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Uster sucht Räume für Kanti Glattal

Von Nicole Roos. Aktualisiert am 11.11.2009

2012 muss die Kantonsschule Glattal zügeln. Wohin, ist jedoch noch unklar. Auch der Ustermer Stadtrat sucht fieberhaft nach neuen Möglichkeiten.

Dübendorf/Uster - Die Kantonsschule Glattal in Dübendorf braucht dringend neue Schulzimmer. Das Primarschulhaus Stägenbuck in Dübendorf - in dem die Mittelschule untergebracht ist - platzt aus allen Nähten. Eigentlich hätte 2009 mit dem Bau eines neuen Schulhauses beim Bildungszentrum in Uster begonnen werden sollen. Doch im Januar wurde bekannt, dass der Regierungsrat das Projekt aus Geldmangel verschoben hat. Zu diesem Zeitpunkt allerdings war der Mietvertrag für die Schulräume im Schulhaus Stägenbuck auf August 2012 bereits gekündigt. Anstatt 2012 kann die Mittelschule wohl erst 2015 oder 2016 ins neu gebaute Schulhaus nach Uster zügeln. Der 90-Millionen-Kredit kommt erst 2010 vor den Kantonsrat. Diese Verzögerung bringt die Kantonsschule in Bedrängnis. Seit 2007 besuchen bereits sechs Klassen der Kantonsschule den Unterricht in Uster. Beim Bildungszentrum hat die Stadt Uster zwei Pavillons mit vier Schulzimmern für die Mittelschule aufgestellt. Das genügt aber nicht, denn die Kantonsschulebraucht mehr als 20 Schulzimmer. Das macht die Suche nicht einfacher.

Kosten für Pavillon sind hoch

«Wir warten nun schon 35 Jahre auf die Kantonsschule», sagt Stadtpräsident Martin Bornhauser (SP). Für ihn kann es nicht schnell genug gehen, bis die Kanti endlich definitiv nach Uster zügelt. Doch woher die nötigen Schulzimmer nehmen? «Anfänglich hatten wir eine Lösung auf dem Zellweger-Areal in Aussicht», sagt Bornhauser. Doch diese habe sich leider im letzten Moment zerschlagen.

Ziel sei es, die ganze Mittelschule an einem einzigen Standort unterzubringen. An der Gemeinderatssitzung vom Montagabend brachte die GLP eine neue Variante ins Spiel. Sie schlägt vor, auf der Püntwiese 6 Pavillons aufzustellen. Darin könnten 24 Schulzimmer untergebracht werden. Zudem wären die Pavillons nahe am Bildungszentrum. Der Stadtrat ist zurzeit dabei, die Kosten für ein solches Provisorium abzuklären, sagt Bornhauser. Er rechnet mit Kosten von 6 Millionen Franken. Ob der Kanton bereit sei, diesen Betrag für ein Provisorium von 4 bis 5 Jahren zu zahlen, bezweifelt er allerdings. Dann bliebe als einzige Möglichkeit, dass die Kantonsschule in Dübendorf nach Schulraum sucht. Doch auch in Dübendorf steht kein Schulhaus leer, in das die Kanti vorübergehend zügeln könnte. «Im Schulhaus Stägenbuck sind wir auf die Räume der Mittelschule dringend angewiesen», sagt Edith Jöhr (BDP), Präsidentin der Primarschulpflege Dübendorf. Denn auch die Primarschule platze aus allen Nähten und brauchemehr Schulzimmer. Die Notlösung wäre ein Pavillon auf dem Schulgelände.

Edith Jöhr würde es befürworten, wenn die Mittelschule ganz in Dübendorf bleiben könnte. Die Schulqualität leide, wenn die Mittelschüler an drei verschiedenen Standorten unterrichtet würden. «Das ist schlicht nicht zumutbar», findet sie. Doch auch Jöhr kann keine Lösung aus dem Ärmel schütteln. «Sicher muss die Kanti 2012 nicht aus dem Schulhaus ausziehen, wenn sie keine andere Lösung hat», sagt sie. Die Frage sei allerdings, für wie lange die Kanti noch bleibe. Ruth Wullschleger, Rektorin der Kantonschule Glattal, war gestern nicht erreichbar. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.11.2009, 02:01 Uhr

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