Matthias Hartmann wettert jetzt gegen Linke
Von . Aktualisiert am 31.08.2009 2 Kommentare
Hat das Provozieren im Blut: Matthias Hartmann.
Wohnt in einem der schönsten Häuser am See: Kaspar Fleischmann.
Sascha Weidner.
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Notizen zu Namen
Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.
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Dass bei der Leading Party of the World im Hotel Baur au Lac der Champagner aus Plastikbechern serviert wurde, ist wohl der Gipfel der Stillosigkeit. (Einige Leser haben mich darauf hingewiesen, dass dies im Bericht letzte Woche unerwähnt blieb). Überhaupt schleichen sich im gesellschaftlichen Leben einige neue Sitten ein. Auch gute. Zum Beispiel verzichtet wegen der Schweinegrippe die Bussi-Society jetzt auf den Wangenkuss. Man begrüsst sich höchstens noch per Handschlag, und sogar das nicht überall. In der Privatbank Wegelin zum Beispiel werden die Kunden mit einem Avis am Eingang darauf hingewiesen, dass man wegen der Schweinegrippe auf Händeschütteln verzichte.
Dafür ist die Finanzkrise, vor dem Sommer noch das alles beherrschende Thema, aus dem Smalltalk verschwunden. Kein Mensch mehr redet von der Krise. Dafür ist neues Finanzgebaren optisch unübersehbar: Die Frauen tragen keine teure Mode mehr, alle tragen Zara, höchstens die Schuhe dürfen noch etwas kosten. Die Baustellen, diese Autoverkehr-Behinderer, unter denen die ganze Stadt leidet, haben auch einen Stil geprägt. Man kommt sogar zu den schicksten Partys auf dem Fahrrad. Frauen auf dem Velo sehen sexy aus – und sie wissen es. Er ist geradezu erfrischend frech, indem er immer das sagt, was er denkt. Matthias Hartmann, unser ehemaliger Schauspielhausdirektor, scheint das Provozieren im Blut zu haben. In Wien, wo er diese Woche mit Goethes «Faust» seine Ära als Burgtheater-Chef eröffnet, erklärte er in einem Interview: «Ich hasse links! Mein Vater war ein Erzlinker. Was diese 68er-Gesinnungslinken in der Welt angestellt haben – unvorstellbar!» Damit stösst er die traditionell linke Wiener Kulturschickeria gehörig vor den Kopf. Ihm wird noch der Preis für Zivilcourage verliehen!
Bei Kaspar Fleischmann in der Galerie zur Stockeregg tanzen traditionell viele Vertreter des vermögenden Zürich an, schliesslich besitzt Fleischmann eines der schönsten Häuser am See und ist einer von ihnen. Bei der Vernissage war Verlegerin Anne Rüffer ausersehen, den Fotokünstler Sascha Weidner zu interviewen. Sie machte die Tatsache, dass die Menschen heute in Sachen Taschentuch keinen Stil mehr haben (alle verwenden Papiertaschentücher, niemand ein Stofftaschentuch), zum Hauptthema. Kein Mensch verstand, was Anne Rüffer, die ihren Zigarettenkonsum von 80 auf 10 reduziert hat (nicht im Jahr, sondern am Tag), damit wollte. Bücher verlegen liegt ihr mehr als talkmastern. Demnächst erscheint in ihrem Verlag Rüffer & Rub eine Biografie der Schauspielerin Anne-Marie Blanc, die am 2. September 90 würde, geschrieben von der preisgekrönten Schriftstellerin und Regisseurin Anne Cuneo.
Im Seebad Enge fand dann das Sommerfest zur Galerien-Saisoneröffnung statt. Mancher dachte, er hätte da eine superexklusive Einladung für eine VIP-Party bekommen. Es war ein Riesenfest fürs fröhliche Kunst-Popolo, und so stand man stundenlang Schlange für die Bratwürste oder einen Drink.
Erfrischend war die Party, die Adrian Erni (auch er ein Eventmanager, aber ein stilvoller) im Oberen Letten gab. Keine 200 Franken Eintritt wie bei der Leading Party of the World, sondern gratis, dafür wurden Primitivo und Prosecco aus feinen Gläsern serviert. In den Partybereich kam nur, wer auf der Liste stand. Die Gesichtskontrolle war streng. Es war ein Fotoapéro für die Modefotos von Tobias Stahel. Die Modelagentur Scout Models war einer der Sponsoren, und so waren viele aufstrebende Künstlerinnen, Models und andere Beautys da. Und viele junge Männer, die gerne Talente entdecken. Der prominenteste Gast war TV-Star Beni Thurnheer, aber nicht weil er als Model Karriere machen will, sondern weil seine Kollegin, die junge Fernsehköchin Meta Hiltebrand (karottenrotes Haar mit artischockenrosa Strähne), kochte. Ihre Paella schreibt Geschichte. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.08.2009, 15:03 Uhr
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2 Kommentare
zum Glück für Hartmann und den Autor (oder die Autorin) dieser Kolumne gibts ja nicht nur Linke, sondern auch noch Leute, die sich um die Welt kümmern : mit stilvollen Prosecco-Gläsern, Stofftaschentüchern, VIP- und Leading Nonsense-Parties und viel Stil. Aber Velofahren, also bitte, ihr werdet doch nicht etwas die Linken nachahmen, so ein Mangel an Stil !!! Antworten



































