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Verkehr um ein Drittel zurückgegangen

Aktualisiert am 16.07.2010

Die Westumfahrung Zürichs bringt Wiedikon und Hard die erhoffte Entlastung. Jetzt wird aus der Weststrasse eine Quartierstrasse.

Von Jürg Rohrer

Vor über einem Jahr, am 4. Mai 2009, wurde der Uetlibergtunnel eröffnet; im November folgte die Eröffnung der A 4 im Knonauer Amt. Die 40-jährige Westtangente zwischen Hardbrücke und Sihlhochstrasse hatte endlich ausgedient. Flankierende Massnahmen, zuerst meist provisorisch, lenkten den Verkehr auf die Autobahn. Gestern präsentierte die Stadt die Ergebnisse der Verkehrszählungen, die über ein Netz von Messstellen in den Fahrbahnen erfolgten. Das Fazit ist positiv, die Verkehrsverlagerungen entsprechen meistens den Berechnungen und Erwartungen der Dienstabteilung Verkehr.

¬ Im Gebiet der ehemaligen Westtangente nahm die Verkehrsmenge um 35 Prozent oder 25?000 Fahrzeuge pro Tag ab. Zuvor waren es täglich 69?000 Autos und Lastwagen gewesen.

¬ 85 Prozent des Schwerverkehrs sind auf die Westumfahrung gewechselt. Die verbliebenen 15 Prozent haben ihr Ziel oder ihren Abfahrtsort in der Stadt.

¬ Schweighofstrasse: Rund ein Viertel weniger Verkehr im Tagesschnitt in beiden Richtungen.

¬ Albisriederstrasse: 23 Prozent Zunahme morgens von 6 bis 8 Uhr stadteinwärts, 15 Prozent Abnahme abends von 16 bis 18 Uhr stadtauswärts. Im Tagesschnitt in beiden Richtungen keine Zunahme.

¬ Birmensdorferstrasse: Minus 25 Prozent stadtauswärts im Tagesmittel, minus 19 Prozent stadteinwärts.

¬ Seebahn-/Weststrasse: Minus 54 Prozent westwärts, minus 42 Prozent ostwärts.¬ Albisstrasse/Wollishofen: Keine Veränderung stadtauswärts, minus 7 Prozent stadteinwärts.

¬ Wehntalerstrasse/Affoltern: Als Autobahnzubringer hat sie morgens 28 Prozent Mehrverkehr. Im Tagesschnitt plus 7 Prozent stadteinwärts und 13 Prozent stadtauswärts.¬ Brunaustrasse/Enge: Ist trotz Tempo?30 zum beliebten Schleichweg zwischen A 3 und Seestrasse geworden mit einer Zunahme um 43 Prozent stadteinwärts, in der Morgenspitze gar um 57 Prozent. Die Stadt hat mit versetzten Parkplätzen reagiert und vermehrten Geschwindigkeitskontrollen. Weitere Massnahmen sind geplant.

Stadträtin Ruth Genner (Grüne), die Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, sagte gestern vor den Medien, die flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung hätten bereits grosse Wirkung gezeigt. Diesen Erfolg gelte es jetzt zu sichern, unter anderem mit den Massnahmen der zweiten Bauetappe (Text unten). Der stadtverträgliche Verkehr könne aber nur gemeinsam mit den Nachbargemeinden und dem Kanton erreicht werden. Der Verkehrs-Club der Schweiz erinnerte in einer Mitteilung daran, dass er zusammen mit der Stadt bis zum Bundesgericht musste, um den Kanton zu verpflichten, die flankierenden Massnahmen auf die Eröffnung des Tunnels hin zuzulassen.

Erstellt: 16.07.2010, 21:10 Uhr

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