Die kunstaffine Gattin des Hotelbesitzers
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Den Tipp gab ihr FernandoBotero. Der kolumbianische Künstler stand mit Gigi Kracht auf einem Balkon des Baur au Lac und sagte: «Euer Garten ist gross und schön. Du solltest hier Kunst ausstellen.» Da begann sich die Frau von Baur-au-Lac-Besitzer Andrea Kracht, mit Kunst zu beschäftigen. Seit drei Jahren organisiert sie «Art in the Park», eine private Kunstausstellung im Hotelgarten.
Bis zu dem Zeitpunkt hatte Gigi Kracht ihr Leben dem Muttersein gewidmet. Nachdem die Kinder erwachsen wurden (der Sohn, den sie in die Ehe brachte, ist 30, die Tochter 21), wollte sie den Rest ihres Lebens nicht mit Shopping und Ladies’ Lunches verbringen. Gigi Kracht ging zur benachbarten Kunstgalerie Gmurzynska am Paradeplatz und suchte bei Direktor Mathias Rastorfer Rat. Er empfahl ihr Kunst, die angesagt ist und sich verkauft. An die erste Vernissage im Park lud Kracht Freunde zu Champagner und Canapés. Sie flog nach New York, besuchte Künstler in ihren Ateliers und interviewte sie für das Baur-au-Lac-Hausmagazin «Views».
Gigi Krachts Ehrgeiz ist noch nicht gestillt. Sie möchte selber Künstler entdecken. So macht sie neben der Sommerausstellung, wo sie bekannte Künstler zeigt, eine Herbstausstellung, die sie weniger klingenden Namen widmet. Letztes Jahr war es der 40-jährige Olaf Breuning aus Schaffhausen. Irgendwann plant Gigi Kracht, die eine Bewunderin von Bildhauerin Louise Bourgeois ist, eine Ausstellung mit ausschliesslich weiblichen Künstlern.
Die nächste «Art in Park» startet am 12. Juni. Andrea Kracht, seit November Chairman von Leading Hotels of the World (als Nachfolger von Jean-Jacques Gauer vom Palace in Lausanne, der 20 Jahre im Amt war), steht seiner Frau felsenfest zur Seite. Er selbst ist der introvertierte, schüchterne Typ. Seine wilde Seite lebt er mit seinem Hobby aus: Rennautos und schnelle Motorräder.
Von der Kunst beseelt ist auch das Dolder Grand. Und auch dort erkennt man die Handschrift von Rastorfer. Die Riesenskulptur einer Liegenden von Botero schmückt den Spa, auf dem Parkplatz steht eine Jean Dubuffet-Statue, im Hof eine von Niki de Saint-Phalle. In der Halle hängt ein Bild von Robert Motherwell. Auch Bruno Bischofberger, der Galerist, mit dem Urs E. Schwarzenbach seit vielen Jahren befreundet ist, hat etwas geliefert. Das Bild von Miquel Barceló, das in der Halle über dem Kamin hängt, ist das Lieblingsbild des Hotelbesitzers.
Zurück ins Baur au Lac. Dort stellt sich die Frage, wer Nachfolger von Michel Rey wird, der in zweiter Generation als Hoteldirektor amtet. (Vater Georges Rey führte das Haus 31 Jahre lang, 1983 wurde Sohn Michel sein Thronerbe; die Regentschaft hat etwas Dynastisches.) Rey ist über 60, spielt gerne Golf und Klavier. Von seiner Wohnung im Baur au Lac ist er mit Ehefrau Viviane schon vor ein paar Jahren an die Goldküste gezogen. Ersatz für Rey hat man noch nicht gefunden. Gigi Kracht: «Es ist nicht einfach. Ein anspruchsvoller Posten, für den es viele Qualifikationen braucht.» Christian von Rechenberg, der als Food&Beverage-Manager eine gute Figur macht, heiratet am 18. Juni. Seine Braut arbeitet im Park Hyatt.
Hildegard Schwaninger schreibt für den «Tages-Anzeiger», Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und das Schweizer Finanzportal Finews.ch.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.05.2011, 12:44 Uhr




