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Kein Intelligenztest mehr für Gymi-Kandidaten

Die Bildungsdirektion hat bei den Gymi-Prüfungen überraschend auf Eignungstests verzichtet. Begründung: Es gab andere Resultate als erwartet.

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Müssen nicht zum Intelligenztest antraben: Schüler an der Gymiprüfung.

Alle Kinder sollen im Kanton Zürich Chancen auf eine gute Ausbildung haben. Diesen Leitgedanken nennt Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) bei jeder Gelegenheit. An den Gymnasien sind aber fast ausschliesslich Kinder aus gutem Haus. Die Mittelschülerquote an der Goldküste ist doppelt so hoch wie jene im Bezirk Andelfingen (TA vom 6. Juli). Um dies zu ändern, wurde vor einigen Jahren eine zentrale Aufnahmeprüfung eingeführt. Zuvor hatten die Mittelschulen im Kanton Zürich unterschiedliche Prüfungen, was den Verdacht schürte, an den Zürichberg-Gymnasien sei es einfacher, einen Platz zu bekommen, als in den Kantonsschulen in der Region.

Ergänzung zum traditionellen Test

Als sich dies nicht bewahrheitete, wurde 2007 versuchsweise ein AKF-Test eingeführt, der die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten prüft. Auf diesen Test konnten sich die Gymi-Kandidaten nicht vorbereiten. Gefragt war ihr logisches Urteilsvermögen. Eigentlich wollte man die traditionelle Aufnahmeprüfung mit einem solchen Test ergänzen, um auch jenen Kindern eine Chance zu geben, die zwar intelligent sind, aber zu Hause zu wenig unterstützt werden und keine teuren Drillkurse besuchen können. Nicht die erwarteten Ergebnisse

Überraschend ist nun nach drei Versuchsjahren auf die AKF-Tests verzichtet worden. Das bestätigte Marc Kummer, Chef im Mittelschul- und Berufsbildungsamt. Ob und wie es mit den Tests weitergeht, wollte er nicht sagen. Der noch unveröffentlichte Schlussbericht zum Schulversuch werde erst im Herbst vom Bildungsrat verabschiedet. Zu den Empfehlungen des Berichts wollte Kummer keine Aussagen machen. Die Tests hätten zwar aufschlussreiche Erkenntnisse gebracht, aber nicht die erwarteten und die erhofften.

Fragwürdige Quote

Der TA hatte im letzten Sommer davon berichtet, dass das gegenwärtige Aufnahmeverfahren nicht die Unterschichtskinder benachteilige. Eine erste Auswertung der AKF-Testresultate hatte eher ergeben, dass intelligente Knaben (TA vom 9. Juli 2009) die Prüfung verpatzen: 35 Knaben schafften den Sprung ans Gymnasium nicht, obwohl sie im AFK-Test hervorragend abgeschnitten hatten.

AKF-Versuchsleiter Urs Moser vom Institut für Bildungsevaluation an der Uni Zürich hatte damals gesagt, er würde auf die AKF-Tests im Gymi-Aufnahmeverfahren verzichten. Es sei sinnvoller, das Potenzial der Kinder früher zu erfassen. Ob er diese Empfehlung im Schlussbericht wiederholt hat, wollte er gestern nicht sagen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.07.2010, 23:13 Uhr

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10 Kommentare

Tobias Lienhard

15.07.2010, 14:19 Uhr
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@Moni Cetri: Genau dort liegt das Problem. @Gianni Carlos: Darum braucht es Hochbegabtenförderung. Damit Potential auch etwas wert wird. Kann doch nicht sein, dass man mit hervorragenden Resultaten im logischen Denken nicht den Weg ins Gymi schafft. Da ist doch etwas grundfaul im System. Und "Gutmensch" als Schimpfwort nervt langsam. Ist wohl das natürlichste, dass man sich Mühe gbt, Gutes zu tun. Antworten


Remo Wermelinger

15.07.2010, 13:47 Uhr
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Also für mich liest sich das folgendermassen: Die Tests haben gezeigt, dass nicht die 'Armen' gegenüber den 'Reichen' benachteiligt werden, sondern die Buben gegenüber den Mädchen. Solche Resultate sind politisch natürlich total unerwünscht, daher wird der Test mal ganz schnell wieder abgeschafft und die Resultate unter den Teppich gekehrt. Antworten


