Zürich

Hildegard Schwaninger: Ein junger Opernball mit wenig Prominenz

Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 07.03.2011

Da viele ehemalige Debütanten und Debütantinnen an den Opernball kamen, sah man mehr junge, attraktive Menschen als früher.

1/6 Nach dem Essen wurde Walzer getanzt: Und das bis lange nach vier Uhr früh.
Reto Oeschger

   

Chefdirigent Daniele Gatti hob den Taktstock, die Ouvertüre zur «Fledermaus» erklang, und schon war die Stimmung da: Fröhlich und unbeschwert ging der 15. Zürcher Opernball in der Samstagnacht über die Bühne; eine Meisterleistung der Technik, die dieses Mega-Event scheinbar leichthändig zwischen zwei Opernabende einschob.

Auch die Freundinnen der Zürcher Oper boten eine Meisterleistung: Sie leisteten – unter Federführung von PR-Lady Martina Baeriswyl , die das Amt von Barbara Frey (AutoFrey) übernommen hat – monatelang Freiwilligenarbeit, um den Abend zu organisieren, der dem Opernhaus circa eine halbe Million Franken einbringt. Die Männer aus dem Vorstand der Freunde waren ebenfalls nicht untätig: Harald Grüninger, der neue Präsident, unterhielt die Gäste mit einer Schnitzelbank (der Anwalt ist Basler), «Weltwoche»-Chef Roger Köppel beehrte den Abend mit seiner Anwesenheit.

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Intendant Alexander Pereira , der in dieser Woche gleich zwei Opernbälle absolvierte (er war auch am Wiener Opernball; in der Wiener Staatsoper steht er zurzeit auch auf der Bühne – als Haushofmeister in «Ariadne auf Naxos» von Richard Strauss), hat als Überraschungsgast seinen Nachfolger Andreas Homoki eingeladen, der 2012 die Intendanz übernimmt und den von Pereira in Zürich eingeführten Opernball weiterführen wird. Homoki stellte seine Frau Aurelia der Zürcher Gesellschaft vor.

Die Sopranistin Barbara Frittoli (demnächst in «Falstaff») sang; die hübschen Debütantenpaare führten vor, was sie in der Tanzschule bei Marianne Kaiser gelernt hatten. Es folgte das heiss erwartete «Alles Walzer», und alles stürzte auf die Tanzfläche. Überall herrschte riesiges Gedränge: im Bernhard-Theater, wo eine Latino-Band einheizte, im Zelt auf der Terrasse, wo man rauchen durfte, im Kasino, wo man sein Geld verspielen konnte, in der Disco auf der Studiobühne. Das ganze Haus war eine Walpurgisnacht – und das bis lange nach vier Uhr früh.

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Sogenannte Promis waren wenige da. Einige aus der Sportszene: Eiskönigin Sarah Meier mit ihrer Schwester Tanja , die Fussballgrössen Günther Netzer mit Frau Elvira (als Gäste von IWC-Schaffhausen-CEO Georges Kern, der mit Ehefrau Monika erschien und eine Uhr als Hauptpreis überreichte) sowie der Chirurg und Ex-GC-Präsident Roger Berbig . Die schwedische Sopranistin Malin Hartelius – seit 20 Jahren am Opernhaus – kam erstmals an den Opernball. Sie wird ab der Ära Homoki nicht mehr fest zum Opernhaus gehören, vielleicht zieht sie nach Wien, wo sie ihr Debüt im Verdi-Requiem gibt, unter der Stabsführung von Enoch zu Guttenberg, Vater von Karl Theodor zu Guttenberg .

Wetterfrosch Thomas Bucheli mit Frau Barbara und Ex Miss-Schweiz Tanja Gutmann waren da. Man sah treue Opernball-Gäste, die fast jedes Jahr dabei sind: Hotel-St.Gotthard-Wirtin Ljuba Manz mit jungem, der Gesellschaft unbekanntem Begleiter, Unternehmer René Braginsky mit Frau Susanne, Auktionator Cyril Koller mit Corinne, Immobilienunternehmer Gerhard Walde mit Frau Marianne , die Modeunternehmer Corina und Roberto Quaglia (sein Couture-Haus Walter Gross spendete ein Abendkleid für die Tombola) und Doris und Thomas Hahnloser (der Besitzer des Modehauses Gassmann sitzt neu im Vorstand der Opern Freunde).

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Man sah viele aparte Frauen, unter ihnen: Sandra Bauknecht (Modebloggerin), Aurélie Wolfensberger , Antoinette Williams (sass mit ihrem Mann, Investor Nigel Williams , am Tisch von Martina und Florin Baeriswyl ). Charlotte Weinberg-Steiner wurde von ihrem Sohn, dem Architekten Leopold Weinberg ( Jugendstil AG), begleitet (eine Nichte von ihr war Debütantin).

Glücksfee spielte dieses Jahr ein Mann, Mister Schweiz Jan Bühlmann . Er sass am Tisch «Guglielmo Tell» (alle Tische haben Opernnamen) mit Jürg Marquard und Raquel Marquard , die gut frisiert war von ihrem Leib-Figaro Toni Maruccia . Dieser befand sich an diesem Tag im Promi-Stress. Im Fernsehstudio musste er für «Benissimo» die Sängerinnen Tinkabelle und Sina haarstylistisch aufmöbeln, vorher hatte er Circus Queen Marie-José Knie frisiert, deren Tochter Géraldine am Freitag eine Tochter gebar. Ein paar Opernball-Habitués fehlten, denn Frack und Smoking wurden Samstagabend nicht nur im Opernhaus getragen, sondern auch im Hotel Storchen.

Dort fand der Ball des Reitclubs Zürich statt, einem der vornehmen Zürcher Vereine. Der Ball wird jedes Jahr von einem anderen Mitglied organisiert, dessen Zunfthaus dient dann als Balllokal. Diesmal war es Modeunternehmer Olivier Burger (PKZ, Burger, Feldpausch) von der Zunft zur Schiffleuten.

Hildegard Schwaninger schreibt für den «Tages-Anzeiger», Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und das Schweizer Finanzportal Finews.ch.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.03.2011, 09:00 Uhr

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