So gefällt den Leserinnen und Lesern der neue «Tages-Anzeiger»
Von Simone Rau. Aktualisiert am 29.09.2009
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Seit neun Uhr klingeln die Telefone ununterbrochen. Ko-Chefredaktor Markus Eisenhut, die stellvertretende Chefredaktorin Daniela Decurtins und zwei Verlagsmitarbeiter stehen den Anrufern Rede und Antwort. Sie beantworten Fragen, nehmen Lob entgegen – und immer wieder Tadel. Denn eines ist klar: Wenn der «Tages-Anzeiger» nach 12 Jahren sein Erscheinungsbild ändert, bedeutet das für die Leser vorerst eine grosse Umstellung.
«Der neue Tages-Anzeiger gefällt Ihnen nicht. Wieso?» Eisenhut hört geduldig zu, fragt nach, lächelt, wird wieder ernst. Eine Leserin vermisst den Kommentar auf der Frontseite; er sei neu auf der zweiten Seite zu finden, sagt Eisenhut. Ein Anrufer kritisiert, er finde sich in der neuen Zeitung nicht mehr zurecht. Die Orientierung sei schlechter als vorher. «Vielleicht brauchen Sie noch ein bisschen Zeit, um sich daran zu gewöhnen?», fragt der Ko-Chefredaktor.
Gut lesbare Schrift – schlecht lesbare Schrift
Mehrere Anrufer bemängeln, dass der Sport nun gemeinsam mit der Wirtschaft einen Bund bilde. Einer meint, der Sport beginne nun mitten im vierten Bund. Eisenhut erklärt: «Sie können von hinten mit Lesen beginnen. Dann bleibt das Leseerlebnis gleich.» Der Leser freut sich über die Erkenntnis und dankt. Ein anderer Leser vermisst Börsendaten, ein weiterer stört sich an der Schrift – sie sei schlecht lesbar.
Zwei Minuten später. «Der neue ‹Tages-Anzeiger› gefällt Ihnen? Weil er besser lesbar ist?», fragt Eisenhut. «Das freut uns, vielen Dank.» Nicht nur die Schrift wird von den Lesern ganz unterschiedlich beurteilt. Auch der Bildauftritt löst gemischte Reaktionen aus: Die Bilder seien «zu gross», meint der eine. Die Bilder gefielen ihm «sehr gut», ein anderer.
«Besser als die NZZ»
Ab und zu hängt einer den Hörer auf. Zwei kündigen ihr Abonnement fristlos. Aber es gibt auch viel Lob: «Elegant» sei er, meint einer. «Besser als die NZZ» eine andere. Ein Tagi-Fan erzählt, er verbringe jeweils den ganzen Vormittag mit Zeitunglesen. Einem anderen «gefällt die grosse Schrift». Und eine 81-Jährige lobt, sie finde sich besser zurecht als vorher.
Bei allem Tadel, bei allem Lob ist eines klar: Die Leserinnen und Leser beschäftigen sich mit dem neuen «Tages-Anzeiger», und das freut die Chefredaktoren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.09.2009, 17:34 Uhr
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