Zürich
Der programmierte Stau
Von Alexander Lanner
Bassersdorf – Bis Ende Jahr wird im Zentrum von Bassersdorf der stark befahrene Kreisel saniert. Dies ist notwendig, weil unter dem Kreisel ein Bach fliesst, der sich kurz davor teilt. «Die Durchlässe des Alt- und Auenbachs sind marode», sagt Christian Hosig vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) am Informationsanlass. Die ältesten Abschnitte stammen aus dem Jahr 1907. Letztmals trat der Bach im August 2007 über die Ufer.
Um den Hochwasserschutz sicherzustellen, müssen die unterirdischen Bachdurchlässe die Wassermenge eines Jahrhundert-Hochwassers schlucken können. Das Abflussvermögen beträgt heute knapp 11 Kubikmeter pro Sekunde, erforderlich sind jedoch 26. Die Erweiterung der Durchlässe ist nur eine Massnahme zur Bekämpfung des Hochwassers. Zusätzlich stehen ein Rückhaltebecken oberhalb des Dorfes und der Vollausbau der beiden Bäche zur Diskussion. Bei der zweiten Variante müsste das jetzige Bachbett allerdings extrem viel breiter oder tiefer werden. Der Gemeinderat wird noch in diesem Jahr über die Varianten beraten.
Kosten: 7 Millionen Franken
Mit der Sanierung der Durchlässe wird auch der Kreisel erneuert und somit der ganze Verkehr in Mitleidenschaft gezogen. «Für eine Sanierung ist es nie der richtige Zeitpunkt», sagt Gemeinderat Christian Pfaller (SVP). Um aber künftigen Überschwemmungen vorzubeugen, seien diese Massnahmen notwendig. Die Kosten für die aktuellen Sanierung belaufen sich auf 7 Millionen Franken.
Seit 20 Jahren fahre oder vielmehr stehe der Verkehr am Kreisel, sagt Pfaller. Mit den neuen Bauarbeiten werde sich diese Situation nicht verbessern. Schon gar nicht, weil der Kanton gleichzeitig in zwei Nachbargemeinden weitere Arbeiten durchführt. «Von Mai bis September wird in Kloten der Belag der Bassersdorferstrasse saniert. In Nürensdorf werden im Mai an der alten Winterthurerstrasse Belagsanierungen und der Bau eines Radwegs abgeschlossen», sagt David Amrein vom kantonalen Tiefbauamt.
Ampel statt Kreisel
Die Geduld der Einwohner von Bassersdorf wird somit bis Ende Jahr auf die Probe gestellt. Im Dorf selbst wird anstelle des Kreisels eine Ampelanlage den Verkehr regeln. Deshalb ist unweigerlich mit stehenden Autokolonnen zu rechnen. Die grösste Sorge der Bevölkerung betrifft aber nicht den programmierten Stau, sondern den Schleichverkehr durch die Quartiere. Dieser sei nicht zu vermeiden, meinen die Experten.
Der Kreisel im Zentrum von Bassersdorf wird ab dem 21. Februar saniert. Foto: Sybille Meier
Erstellt: 07.02.2012, 06:26 Uhr
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