Zürich

Notizen zu Namen: Die schönste Pfarrerin der Schweiz hat einen Neuen

Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 29.06.2010

Hildegard Schwaninger über: +++Die Hobys+++Die Biancas +++Miss Friday +++die Schweden-Hochzeit+++

1/7 Jean-Perre Hoby, Ex-Kulturmanager des Stadtpräsidialamts war mit der schönsten Pfarrerin der Schweiz zusammen...

   

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Ihren Sinn für Humor hat Carol Sauser nicht verloren, seit der Banker Ronnie Sauser mit Ex-Miss Silvia Affolter abgezwitschert ist. Vor ihrem Haus in Zollikon liegt eine Fussmatte mit der Aufschrift: «Here lives a Desperate Housewife» (übersetzt: «Hier wohnt eine verzweifelte Hausfrau»).

Sie sieht besser aus denn je – der Fussabstreifer-Text weist wohl darauf hin, dass sie sich inzwischen mit der neuen Situation abgefunden hat. Am Sonntag feierte sie ihren Geburtstag mit einem ausgiebigen Brunch.

Die Bilderbuch-Familie ist zerbrochen!

Jean-Pierre Hoby, Ex-Kulturmanager des Stadtpräsidialamts, und seine Frau Katharina Hoby (Bild), die schönste Pfarrerin der Schweiz, haben sich getrennt. Die beiden haben fünf Kinder. Katharina Hoby hat einen Neuen: ihren Berufskollegen Andrea Marco Bianca, reformierter Pfarrer von Küsnacht. Er ist der Bruder der Delfintrainerin Graziella Bianca, die einmal kurz mit dem Fifa-Allmächtigen Joseph Blatter verheiratet war.

Ich sitze im Tram und lese die Kolumne von Miss Friday im «20 Minuten»-Magazin «Friday», und keiner ahnt, wie sehr ich mich da identifizieren kann. Der ganze Sinn des Schreibens von Kolumnen ist ja, dass der Leser sich identifizieren kann, so etwa im Sinne von: «Genau so ist es. Genau das ist mir auch passiert.»

Ich bin gerade auf dem Weg zur Galerie Gmurzynska am Paradeplatz, um mir – Freitagnachmittag zwischen den beiden Fussball-Matchs Brasilien - Portugal und Schweiz - Honduras – die Ausstellung «Zaha Hadid und der Suprematismus» anzuschauen.

Das Bed-in

Da lese ich, dass Miss Friday just vor dieser Ausstellung, die ich mir – kein Mensch ist in der Galerie – allein und in Ruhe anschauen kann, geflüchtet ist. Vor dem Canapés mampfenden, Champagner schlürfenden, Smalltalk-bemühten Vernissagevolk samt eingeflogenen Prinzessinnen floh sie in ein mehrtägiges Bed-in. Hängte ihr Vernissagenkleid an den Nagel und flüchtete ins Bett («der beste Ort für Weltfluchten ist das eigene Bett»).

In einen vielstündigen Fernseh-Marathon, wo sie sich die Schweden-Hochzeit von Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel anschaute, ohne sich eine Minute dieses modernen Märchens entgehen zu lassen. Genau so ein Bed-in leistete ich mir kürzlich auch. Angeregt durch die Lektüre eines Buches über Pablo Picasso, in dem stand, das Energiebündel habe jeden zweiten Tag im Bett verbracht, um seine Batterien wieder aufzuladen.

Mich packte die Sommergrippe mit voller Wucht. Ich sagte sämtliche Termine ab, erfuhr dabei, dass ich nicht die Einzige war, die das Virus aus dem Alltagstrott geworfen hatte, und flüchtete ins Bett. Flucht vor Zu-vielLos? Es ist einfach viel zu viel los im Moment! Die Fussball-WM in Südafrika, Zürcher Festspiele, die grosse Märchenhochzeit in Schweden – wer soll das alles bewältigen? Das Fernsehen ist ein gefährlicher Zeitfresser. Zudem lockt der See, das schöne Wetter, es locken die Gartenbeizen, ganz Zürich ist ein Kurort.

Nach Sils Maria zum Opernfestival («Nozze di Figaro» im Hotel Waldhaus) könnte man auch noch fahren oder in den Edelklub Diagonal zur Nuit blanche, dem alljährlichen Sommerfest. Und jetzt kommt auch noch das ZüriFäscht. Wohin soll man sich wenden in diesem Dschungel von Events und Veranstaltungen? Man kann überall sein und nirgends – eine Party jagt die andere, eine Verlockung die nächste. Zum Glück geht es bald in die Ferien – da kann man sich erholen vom Feiern und Festen. Und vielleicht auch vom Fernsehen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.06.2010, 15:31 Uhr

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