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Notizen zu Namen: Der Seidenspinner hat ausgekocht

Hildegard Schwaninger über: +++ Andi Stutz +++ Aviel Cahn +++ Dani Levy +++ Antwerpen +++ Giovanni Segantini +++ Noemi Nadelmann +++ Henriette Götz +++

1/5 Das Restaurant Seidenspinner gibt es nicht mehr...

   

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Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.

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Der Seidenspinner hat ausgekocht

Seidenkönig Andi Stutz als Gastronom ist Geschichte. Das Restaurant Seidenspinner gibt es nicht mehr. Das Lokal an der Ankerstrasse wurde von Gianni Segantini übernommen. Der junge Caterer, Nachfahre des Künstlers Giovanni Segantini aus Maloja, eröffnet dort am 23. März das Ristorante Segantini.

Aviel Cahn kanns

Während die Intendanten, die in Zürich das Opernhaus leiten, aus Wien und (der zukünftige) aus Berlin kommen, ist in Antwerpen ein Zürcher am Ruder. Aviel Cahn leitet die Vlaamse Opera, die zwei Opernhäuser unter einer Intendanz vereint: Antwerpen und Gent. Aviel Cahn ist 36, Sohn des Kulturjournalisten Roger Cahn. Er hat Jus studiert, wollte Tenor werden, ist auch in der Zürcher Kulturszene kein unbeschriebenes Blatt: Ein Jahr lang war er künstlerischer Direktor des Zürcher Kammerorchesters. Als Vorgänger von Michael Bühler, dem der Überraschungscoup gelang, Sir Roger Norrington als Chefdirigent des Kammerorchesters nach Zürich zu holen. Als Operndirektor hat sich Aviel Cahn bisher in Helsinki bewährt, später in Bern und, mit dem Chinesen Muhai Tang als Chefdirigent, in Peking. Wer Cahn und seine Ambitionen kennt, hat keine Zweifel, dass er eines Tages, vielleicht schon nach der Ära Andreas Homoki, in Zürich in der Intendantenloge sitzen wird.

Eine Stadt mit viel Flair

Aviel Cahn sprudelt vor Begeisterung, wenn er Freunden seine vorübergehend neue Heimat vorführt. «Antwerpen ist die tollste Stadt, in der ich bis jetzt gearbeitet habe.» Die Stadt, in der die Oper «Lohengrin» spielt, ist aufregend, hat viel Flair. Die zweitgrösste Stadt Belgiens, (fast 500’000 Einwohner, aus 164 verschiedenen Nationen) ist die Stadt des Barockmalers Peter Paul Rubens, Diamantenmetropole, Shopping-Paradies, man kann herrlich einkaufen, wunderbar essen und abends geht man in die Oper. Ideal für einen kurzen Städtetrip!

Der Jungeselle und die Frauen

Aviel Cahn wohnt fünf Minuten von der Oper, in einem Penthouse über den Dächern der Stadt. Er ist Junggeselle. Lange war er mit einer italienischen Sängerin liiert, heute lebt er ohne feste Beziehung, hat aber immer die schönsten Freundinnen. Im Moment eine wunderschöne Russin. Durch die Stadt fährt er mit einem brandneuen Lexus Hybrid, auf dem gross «Vlaamse Opera» steht. Lexus ist ein generöser Sponsor. Drei Autos hat Cahn zur Verfügung. Eins für sich, eins für seinen Chauffeur, eines für die Oper allgemein. Flämisch spricht Cahn inzwischen so gut, dass man ihm nach einem Fernsehinterview sagte, er könne die Sprache «besser als alle Leute vom belgischen Königshaus».

Mitarbeiter aus der Schweiz

Aus der Schweiz hat er ein paar Mitarbeiter importiert. Seine kaufmännische Direktorin ist Henriette Götz, eine Dynamo-Frau aus dem Thurgau, die als Marketingchefin Michael Haefliger ins KKL nach Luzern holen wollte, die aber lieber nach New York und jetzt nach Antwerpen ging. Als Regieassistentin hat er Viktoria Pfortmüller engagiert, die Tochter des Zürcher Anwalts und Präsidenten der Freunde des Schauspielhauses Herbert Pfortmüller. Die Zürcher Sopranistin Noemi Nadelmann singt das nächste Neujahrskonzert.

Pommes mit Mayo

Cahn weiss, wie man Furore macht. Zurzeit zeigt er «Don Carlos» in der Inszenierung von Peter Konwitschny. Kommt von der Wiener Staatsoper, dauert über fünf Stunden, keine Sekunde langweilig. Eine spektakuläre Idee hat er für 2013: Das Musical «Anatevka» im Hafen von Antwerpen (der Binnenhafen ist doppelt so gross wie die Stadt), Regie führt der Basler Dani Levy («Alles auf Zucker»). Neu hat Aviel Cahn einen Chefdirigenten ernannt: Dmitri Jurowski, den 30-jährigen Sohn von Michail Jurowski, der in Zürich das Ballett «Raymonda» dirigiert. Er dirigiert die nächste Premiere in Gent, «Eugen Onegin». Gent und Antwerpen, kein schlechtes Sprungbrett für eine Intendantenkarriere: Cahns Vorvorgänger war Gérard Mortier, der von der Vlaamse Opera an die Salzburger Festspiele engagiert wurde.

In Antwerpen gibt es wunderbare Schokolade, das flämische Bier ist Weltklasse, und hier schmeckt sogar etwas, was bei uns verpönt wäre: Pommes frites mit Mayonnaise.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.03.2010, 11:56 Uhr

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