Zürich
Wo bitte geht es hier zu den Wahlen?
Unterland - Am 18. und 25. April finden die nächsten Wahlgänge im Unterland statt. Wer sich auf der Website der Gemeinde Buchs darüber informieren will, gewinnt den Eindruck, dass gar keine Wahlen stattfinden. Ein Hinweis ist auch in der Agenda nicht zu finden. Ähnlich sieht es für den 25. April in den Gemeinden Hüntwangen, Niederglatt, Lufingen und Winkel aus. In Boppelsen entscheidet sich am letzten April-Wochenende immerhin der Kampf um das Gemeindepräsidium. Auf der Website ist aber nur nach gründlicher Suche ein Hinweis im Terminkalender in der Kategorie «Behörden» zu finden.
Andere Gemeinden informieren auf ihrem Internetauftritt etwas benutzerfreundlicher. Beispielsweise Kloten und Bülach, wo unter anderem Parlamentswahlen stattfinden. Während in Kloten schon auf der Startseite zwei Links in der Rubrik «Neuigkeiten» untergebracht sind, muss man sich in Bülach erst via Kategorie «Politik» zum Wahl-Dossier durchklicken. Beide Städte bieten ihren Stimmbürgern dann die offiziellen Wahllisten und Beiblätter in PDF-Form an.
Wer sich über die Kandidaten näher informieren will, findet auf den Gemeindeseiten aber keine weiteren Details. Roger Suter, Bülachs stellvertretender Gemeindeschreiber, der für die Wahlen zuständig ist, erklärt: «Unsere Website ist keine Wahlplattform. Wir listen die Kandidaten auf, deren Profil sollen aber die Parteien darstellen.» Dafür verlinkt die Stadt Bülach wie auch andere Gemeinden die Internetauftritte der lokalen Parteien. «Wenn wir nur schon die Stadtratskandidaten porträtieren würden, gäbe dies einen erheblichen Mehraufwand. Dafür fehlen die Ressourcen.» Ähnlich tönt es auch in Wallisellen. «Kandidatenporträts darf die Gemeinde nicht vornehmen, das ist Sache der Parteien», sagt Guido Egli, stellvertretender Gemeindeschreiber. Solche detaillierte Porträts werden aber scheinbar gar nicht verlangt, wie Thomas Peter, Verwaltungsdirektor der Stadt Kloten, weiss: «Wahlinformationen auf unserer Website wurden bisher weder von Kandidaten, Parteien oder der Wählerschaft beantragt.» Die meisten Gemeinden im Unterland stellen deshalb einfach die Beiblätter und Kandidatenlisten auf das Internet.
Dänikon sticht heraus
Auf der Däniker Seite findet man den Link dafür direkt auf der Startseite. Dort ist dem Thema Wahlen mit einem eigenen Kasten und einem Bild ein prominenter Platz eingeräumt. Dänikon ist aber die positive Ausnahme im Unterland. Einige andere Gemeinden haben auf der Startseite einen Link unter «Neuigkeiten» oder «Anlässe» platziert. Dällikon, Dietlikon, Embrach und Regensdorf veröffentlichen unter diesem Link auch die Wahllisten als PDF.
Meistens müssen die Informationen aber in der Rubrik «Politik» und «Wahlen und Abstimmungen» gesucht werden, da ein direkter Link auf der Startseite fehlt. Oder die Gemeinden informieren nur gerade über den Wahltermin, veröffentlichen aber keine Listen.
Wer sich also im Hinblick auf die Wahlen näher mit den Kandidaten auseinandersetzen will, macht das am besten auf den Websites der Parteien oder in den Wahlvorschauen der Medien. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.04.2010, 02:01 Uhr


