Zürich
Der Weihbischof und die Medien
Für seine Medienauftritte lässt sich der neue Zürcher Weihbischof Marian Eleganti von Giuseppe Gracia beraten, dem Kommunikationsbeauftragten des Basler Bischofs Kurt Koch. Gracia rät dem Weihbischof, Interviews in ausgewählten Medien zu platzieren. Das letzte ist in der «NZZ am Sonntag» erschienen. Auf die Vorwürfe des TA angesprochen, er habe 15 Jahre lang einer verbotenen kirchlichen Gemeinschaft angehört, meint Eleganti, die Sanktionen hätten sich nicht auf die Gemeinschaft bezogen, sondern nur auf den Gründer. Tatsache ist jedoch, dass die Kirche die Gemeinschaft mehrfach verboten hat - so 1985 auch deren Priesterseminar in Innsbruck. Das Interview, jetzt auch auf der Website des Bistums Chur aufgeschaltet, führte Matthias Herren, Pfarrer der reformierten Kirche in Bülach, der sonst vor allem über Themen der reformierten Kirche schreibt. Am Tag vor der Bischofsweihe Ende Januar hatte der «Blick» ein Interview mit Eleganti publiziert, obwohl dieser bis zur Weihe schweigen wollte. Das Gespräch führte der Journalist und Theologe Simon Spengler, der - wie fast gleichzeitig bekannt wurde - neu Geschäftsführer der Kommission für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz wird.
Aus dem Bistum Basel gibt es auch Kritik an Eleganti. Der zurücktretende Generalvikar Roland Trauffer sagte der «SonntagsZeitung»: «Dass Weihbischof Eleganti für die Anti-Minarett-Initiative stimmte, das finde ich persönlich skandalös. Seine Begründung war unbrauchbar. Er geniesst aber meinen Respekt, weil er zu seiner Überzeugung steht.» Am Sonntag um 16 Uhr findet in der Zürcher Liebfrauenkirche ein Gottesdienst zum Amtsantritt von Eleganti und Generalvikar Josef Annen statt. (mm.)
Erstellt: 12.03.2010, 02:01 Uhr
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