Peter Meierhofer

15.07.2010, 13:13 Uhr
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@Petar Jankovic, Die über 30% sind auf das tiefere Niveau zurückzuführen. Und im Artikel steht explizit, dass des keine Diskriminierung der "Unterschicht" gibt. Kinder aus privilegierten Schickten sind, das ist implizit erwähnt, einfach intelligenter und oder fleissiger. Das Mantra der systemisch benachteiligten Unterschicht-Kinder ist somit reine Propaganda der Sozial-Industrie. Antworten


Petar Jankovic

15.07.2010, 09:41 Uhr
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Problem im Kanton ZH ist, dass nur 18% eines Jahrgangs das Gymnasium besuchen können. In Europa liegt der Schnitt bei über 30%. Die tiefe Quote im Kanton hat nicht mit der Intelligenz unserer Kinder zu tun, sondern mit dem Angebot. Dass Kinder reicher Sozialdarwinisten die Plätze bekommen, anstatt Kinder der Unterschicht verstehe ich nicht. Warum Akademiker subventionieren? Denen geht es gut. Antworten


Mona Cetri

15.07.2010, 09:10 Uhr
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Leider kommen so die falschen Leute in die Hochschulen. Sie müssen vor allem auswendig lernene können, was ihnen vorgesetzt wird. Intelligente Kinder, die nicht nur nachplapprn sondern etwas selber entwickeln könnten, sind nicht gefragt. Mit der Abschaffung des AKF - Test wird diese Haltung zementiert. Antworten


Herbert Frei

15.07.2010, 09:06 Uhr
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Wenn Schreibtischtäter, fern aller Schulpraxis, Entscheide fällen, kommt's schief heraus. Einheitstests lösen überhaupt kein Problem, denn sie gleichen die Vorteile von Kindern aus bildungsnahen Schichten (Akademiker als Eltern) nicht aus, im Gegenteil. Mit individuellen Aufnahmeprüfungen wie früher (Prüfungsautonomie der Schulen) konnte man unterschiedliche Voraussetzungen besser auffangen. Antworten


Philippe Latscha

15.07.2010, 08:51 Uhr
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Bravo. Schafft die Aufnahmeprüfung ab und sorgt für qualifizierte Lehrer und ein einheitliches Bildungssysthem (Harmos). Mit der Zeit trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Jeder hat ein Recht auf das Gymi. Was der Einzelne im Verlauf daraus macht, ist dann seine Sache. Antworten


Roger Walser

15.07.2010, 08:42 Uhr
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Das ist natürlich auch eine Lösung. Wenn einem die Ergebnisse nicht passen stellt man den Versuch wieder ein. Ist auch viel einfacher, als sich ernsthafte Gedanken darüber zu machen, weshalb die Ergebnisse sind wie sie sind. Vieleicht haben die Ergebnise auch sachen aufgedeckt die einfach nicht sein dürfen. Antworten


Gianni Carlos

15.07.2010, 07:43 Uhr
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Ohnehin ist Potenzial das eine, Umsetzung durch Leistungsbereitschaft und (Selbst-)Disziplin das andere. Entscheidend ist bloss das zweite. Gutmenschköpfen fällt es schwer, dies zu akzeptieren. Die Tests hätten "nicht die erwarteten und erhofften" Resultate gebracht - mit einer solchen Aussage entlarven sich die Übungsleiter selber als voreingenommene Ideologen. Antworten


Walter Kühn

15.07.2010, 07:01 Uhr
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Was für eine Überraschung. Mit völlig willkürlichen Methoden (Test), wird bestimmt, wer ans Gymi darf und wer nicht. Es besteht KEINERLEI Transparenz zu dem Auswahlverfahren. Dann zeigt der AKF logische aber unerwünschte Ergebnisse und sofort wird er aus dem Verkehr gezogen. Einfach nur lachhaft. Mit welchem Recht dürfen scih eigentlich Gymnasien ihre Klientel selber aussuchen? Antworten



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