadt, Fussball und Meer verbinden will. Und im Sommer Tromsø.Dort oben am Polarkreis gibt es sogar Strände.

Wird Fliegen irgendwann wieder sexy?
Es gibt Hoffnung. Ryanair hat Ideen um Stehplätze und 1-Euro-Toiletten wieder begraben … Und gewisse Uniformen von Flight Attendants sind ein Blickfang, etwa die von Air Asia, Kingfisher oder Aeroflot.

Welches Gadget darf auf keiner Reise fehlen?
Zündhölzer, Räucherstäbchen und Ohropax waren schon oft hilfreich. Kürzlich entdeckt: eine aufblasbare Solarlampe.
Gregor Waser ist Chefredaktor von «Travelnews.ch».


Dodo Jud, nervt Sie der «Hippie-Bus»?
Den Song verbinde ich mit dem Jahrhundertsommer 2015, deshalb ist es schwer für mich, ihn nicht zu mögen. Da stecken einfach zu viele gute Erinnerungen in dieser Melodie.

Könnten Sie auch einen Segway zum Erfolg singen?
Na ja … sollte ich je das Bedürfnis haben, einen Sommer auf so einem Ding zu verbringen, dann würde ich es natürlich probieren. Momentan bin ich aber eher in einer Rakete unterwegs!

Dodo Jud hat mit «Hippie-Bus» den Sommerhit 2015 gelandet. Video: Dodo Music (Youtube)


Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, ist der Floh schon mal aus dem ­Spiegellabyrinth im neuen ­Unterwerk in Oerlikon ­ausgebrochen?
«Um gefangen werden zu können, muss ich erst einmal frei sein.» Stellt sich die Frage, ob der Floh überhaupt frei ist oder ob er einfach nicht aus dem Spiegellabyrinth herausfindet. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Floh in seiner neuen Umgebung wohlfühlt.

Was wäre 2016 schlimmer: ein Floh- oder ein Stromausbruch?
Da wir mit Flohausbrüchen bisher keine Erfahrung haben, ist ein Vergleich schwierig. Aber auch bei Stromausfällen entsteht oft ein Flohzirkus, den es zu bändigen gilt. Dank der Erfahrung und dem Engagement unserer Mitarbeitenden bringt das EWZ jedoch Floh- und Stromausfälle schnell unter Kontrolle.
Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) hat 2015 ein neues Unterwerk mit spektakulärem Guckkasten eröffnet.


Regina Spiess, 2015 war vielleicht ein schwieriges Jahr. 2016 muss ­besser werden, wir wollen jetzt ­einfach alles. Vor wem müssen wir uns in Acht nehmen?
Vor esoterischen Gruppen. Denn es sind kritische Lebenssituationen, in denen man stärker auf sektenhafte Gruppen anspricht. Und häufig ist es das narzisstische Fenster, durch welches als letztes noch Licht in die Seele fällt. Wenn man richtig schlecht drauf ist, sich «nicht mehr spürt», ist man oft durch narzisstisches Erleben noch emotional ansprechbar. Esoterische Gruppen holen Menschen hier ab. «Du hast besondere Fähigkeiten», «Alles ist möglich»: jung bleiben, nie mehr krank werden und mit der Methode erst noch Geld verdienen. Wenn es aber nicht funktioniert – dann ist man daran ganz alleine schuld.
Regina Spiess leitet die Fachstelle Infosekta.

(Erstellt: 11.01.2016, 09:08 Uhr)

Artikel zum Thema

Welche Spuren hat das hinterlassen?

Fragen zum Jahreswechsel (5) Serie Musik, Heavy Metal, Kunst im ­s­chulischen und Kunst im öffentlichen Raum, Spiel, Langsamverkehr: Heute wenden wir uns den schönen Seiten des Lebens zu. Mehr...

Was ist das Bestechende daran?

Fragen zum Jahreswechsel (4) Serie Bei unseren Fragen zum Jahreswechsel gibt es diesmal Unterstützung von: Architekten, Majestäten, Theaterschaffenden, allem, Dadaisten, Holzflössern, ­Festbrüdern, Biertrinkern. Mehr...

Kommt endlich Chuck Norris?

Fragen zum Jahreswechsel (3) Serie Heute geht es um äussere Werte: Wie bleibt man im Sommer bleich? Wie macht man aus einer hässlichen eine schöne Stadt? Wer bringt Hollywood nach Zürich? Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Werbung

Blogs

Geldblog Schweizer Aktienmarkt droht breite Korrektur

Wahltheater Ein historisches Schulterzucken

TA Marktplatz

Die Welt in Bildern

Doppelt gemoppelt: Ein Fan, der das Konterfei des indischen Filmstars Rajinikanth auf dem Rücken trägt und sich zusätzlich als solcher verkleidet hat, steht vor einem Kino in Bengaluru, wo der neue Streifen Kabali gezeitg wird. (22. Juli 2016)
(Bild: Abhishek N. Chinnappa) Mehr...