Zürich
Einmal kühlgrün, einmal warmbraun: Die Augen der Bundesratskandidatin
Von René Donzé
Winterthur – Einen Augenblick der Irritation erfährt, wer der SP-Bundesratskandidatin Jacqueline Fehr tief in die Augen schaut. Rechts linst die Nationalrätin mit kühlgrüner, links hingegen mit warmbrauner Iris. «Manchen fällt das sofort auf, andere wiederum haben es jahrelang nicht bemerkt», sagt die 47-jährige Winterthurerin. Den Grund für ihre Zweifarbigkeit kennt sie nicht. «Da müssen sie einen Vererbungs-Theoretiker fragen», sagt sie. Soviel sie weiss, hatte sie von klein auf zwei Augenfarben. Sie führt es auf ihre Eltern zurück: «Mein Vater hatte braune, meine Mutter hat grüne Augen.»
Die Fachwelt bezeichnet das Phänomen als Iris-Heterochromie, eine Störung der Pigmentierung. Was bei Tieren wie Huskys häufig vorkommt, gibt es nur bei vier Menschen auf eine Million. Zu Berühmtheit gebracht haben es das blaue und das braune Auge von Hollywood-Schauspielerin Kate Bosworth («Pferdeflüsterer», «Superman Returns») mit denen sie die Männerherzen verwirrt.
Eine Herausforderung kann das Phänomen für betroffene Frauen beim Schminken darstellen, wie in Internetforen zu lesen ist. «Solche Probleme habe ich nicht», sagt Fehr. Auch sei sie als Kind nie deswegen gehänselt worden. Nur als sie einst auf dem Passamt die Augenfarbe mit «einmal braun und einmal grün» angeben wollte, scheiterte sie am Schweizer Formalismus, der dafür keinen Platz vorgesehen hatte. «Ich schrieb dann einfach grünbraun hin.»
Ein Blick tief in Jacqueline Fehrs Augen offenbart ihre Iris-Heterochromie. Foto: Dominic Büttner (Pixsil)
Erstellt: 27.08.2010, 22:00 Uhr
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