Kein Intelligenztest mehr für Gymi-Kandidaten
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 15.07.2010 10 Kommentare
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- «Das Gymnasium ist nicht für gute Schüler gedacht, sondern für sehr gute»
- Die Vorbereitung auf die Gymi-Prüfung ist oft Privatsache
Müssen nicht zum Intelligenztest antraben: Schüler an der Gymiprüfung.
Alle Kinder sollen im Kanton Zürich Chancen auf eine gute Ausbildung haben. Diesen Leitgedanken nennt Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) bei jeder Gelegenheit. An den Gymnasien sind aber fast ausschliesslich Kinder aus gutem Haus. Die Mittelschülerquote an der Goldküste ist doppelt so hoch wie jene im Bezirk Andelfingen (TA vom 6. Juli). Um dies zu ändern, wurde vor einigen Jahren eine zentrale Aufnahmeprüfung eingeführt. Zuvor hatten die Mittelschulen im Kanton Zürich unterschiedliche Prüfungen, was den Verdacht schürte, an den Zürichberg-Gymnasien sei es einfacher, einen Platz zu bekommen, als in den Kantonsschulen in der Region.
Ergänzung zum traditionellen Test
Als sich dies nicht bewahrheitete, wurde 2007 versuchsweise ein AKF-Test eingeführt, der die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten prüft. Auf diesen Test konnten sich die Gymi-Kandidaten nicht vorbereiten. Gefragt war ihr logisches Urteilsvermögen. Eigentlich wollte man die traditionelle Aufnahmeprüfung mit einem solchen Test ergänzen, um auch jenen Kindern eine Chance zu geben, die zwar intelligent sind, aber zu Hause zu wenig unterstützt werden und keine teuren Drillkurse besuchen können. Nicht die erwarteten Ergebnisse
Überraschend ist nun nach drei Versuchsjahren auf die AKF-Tests verzichtet worden. Das bestätigte Marc Kummer, Chef im Mittelschul- und Berufsbildungsamt. Ob und wie es mit den Tests weitergeht, wollte er nicht sagen. Der noch unveröffentlichte Schlussbericht zum Schulversuch werde erst im Herbst vom Bildungsrat verabschiedet. Zu den Empfehlungen des Berichts wollte Kummer keine Aussagen machen. Die Tests hätten zwar aufschlussreiche Erkenntnisse gebracht, aber nicht die erwarteten und die erhofften.
Fragwürdige Quote
Der TA hatte im letzten Sommer davon berichtet, dass das gegenwärtige Aufnahmeverfahren nicht die Unterschichtskinder benachteilige. Eine erste Auswertung der AKF-Testresultate hatte eher ergeben, dass intelligente Knaben (TA vom 9. Juli 2009) die Prüfung verpatzen: 35 Knaben schafften den Sprung ans Gymnasium nicht, obwohl sie im AFK-Test hervorragend abgeschnitten hatten.
AKF-Versuchsleiter Urs Moser vom Institut für Bildungsevaluation an der Uni Zürich hatte damals gesagt, er würde auf die AKF-Tests im Gymi-Aufnahmeverfahren verzichten. Es sei sinnvoller, das Potenzial der Kinder früher zu erfassen. Ob er diese Empfehlung im Schlussbericht wiederholt hat, wollte er gestern nicht sagen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 14.07.2010, 23:13 Uhr
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10 Kommentare
Bravo. Schafft die Aufnahmeprüfung ab und sorgt für qualifizierte Lehrer und ein einheitliches Bildungssysthem (Harmos). Mit der Zeit trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Jeder hat ein Recht auf das Gymi. Was der Einzelne im Verlauf daraus macht, ist dann seine Sache. Antworten
Problem im Kanton ZH ist, dass nur 18% eines Jahrgangs das Gymnasium besuchen können. In Europa liegt der Schnitt bei über 30%. Die tiefe Quote im Kanton hat nicht mit der Intelligenz unserer Kinder zu tun, sondern mit dem Angebot. Dass Kinder reicher Sozialdarwinisten die Plätze bekommen, anstatt Kinder der Unterschicht verstehe ich nicht. Warum Akademiker subventionieren? Denen geht es gut. Antworten


































