Diese Verbrechen erschütterten Zürich

Der tragische Fall von Flaach, Mord auf offener Strasse und ein Komiker mit einem blauen Auge: Die Behörden hatten 2015 alle Hände voll zu tun.

Kurz nach der Tat: In Affoltern wurde im März ein 30-jähriger Kampfsportler auf offener Strasse erschossen. Bild: Leserfoto

Kurz nach der Tat: In Affoltern wurde im März ein 30-jähriger Kampfsportler auf offener Strasse erschossen. Bild: Leserfoto

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Das neue Jahr begann mit einer schockierenden Meldung: Anfang Januar erstickte eine 27-jährige Mutter in Flaach ihre beiden zwei und fünf Jahre alten Kinder. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde hatte der Mutter zuvor die Obhut über die Kinder entzogen. Die Mutter verübte später in der Untersuchungshaft Suizid.



Mitte Januar sprach das Bezirksgericht Brugg AG einen unter Demenz leidenden Rentner aus Rüschlikon frei. Der 69-jährige pensionierte Prokurist hatte seine Ehefrau auf ihren eigenen Wunsch hin mit einem Schal erdrosselt. Die Tat geschah in einem Wald in der Aargauer Gemeinde Scherz bei Habsburg.


Ebenfalls im Januar ist Hasan Berisha, der Bruder des «Parkplatzmörders», vom Bezirksgericht Winterthur wegen versuchter Tötung und Drogendelikten zu achteinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 44-jährige kosovarische Familienvater hatte in seiner Bar in Winterthur mit Heroin gehandelt und im Streit auf einen albanischen Drogenkäufer geschossen.


Im Februar schreckte eine Meldung des Schweizer Vogelschutzes die Ornithologen auf. Unbekannte hatten Wanderfalken, die auf einem Hochkamin in der Stadt Zürich brüteten, mithilfe von vergifteten Tauben getötet. Als Täter werden Taubenzüchter vermutet.


Bei einem Zugunglück sind im Februar beim Bahnhof Rafz im Weinland sechs Personen leicht verletzt worden, einer der beiden Lokführer schwer. Es handelte sich beim Unfall um eine sogenannte Flankenfahrt. Zwei Züge stiessen seitlich zusammen, weil einer der beiden Lokführer das Rotlicht missachtet hatte.


Anfang März ist in Zürich-Affoltern ein 30-jähriger Mann aus Montenegro auf offener Strasse erschossen worden. Das Opfer war Kampfsportler und Türsteher. Die Polizei konnte kurze Zeit später den Täter verhaften, einen 31-jährigen Schweizer Gelegenheitsarbeiter mit kosovarischen Wurzeln.


Im Fall «Godzilla» verurteilte das Bezirksgericht Zürich im März eine 34-jährige Schweizerin wegen vorsätzlicher Tötung zu fünf Jahren. Die Frau hatte gezielt auf ihren am Boden liegenden brasilianischen Freund geschossen. Sie hatte Notwehr geltend gemacht und einen Freispruch verlangt.


Bei einem Angriff von einem offenbar geistig verwirrten Mann ist der Zürcher Komiker Beat Schlatter im März schwer am Kopf verletzt worden. Die Tat ereignete sich am Bahnhof Meilen. Passanten konnten den Schläger festhalten und der Polizei übergeben. Er hatte grundlos und ohne Vorwarnung zugeschlagen.

Wurde Opfer eines brutalen Angriffes: Der Zürcher Komiker und Schauspieler Beat Schlatter. (Foto: Keystone)


Ein «Vatermord» ereignete sich im April in Pfäffikon. Ein 19-jähriger Schweizer bringt nach einem Streit seinen 67-jährigen Vater um. Danach stellte er sich der Polizei. Beim Opfer handelt es sich um einen ehemaligen NZZ-Redaktor und PR-Mann. Das Motiv ist nicht bekannt.


Im August konnte der Zoll am Flughafen Zürich Stosszähne von 40 Elefanten abfangen. Es handelte sich um den grössten Fall von Elfenbeinschmuggel in der Schweiz. Die 262 kg Elfenbein hatten einen Wert von 400'000 Franken. Drei Chinesen hatten die Ware in Tansania aufgegeben. Sie waren für China bestimmt.

Der Artenschutzexperte Mathias Lörtscher erklärt die Hintergründe des Schmuggels. (Video: Lea Koch und Stefan Hohler)


Die Stadtpolizei konnte im September 20 Hooligans identifizieren, die am Fussballderby vom 21. Februar auf der Fritschiwiese sowie beim anschliessenden Fanmarsch zum Stadion Knallpetarden und Handlichtfackeln zündeten. Vier der Hooligans konnten dank einer Bilderfahndung im Internet ermittelt werden.


Bei einer gross angelegten Razzia im Kreis 4 im Oktober verhaftete die Polizei den Immobilienbesitzer Peter Sander und kontrollierte unzählige Sozialwohnungen. Dem Multimillionär aus Küsnacht wird Mietzins-Wucher vorgeworfen, er soll die Wohnungen zu übersetzten Preisen vermietet haben. Sander sass rund 50 Tage in Untersuchungshaft.


Im «Altersheimmord» von Kilchberg sind im November eine Nachtschwester und ihre Komplizin zu Strafen von 13 und 10 1/2 Jahren verurteilt worden. Das Bezirksgericht Horgen hat die beiden Frauen wegen Raubmordes schuldig gesprochen. Sie hatten eine 88-jährige Rentnerin mit Salmiakgeist betäubt und ausgeraubt. Dabei erstickte die Rentnerin.


Ebenfalls im November wurde das Tötungsdelikt am Winterthurer «Hanfpapst» vor dem Bezirksgericht Winterthur verhandelt. Dieses verurteilte einen 23-jährigen Iraner wegen vorsätzlicher Tötung zu 13 Jahren – zwei Jahre mehr, als der Staatsanwalt gefordert hatte. Er hatte den 53-Jährigen brutal verprügelt und getötet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 02.01.2016, 13:25 Uhr)

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