Zoff unter Tierschützerinnen
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Auch wenn es um Tiere geht, menschelt es. Katharina Büttiker, Zürichs bekannteste Kämpferin an der Tierschutzfront, darf sich freuen, dass ihre Busenfreundin Jill Robinson die Doktorwürde der Universität Zürich bekommen hat. Gemeinsam setzen sich Büttiker, Präsidentin von Animal Trust Schweiz, und Robinson für gequälte Bären ein. Büttiker veranstaltet immer wieder Benefizabende, mobilisiert dann ihre prominenten Freunde; Kurt Aeschbacher und Erich Gysling vom Fernsehen sind dabei, Zeichner Ted Scapa, Ex-Miss Lolita Morena und die Millionenerbin und Mäzenin Hortense Anda-Bührle. Katharina Büttiker schont niemanden, in stundenlangen Filmvorführungen über geschundene Kreaturen versucht sie, ihre Gäste für den Tierschutz zu sensibilisieren und zum Geldspenden zu animieren. Eine Zeit lang galt Büttikers Engagement auch dem «Esel in Not». Nun hat sie sich mit Erna Schmid, die seit 25 Jahren alte, kranke, heimatlose Esel bei sich aufnimmt und pflegt, verkracht. Die Eselmutter und Büttiker liegen hoffnungslos im Clinch. Die einstigen Kampfgefährtinnen sehen sich nur noch beim Anwalt, und – wie Büttiker sagt – demnächst vor Gericht.
Was ist passiert? Büttiker besitzt einen Hof im süddeutschen Stockach, den sie dem Verein «Esel in Not» zur Verfügung stellte. Erna Schmid kümmerte sich um die 60 Esel in Not, bis sie eines Tages bei Büttiker in Ungnade fiel. Warum genau, ist schwer zu eruieren, es steht Aussage gegen Aussage, gegenseitige Schuldzuweisungen, ein hässlicher Streit. Und wenn Katharina Büttiker – eine Frau, mit der man keinen Streit haben will – etwas nicht passt, dann: Achtung Bulldozer! Jedenfalls verstiess sie Erna Schmid mitsamt Eseln vom Hof, den sie dem Verein für 950 Euro im Monat überlassen hatte. Büttiker bot Frau Schmid zwar – nachdem der Streit eskaliert war – an, ihr die Tiere (1200 Euro pro Esel) abzukaufen, aber ohne Esel gibt es auch keinen Verein «Esel in Not», also nahm Frau Schmid die Esel mit. Büttikers Gut ist jetzt ein Heim für Pferde.
Mia Brunner-Schwer, die sportliche Tierfreundin von der Goldküste (Golferin, Segelfliegerin), die in Sachen «Esel in Not» Mitstreiterin der ersten Stunde war (eine Zeit lang sogar als Vereinspräsidentin), setzt sich nach wie vor für die Esel ein. Hilft, wo sie kann, sammelt Geld, spendet. Mia Brunner-Schwer liebt alle Tiere, Esel liegen ihr besonders am Herzen: «Sie sind bei uns Tiere zweiter Klasse, werden ausgenützt, falsch ernährt und als Spielzeug zu Tode liebkost.» Und konstatiert traurig: «Der Streit schadet der guten Sache und den Tieren.»
Jetzt hat Mia Brunner-Schwer gemeinsam mit dem neuen Präsidenten des Vereins, Dieter Ryffel, (Ironie des Schicksals: Er ist Büttikers Nachbar in Feldbach) organisiert, dass «Esel in Not» wieder Fuss fassen kann. Die 60 Esel haben – mitsamt Erna Schmid – wieder eine Bleibe. Sie kamen in Engen nahe Schaffhausen unter. Das Ehepaar Esther und Walter Squindo von der Stiftung Humanatura hat für die Grautiere den Denklehof, 20 Hektaren Land für 420'000 Euro, ersteigert.
Nicht nur der Tierschutz braucht Geld. Opernsängerin Elena Mosuc kam auf die Idee, man könne ihr doch Geld überweisen und damit die CD, die sie machen möchte, finanzieren. Sie schickte ein Bettel-Mail an ihre Freunde. Die SVP-stramme Schweizerin mit rumänischen Wurzeln hatte schon immer ein gesundes Selbstbewusstsein – und einen starken Willen. Jetzt hat die 1,55 Meter grosse Künstlerin zehn Kilo abgenommen. Mit der bewährtesten Methode: weniger essen. Den neuen Body präsentierte sie an einer Opernpremiere im hautengen Kleid aus dunkler Spitze. «Habe ich am Flughafen in Berlin gekauft.» An der Deutschen Oper sang sie gerade «Lucia di Lammermoor».
Hildegard Schwaninger schreibt für den «Tages-Anzeiger», Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und das Schweizer Finanzportal Finews.ch. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.05.2011, 11:18 Uhr




