Zürich
Festival da Jazz im Club Dracula
Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 31.08.2009
Christian Jott Jenny mit Freundin Selina Messerer.
Gunter Sachs.
Heidi Happy.
Sophie Hunger.
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Sommer in St. Moritz, das sind Wanderer, Biker und Spaziergänger in Wanderkluft, die sich vor den Glamourboutiquen über den Asphalt wälzen. In den Fünfsternehotels sitzen die Bridge-Ladies, alle fein angezogen und frisch vom Frisör, und wenn sich einmal ein Herr in diese Runden verirrt, dann ist er, da kann er noch so bejahrt sein, heftig umflirteter Hahn im Korb.
In dieses Klima, das mehr ein Verveine-Tee-Klima ist als das vom Tourismus-Büro beschworene Champagnerklima, bringt Christian Jott Jenny frischen Wind. Jenny ist der Begründer des Festival da Jazz, das jetzt zum drittenmal stattfindet und bereits so erfolgreich ist (nicht finanziell, aber künstlerisch), dass es wirkt, als wäre es eine alteingesessene Institution. Das Festival da Jazz findet in dem von Gunter Sachs vor 37 Jahren gegründeten Dracula Club statt, der im Winter die Amüsierbude der Happy Few ist und im Sommer bisher geschlossen war.
Jetzt haucht Christian Jott Jenny dem berühmten Nachtlokal oberhalb des Kulm Hotels auch im Sommer Leben ein.
Versammelte Stars
Rolf Sachs, der Sohn von Gunter Sachs, der heute das Zepter im Dracula übernommen hat, steht Pate. Samstagabend feierte Christian Jott Jenny im Dracula seinen 31. Geburtstag. So jung und schon so tüchtig, dachten alle, die eingeladen war. Dieser hübsche blonde junge Mann hat den Marschallstab im Tornister, aus dem wird einmal ein Intendant.
Regierungsrat Markus Notter war aus der Tiefebene angereist, um mitzufeiern. Mit Jenny verbindet ihn die Freude am Singen. Notter singt Matrosenlieder, Jenny Schubertlieder. Er ist auch Begründer der Schubertiade in Zürich, und einer der drei Tenöre, die als Swiss Tenors durch die Welt tingeln (sangen bei der Vereidigung der Schweizer Garde in Rom).
Der Mann hat eine Energie, dass seine Gäste nur so staunten. Neben der Kunst hat er auch Sinn für Kommerz, er ist geschäftstüchtig, seine Firma heisst «Amt für Ideen». Auch das Festival da Jazz ist ein Produkt des Amts für Ideen.
Das Festival da Jazz dauert einen Monat, dieses Jahr sind viele Stars aufgetreten. Unter ihnen die Klavierikone Monty Alexander, aber auch Jungstars wie Heidi Happy und Sophie Hunger und die inzwischen 82-jährige Grand Lady des Blues und Gospel Othella Dallas.
Ausser Markus Notter pilgerte noch eine ziemlich illustre Gesellschaft zu Jennys Birthday-Party ins Engadin. Hanspeter Lebrument, der Chef des Schweizer Verlegerverbands, Auktionshaus-Besitzer Cyril Koller, Immobilienunternehmer Gerhard E. Walde, Juwelier Franz Marfurt.
Hingabevolles Catering
Für das Catering während des Festivals ist Franz Rhomberg mit seiner Firma Franzoli engagiert. Assistiert von einer aufgestellten jungen Crew sorgte er für die kulinarischen Freuden. Es war schön zu sehen, wie diese jungen Leute, die alle aus Familien kommen, die in der «Bilanz» unter den reichsten Schweizern figurieren (Rhombergs Onkel ist der Autoimporteur Walter Frey, dessen bestes Pferd im Stall der Hybrid Lexus ist) zupackten beim Verteilen von Würsten und Backed Potatoes, von Rucolasalat und Früchtekuchen, beim Ausschenken von Wein und Abräumen der Teller. Sie bewirteten das Publikum mit Hingabe.
Aufgetreten ist an der Geburtstagsparty Richard Galliano mit dem schwedischen Pianisten Jan Lundgren. Rolf Sachs, der als Designer in London lebt, kommt mit seiner Frau Maryam (sie schreibt Bücher) und den drei erwachsenen Kindern so oft wie möglich ins Engadin, wo die Familie jetzt neben dem Kulm ihr neues Haus bezogen hat. Er gab Jenny die Ehre, hielt eine Rede auf Jenny, sein Amt für Ideen und Graf Dracula. Fachsimpelte mit dem Fotografen Peter Vann, dessen Engadin-Bilder zurzeit in der Galerie des Kempinski-Hotels ausgestellt sind.
Und am Ende des Abends hatte Jott Jenny noch eine Ueberraschung bereit. Er verkündete, dass er im nächsten Jahr heiraten wird. Selina Messerer seine blonde Freundin, von Beruf Primarlehrerin, Tochter des Goldschmieds Beat Messerer. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.08.2009, 08:20 Uhr
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