Russian Night im Club Diagonal

Wo sich blonde Gazellen mit hohen Backenknochen und ein paar nimmermüde Oldies treffen, fliesst ganz schön viel Champagner. Ebenfalls zu feiern gibt eine Wiedereröffnung und ein neuer stylischer Chefdirigent.

Russische Gäste?

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Fabio Luisi

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Notizen zu Namen. Die wöchentliche Gesellschaftskolumne der Jahrespublikation «WW Who is Who in Zürich» entsteht in einer Medienpartnerschaft mit dem TA. Herausgeber ist Eugen Baumgartner.

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Russische Frauen beschäftigen die Phantasie der Männer. Kein Wunder, dass sich Freitagnacht Legionen unternehmungslustiger Herren vor dem «Diagonal» drängten. «Russian Night» war angesagt. Mit dreissig Franken Eintritt war man dabei (Clubmitglieder gratis). Drinnen wirbeln die schönen Russinnen. Ein Glas Champagner der Edelmarke Louis Roederer wird schon am Eingang offeriert, so kommt man schnell in Stimmung.

Eine junge Frau mit strahlendem Lächeln, weissem Sommerkleid und einer Pelzmütze auf dem Kopf geht mit einem Tablett Wodkagläsern herum. Eine Russin vollführt auf der Tanzfläche einen Balztanz, ein Schweizer, Zigarette im Mund und Hände in den Hosentaschen, schaut ihr gelangweilt zu. Ein schönes Paar kuschelt, und eine blonde Gazelle mit hohen Backenknochen tanzt selbstversunken allein. Ihre Stiefel mit spitzen Absätzen ziehen die Blicke der Männer auf sich. Um ein Uhr früh ist hier reinste Walpurgisnacht. Zwar, flüstert mir ein graumelierter Connaisseur zu, kämen viele Frauen «aus dem Milieu», aber was soll’s? Das tut der Stimmung keinen Abbruch.

Neugierig, frage ich dann doch ein paar Russinnen, was sie in Zürich machen. Alle geben die gleiche Antwort: «Studieren Deutsch.» Gutaussehende Männer umlagern die Bar und zahlen mit 1000er und 200er-Noten. Das Duo Dwojka, in russischer Tracht, spielt russische Folklore, irgendwo soll Michelle Morand, Miss Zürich 2009, herumschwirren.

An den Tischen sitzen ein paar nimmermüde Oldies und lassen den Champagner flaschenweise auffahren. So auch der im Moment etwas glücklose Gastronom Wolf Wagschal, der nicht weit ist, wenn irgendwo junge Frauen sind. Von seiner Five AG ist nur noch die Stapferstube (heute T für Ticino) geblieben, auch das Restaurant Riva in Wollishofen musste er schliessen. (Geht am 1.Mai unter neuer Führung wieder auf!) Mehr Glück hat er als Berater. Mit seinem Flair für Events berät er das Rive Gauche im Baur au Lac, macht dort einen guten Job.

Der Besitzer des Diagonal Charles Roulet hat Grund zur Freude. Das Diagonal, 40 Jahre alt und damit ein Dinosaurier unter den Nachtclubs, ist ein Renner. An den Wochenenden geht hier die Post ab. Am wildesten, sagt der Mann, der als eine Art Club-Zerberus fungiert (er ist seit der Gründung dabei, wurde noch von Club-Erfinder Charles Kracht eingestellt), sei das Oktoberfest. Und bald geht die nächste grosse Party ab. Am 20. Februar. Da ist Fasnacht!

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Freude herrscht, denn das Zunfthaus zu den Zimmerleuten ist, drei Jahre nach dem unseligen Brand, bald fertig. Am 2.Oktober wird es, in neuem Glanz, eröffnet. «Genau wie vorher, nur noch schöner», wie Pächter Christian Kramer von Kramer Gastronomie stolz verkündet. «Wer in einem der wunderschönen Säle essen will, kann jetzt schon buchen.»

Neue Geschäftsführerin wird Tamara Gerber sein, von der sich Kramer einiges erhofft, «sie hat die klassische Gastro-Ausbildung, und arbeitete bisher in der Spitalgastronomie.» Das kulinarische Angebot bleibt klassisch traditionell, wie man es von einem Zunfthaus erwartet, aber etwas modernisiert. Am kommenden Sechseläuten geniessen die Zimmerleuten-Zünfter noch das Gastrecht im Metropol, wo sie seit dem Brand Unterschlupf fanden.

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Was für einen stylischen Chefdirigenten wir doch bekommen! Fabio Luisi, der mit Intendant Andreas Homoki 2012 ins Opernhaus einzieht, steht ganz oben auf der Liste der bestangezogenen Dirigenten (Jury: das New Yorker Trendmagazin «W»). Alles, was er trägt, ist Massarbeit. Auch die Schuhe (Scheer, Wien). Am Dirigentenpult trägt er einen mitternachtsblauen Frack (niemals schwarz), ebenfalls Haute Couture aus Wien. Seinen Dirigentenstab verwahrt er in einem Porte-bâton aus Leder, gefertigt von Hermès in Paris, entworfen von seiner Frau Barbara. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.02.2010, 11:49 Uhr

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